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Schönefeld Hausverwaltung lässt Beet von Anwohnern räumen
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld Hausverwaltung lässt Beet von Anwohnern räumen
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00:20 21.04.2019
Claudia Leinbaum (l.) und ihre Nachbarn bepflanzten eigenmächtig das Beet vor ihrem Haus. Nun ließ es die Hausverwaltung räumen. Quelle: Josefine Sack
Schönefeld

Im Wohngebiet Wehrmathen in Schönefeld gibt es Ärger um ein Beet: Als die Bewohner des Hauses Wehrmathen 81 im vergangenen Frühjahr zu Spaten und Harken griffen, hatten sie eigentlich nichts Böses im Sinn: Die Mieter wollten den kleinen Vorgarten vor ihrer Haustür von Unrat befreien und ein neues Beet mit Stauden anlegen.

„Auf dem Beet ist seit über zehn Jahren nichts passiert, außer ein Beschnitt“, sagt Mieterin Claudia Leinbaum. Sie ist die Sprecherin der Hausgemeinschaft. Über die Jahre sei das Beet von Efeu völlig zugewuchert. „Unsere Grabbeete“, nennt Leinbaum die mit Efeu bepflanzten Vorgärten im gesamten Wohngebiet spöttisch. Üblicherweise werden Grabstätten mit dem Gewächs bepflanzt.

Hier geht es zum Kommentar.

So sah das Beet noch bis vor Kurzem aus: Darin wuchsen prächtige Tulpen und Osterglocken. Quelle: Josefine Sack

Der Nabu spendete ein Insekten-Hotel

„Wir wollten zur Verschönerung beitragen und für Bienen und Insekten ein kleines Paradies schaffen“, erzählt sie. Vor gut einem Jahr war es soweit: In Eigeninitiative gruben die Mieter das Beet um, legten die zugewachsene Begrenzung frei und pflanzten Frühblüher und Stauden. Der Naturschutzbund (Nabu) steuerte als Unterstützung ein Insektenhaus aus Holz bei, das die Bewohner an dem kleinen Ahorn vor dem Haus befestigten.

Das Wohngebiet Wehrmathen in Schönefeld mit dem Schönefelder Teich in der Mitte. Quelle: Josefine Sack

Das liebevoll gestaltete Beet sprach sich rum im Wohngebiet. „Viele Nachbarn und Eigentümer aus der Anlage haben unser Engagement sehr befürwortet“, erzählt Leinbaum. Die Hausverwaltung war von der Aktion alles andere als begeistert. Im Herbst 2018 forderte Verwalter Gerd Krone die Mieter auf, den Urzustand wiederherzustellen. „Die Wohnungseigentümergemeinschaft hat auf ihrer letzten Eigentümerversammlung eine Genehmigung der von Ihnen vorgenommen Veränderungen an der Außenanlage abgelehnt“, heißt es zur Begründung in dem Schreiben. Bis zum 15. November sollte das Beet beräumt werden.

Unterschriftenaktion für den Erhalt des Beets

Die Mieter beteuern, dass sie den Hausmeister vorher um Erlaubnis gebeten haben und dass dieser keine Einwände gegen die Umgestaltung gehabt habe. Sie starteten eine Unterschriftenaktion in der Nachbarschaft. Laut Claudia Leinbaum beteiligten sich mehr als 30 Nachbarn daran. Doch auch ein nachträglicher Antrag für die Umgestaltung der Grünfläche half nichts.

Vorige Woche ließ die Hausverwaltung das Beet endgültig räumen. „Mir blutet das Herz, wenn ich das sehe“, sagt Leinbaum. Lediglich ein paar Efeu-Pflänzchen ragen jetzt aus dem kargen Beet, in dem bis vor Kurzem noch prächtige Tulpen und Osterglocken leuchteten.

Keine Genehmigung für Anwohner-Aktion

„Aufgrund der Tatsache, dass die Eigentümergemeinschaft hier vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, hat diese eine entsprechende Genehmigung im Nachgang abgelehnt und die Verwaltung aufgefordert, den Urzustand wiederherzustellen. Dem sind wir dann auch in der letzten Woche nachgekommen“, sagt Verwalter Gerd Krone.

Zudem habe sich „das Gros der Bewohner des Hauses (...) inzwischen auch von der Angelegenheit distanziert, nachdem sie erfahren haben, dass keine Zustimmung seitens der Wohnungseigentümergemeinschaft vorliegt“.

Leinbaum widerspricht: „Das stimmt nicht. Hier sind weiter alle Nachbarn mit an Bord.“ In den letzten Tagen sei sie immer wieder gefragt worden, was mit dem Beet passiert sei.

Von Josefine Sack

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