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Schönefeld Die Siedlung Hubertus soll verschwinden – wegen Fluglärms
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19:18 08.12.2019
Schon jetzt überfliegt nahezu alle fünf Minuten ein landendes Flugzeug die Siedlung Hubertus. Ist der BER erst am Netz, wird es dort unerträglich laut. Quelle: Josefine Sack
Waltersdorf/Siedlung Hubertus

Flugzeuge sind für die Bewohner der Siedlung Hubertus in Schönefeld schon immer ein fester Bestandteil des Alltags. Jeder Flieger wirft beim Überflug riesige Schatten über die Gärten. Vom Dröhnen der Turbinen ganz zu schweigen.

Das ist schon seit den 1960er Jahren so. Der Flugverkehr hat zuletzt aber deutlich zugenommen – und wenn die Nordbahn des BER erst einmal in Betrieb ist, dürfte das Leben dort zum Albtraum werden. Aus diesem Grund will die Gemeinde Schönefeld die Siedlung aufgeben. Die Gemeindevertretung hat jetzt das eigentliche Wohngebiet auch für gewerbliche Nutzung freigegeben, was es für die bisherigen Bewohner noch unattraktiver machen dürfte. Verändert werden darf an den Wohnhäusern in der kleinen Siedlung nahe der Berliner Stadtgrenze schon seit 2017 nichts mehr.

Die Siedlung Hubertus gehört zum Ortsteil Waltersdorf. Sie besteht aus rund 80 Gartenparzellen, die im Frühjahr und Sommer überwiegend von Wochenendlern bewohnt werden. Noch schätzungsweise ein Dutzend Familien wohnen dauerhaft dort. Quelle: Josefine Sack

Wenig Hoffnung auf eine Entschädigung

In Schönefeld geht man davon aus, dass die Bewohner und Grundstücksnutzer irgendwann von sich aus umziehen. Betroffen davon sind vor allem Kleingärtner – aber nicht nur. Die Siedlung Hubertus, die zu Waltersdorf gehört, besteht aus rund 80 Gartenparzellen. Es leben aber auch schätzungsweise ein Dutzend Familien dauerhaft dort.

Mit einer Entschädigung können die Bewohner allerdings kaum rechnen. Lediglich ein paar Familien, deren Grundstücke direkt in der Überflug-Zone liegen, können gegenüber dem Flughafen Ansprüche geltend machen. Allen anderen bleibt nur der Verkauf auf eigene Faust.

Mögliche Umsiedlung nach Rotberg-Süd

Für die Betroffenen, von denen am Freitag niemand anzutreffen war, ist das Thema an sich nicht neu. Schon bei der geplanten BER-Eröffnung 2011 war eine Umsiedlung Thema, die Gemeinde hatte dafür auch Grundstücke in Rotberg-Süd vorgehalten. Die meisten Betroffenen warteten aber ab. Inzwischen ist die Eröffnung aber in Sichtweite. „Und erst jetzt beschäftigen sich die Menschen in Hubertus mit dem Gedanken, wohin sie ziehen sollen, wenn es soweit ist“, sagt der Waltersdorfer Ortsvorsteher Olaf Damm (CDU).

Die nahe gelegene Siedlung Kienberg wurde bereits 2008 umgesiedelt. Heute befindet sich dort ein Gewerbegebiet. Hubertus droht nun das gleiche Schicksal. Quelle: Josefine Sack

Hubertus droht gleiches Schicksal wie Kienberg

Viele der vorgehaltenen Grundstücke sind mittlerweile von ehemaligen Kienbergern bewohnt, die schon 2008 umgesiedelt wurden. Die Interessengemeinschaft, die seinerzeit für eine angemessene Entschädigung der Kienberger kämpfte, wollte damals auch die Menschen in Hubertus zur Umsiedlung bewegen. Allerdings erfolglos.

Vierte Umsiedlung wegen des BER

Heute leben in Hubertus überwiegend ältere Menschen. Die meisten stehen Olaf Damm zufolge einer möglichen Umsiedlung eher skeptisch gegenüber. Der Wohnstandort könne aber, wenn der BER erst am Netz ist, unmöglich aufrecht erhalten werden, sagt Damm. „Man muss die Betroffenen zu ihrem Glück zwingen, schon aus gesundheitlichen Gründen.“

Damit wäre Hubertus die vierte Ortschaft in Schönefeld, die wegen des Großflughafens umgesiedelt werden muss. Neben den Kienbergern mussten auch die Diepenseer und die Selchower ihre Häuser verlassen.

Von Josefine Sack

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