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Schulzendorf Der BerlKönig: So läuft der Shuttle-Dienst der BVG in Schulzendorf
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Der BerlKönig: So läuft der Shuttle-Dienst der BVG in Schulzendorf
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09:33 20.11.2019
BerlKönig-Fahrer Steffen Schneider schätzt den Kontakt mit den Fahrgästen: „Im Vergleich zum Linienverkehr ist es ein angenehmeres Arbeiten.“ Quelle: Josefine Sack
Rudow/Schulzendorf

Per App den Kleinbus anfordern, einsteigen und bis zum gewünschten Zielort mitfahren: Seit August dieses Jahres rollt der BerlKönig BC durch Schulzendorf. Die Shuttlebusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verbinden die Gemeinde sowie Teile Zeuthens mit dem etwa zwölf Kilometer entfernten U-Bahnhof in Berlin-Rudow.

Aus dem Stadtbild in den angesagten Vierteln der Hauptstadt sind die Mercedes-Busse nicht mehr wegzudenken. Doch wie kommt das Angebot der BVG im Berliner Süden an? Wer fährt mit?

Los geht es in Berlin-Rudow. Quelle: Josefine Sack

Insgesamt verkehren zwischen Schulzendorf und Rudow drei Busse. Sie fahren von Montag bis Freitag von fünf bis neun Uhr und von 15 bis 20.30 Uhr. Wer den Shuttle nutzen will, braucht ein Smartphone und muss sich die BerlKönig BC-App herunterladen (wichtig ist der Zusatz „BC“. Die normale BerlKönig-App gilt ansonsten nur innerhalb Berlins). Die Fahrt wird im Voraus gebucht. Über die App geben die Fahrgäste an, wann und wo sie abgeholt beziehungsweise abgesetzt werden wollen. Die Fahrt kostet 50 Cent. Zusätzlich wird ein Fahrausweis für den Tarifbereich BC benötigt.

„Das Interesse ist groß“, zieht Helmut Grätz, Verkehrsplaner bei der BVG, gut drei Monate nach dem Start des BerlKönigs in Schulzendorf Bilanz. Insgesamt 1000-mal wurde die App seither heruntergeladen. Doch nur wenige Schulzendorfer nutzen das Angebot. „Offenbar fällt es vielen Pendlern schwer, ihre Gewohnheiten zu ändern. Wenn der nächste Bahnhof weiter weg ist, ist das Auto für viele attraktiver“, vermutet Grätz.

Stau bei Waltersdorf: Manchmal nehmen die Fahrer auch einen Schleichweg, um schneller ans Ziel zu kommen. Quelle: Josefine Sack

Annegret N. fährt regelmäßig mit. Die 63-Jährige lebt in Schulzendorf und arbeitet in Wilmersdorf. „Der BerlKönig bringt mich quasi von Tür zu Tür. Bequemer geht es nicht“, schwärmt sie. Um zur Arbeit zu kommen, war sie früher fast zwei Stunden unterwegs. Mit dem BerlKönig, der sie morgens direkt von zu Hause abholt und dort abends auch wieder absetzt, spart sich N. nicht bloß die zeitaufwendige Fahrt zum S-Bahnhof Eichwalde, sondern auch das häufige Umsteigen.

Nicht nur Berufspendler nutzen das BVG-Angebot. „Manche wollen zum Arzt nach Rudow. Es fahren auch Schüler mit, die nachmittags zum Training wollen“, weiß Busfahrer Steffen Schneider zu berichten. Früher arbeitete Schneider als Fluglotse. Seit sieben Jahren fährt er Bus. Seine Fahrgäste aus Schulzendorf kennt er alle mit Namen. Schneider schätzt den Kundenkontakt: „Im Vergleich zum Linienverkehr ist es ein angenehmeres Arbeiten.“

Von Schulzendorf nach Rudow und wieder zurück: MAZ-Reporterin Josefine Sack hat den BerlKönig getestet. Quelle: Privat

Etwa 800 Fahrten haben Schneider und seine Kollegen in den vergangenen dreieinhalb Monaten mit den BerlKönig-Bussen zurückgelegt. Auch die Berlinerin Ursula Strobach ist bereits ein paar Male mitgefahren. Die 74-Jährige aus Rudow besitzt kein Auto und besucht regelmäßig ihre kranke Schwester in Schulzendorf. „Der BerlKönig bringt mich bis vor ihre Haustür“, erzählt sie begeistert. Beim Einrichten der App musste Verkehrsplaner Grätz zwar persönlich helfen. „Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt bin ich firm“, sagt die Seniorin.

Trotz der Stammkunden, die regelmäßig mit dem BerlKönig fahren – wirtschaftlich ist das Angebot bislang nicht. Das Gesamtbudget für das Pilotprojekt, für das noch weitere Linien im Speckgürtel angedacht sind und das zunächst bis Ende 2020 geplant ist, beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro. Etwa die Hälfte übernimmt der Bund. „Es rechnet sich erst dann, wenn es uns gelingt, die Leute zu überzeugen, das Auto stehen zu lassen und dafür den BerlKönig zu nutzen und sich eine Jahreskarte zu kaufen“, so Grätz.

Hier gibt es weitere Informationen zum BerlKönig.

Von Josefine Sack

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