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Schulzendorf SPD und Grüne wollen Baumfällungen stoppen
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf SPD und Grüne wollen Baumfällungen stoppen
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14:31 20.09.2019
Anita Kuba und Dominic Lübke (SPD) wollen verhindern, dass die Friedhofsbäume (im Hintergrund) einem geplanten Gehweg zum Opfer fallen. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Klimaschutz beginnt im Kleinen: In Schulzendorf haben SPD und Grüne eine dringende Sondersitzung der Gemeindevertretung beantragt. Der Grund: Am 1. Oktober sollen entlang des Friedhofs mindestens 14 Bäume gefällt werden. Die Bäume sollen weichen, weil zwischen dem neuen Wohngebiet „Ritterschlag“ und dem Friedhof ein neuer Gehweg gebaut werden soll. Die Gemeinde hat die Fällungen genehmigt.

Unterschriftensammlung gestartet

Anwohnerin Anita Kuba kann es nicht fassen: „Was nützen die Klimaschutz-Diskussionen und ein Klimaschutzkonzept, wenn man dann Bäume fällt“, ärgert sich die Schulzendorferin. Gemeinsam mit anderen Schulzendorfern, die wollen, dass ihr Ort grün bleibt, startete sie eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Friedhofsbäume. Gut 200 Unterschriften kamen in wenigen Tagen zusammen.

Die Friedhofsbäume, die demnächst gefällt werden sollen, wurden bereits mit einem roten Kreuz markiert. Quelle: Josefine Sack

Unterstützung kam zuerst von der SPD

Dominic Lübke, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Schulzendorf, klemmte sich dahinter und holte die Grünen mit ins Boot. Per Eilentscheidung wollen beide Fraktionen die Fällungen im letzten Moment verhindern. Ein Vorstoß, der kommunal-rechtlich umstritten ist.

„Der Erhalt von Bäumen allgemein ist für die Einwohnerinnen und Einwohnern heute eine Frage der Lebensqualität und des Klimaschutzes. Wir sollten damit nicht leichtfertig umgehen. Für unsere Gartenstadt Schulzendorf sollte daher der Erhalt eines jeden einzelnen gemeindeeigenen Baumes wichtig sein“, heißt es zur Begründung im gemeinsamen Antrag.

Insgesamt sollen mindestens 14 Friedhofsbäume weichen. Quelle: Josefine Sack

Bäume oder Gehweg?

SPD und Grüne fordern einen Kompromiss: Es soll eine Lösung erarbeitet werden, wodurch so wenig wie möglich Bäume gefällt werden müssen. Als weiteren Vorschlag brachte Lübke Wurzelbrücken ins Spiel: Der Wurzelschutz wird beim Straßen- und Wegebau über die Baumwurzel gebaut, gilt aber als aufwendig und teuer.

„Sollte das nicht gelingen bleibt bloß noch die Option, den Gehweg nicht zu bauen, um die Bäume zu erhalten“, sagt der junge SPD-Politiker. Doch ganz so einfach ist es nicht: Denn der geplante Gehweg ist Teil des Erschließungsvertrags, den die Gemeinde schon vor langer Zeit mit der HIT-Gruppe, einem der „Ritterschlag“-Investoren, abgeschlossen hat.

Das neue Wohngebiet im "Ritterschlag" in Schulzendorf grenzt direkt an den Friedhof. Quelle: Josefine Sack

Zaunversetzung gefährdet Friedhofsbäume

Laut dieses Vertrags ist die Unternehmensgruppe dazu verpflichtet, den Gehweg zu bauen. Um die Fällungen zu verhindern, müsste HIT rückwirkend vom Erschließungsvertrag entbunden werden. Für Lübke ist das ein denkbares Vorgehen. Angeblich zeigte sich der Investor in Gesprächen bereits kompromissbereit: „HIT will nicht um jeden Preis fällen. Aber für die Verwaltung scheint das die einfachste Lösung zu sein“, kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende.

„An der Fällung führt kein Weg vorbei, es sei denn man verzichtet auf den Weg“, sagt Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Anita Kuba und Dominic Lübke könnten damit gut leben: „Wer braucht den Weg überhaupt? Wir sollten ihn der Natur überlassen“, findet Kuba. Es gebe genug Wege, über die man zum Friedhof gelangt. Der Bürgermeister sieht das anders: Der Gehweg sei wichtig, damit die Leute von der Walther-Rathenau-Straße zum Friedhof kommen.

Der geplante Gehweg ist nicht der einzige Grund, weshalb die Verhandlungen so kompliziert sind: Bei Vermessungsarbeiten für das angrenzende Wohngebiet „Ritterschlag“ war aufgefallen, dass der vor Jahrzehnten errichtete Friedhofszaun auf dem Grundstück des Investors steht und versetzt werden muss. Für die Friedhofsbäume sieht es so oder so nicht gut aus.

Von Josefine Sack

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