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Schulzendorf Fehlende Kitaplätze: Schulzendorf verschickt erstmals Absagen an Eltern
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05:26 11.11.2019
In der Kita „Hollerbusch“ werden 97 Kinder betreut. Dort fehlen aktuell besonders viele Erzieher. Quelle: Gerlinde Irmscher
Schulzendorf

Auf einen Kitaplatz mussten Eltern in Schulzendorf zuletzt lange warten. Wegen des anhaltenden Zuzugs sind Betreuungsplätze rar. Nun hat sich die Situation noch verschärft. Weil die Plätze nicht ausreichen, musste die Gemeinde erstmals Absagen verschicken. Insgesamt waren es in diesem Kitajahr 13 Absagen.

Eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht. „Die Dimension des Zuzugs hat Schulzendorf überrannt“, räumte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) ein. Die Eröffnung der Kita „Ritterschlag“ im Jahr 2018 mit 70 Plätzen und die zusätzlichen 35 Plätze der Kita „Löwenzahn“ in den Räumen des Horts seit Sommer 2019 reichten nicht aus, um den Bedarf zu decken. „An weiteren kurzfristigen Lösungen wird in der Verwaltung gearbeitet“, so Mücke.

Kita-Auslastung in Schulzendorf

367 Kinder werden aktuell in den Schulzendorfer Kitas (inklusive freie Träger)betreut.

403 Plätzestehen insgesamt zur Verfügung. 36 Plätze sind bereits vertraglich gebunden. Letztere werden noch in diesem Kitajahr besetzt.

In der Kindertagesstätte „Hollerbusch“ werden momentan 97 Kinder betreut. Die Kapazität der Einrichtung liegt bei 104 Mädchen und Jungen.

Neue Kita, bloß wann?

Bereits im September haben die Gemeindevertreter grünes Licht für den Neubau einer weiteren Kita gegeben, um den Bedarf mittelfristig zu decken. Die Kita soll in der Brückenstraße/Ecke Herweghstraße entstehen.

Doch bis die neue Kita steht, könnte es noch Jahre dauern. „Solche Baumaßnahmen brauchen viel Zeit. Vorsichtig geschätzt, wird die neue Kita wohl erst im Sommer 2021 fertig sein“, teilte Mücke mit. In diesem Zeitplan sei noch nicht berücksichtigt, dass es zurzeit schwer sei, Auftragnehmer im Baugewerbe zu binden.

Schulzendorf rechnet mit Klagen

Die angespannte Betreuungssituation könnte Schulzendorf auch finanziell in die Bredouille bringen: In Brandenburg haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Dass Eltern klagen, ist daher nicht auszuschließen.

Nicht nur was den Bedarf an Kitaplätzen angeht, sieht es in der Gemeinde schlecht aus. Auch die personelle Situation in den Einrichtungen ist angespannt. Demnach kamen im September auf 65 Erzieher 356 Krankentage. Im Schnitt fehlten bis zu 17 Erzieher pro Tag. Allein in der vergangenen Woche fielen zehn Mitarbeiter aus.

SPD fordert zusätzliches Personal

Am schlimmsten betroffen ist die Kita „Hollerbusch“. Dort fallen gesundheits- und schwangerschaftsbedingt momentan drei Erzieherinnen langfristig aus. Hinzu kommen zahlreiche Ausfälle in der Erkältungszeit. Nicht selten wurden die Eltern zuletzt aufgefordert, ihre Kinder früher abzuholen oder ganz zu Hause zu lassen, weil schlicht Personal fehlte.

Die SPD-Fraktion fordert nun, ab 2020 mindestens zwei neue Erzieher einzustellen. Die zusätzlichen Erzieher sollen flexibel einsetzbar sein und in erster Linie in den Einrichtungen einspringen, wo der Krankenstand besonders hoch ist.

Die Arbeit mit den Kindern leidet

„Dieses Model hat sich bereits in der Nachbargemeinde Zeuthen bewährt. Dort werden für diesen Fall fünf zusätzliche Erzieher bereitgehalten“, erläuterte Dominic Lübke. Mit Blick auf den hohen Krankenstand sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion: „Wir müssen den Teufelskreis durchbrechen.“ Die Mehrbelastung der verbleibenden Erzieher sei langfristig unzumutbar. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Mitarbeiter ihrer Aufsichtspflicht nicht mehr nachkommen könnten. Auch die Qualität der pädagogischen Arbeit mit den Kindern leide unter der angespannten Personalsituation.

Knackpunkt sind die Kosten: Um zwei zusätzliche Erzieher einzustellen, müsste die Gemeinde mehr als 100.000 Euro an Personalkosten pro Jahr bereitstellen. „Es ist völlig unklar, wie die Stellen finanziert werden sollen“, sagte Mücke. Zwar sieht auch der Bürgermeister Handlungsbedarf. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Gemeinde beim Personalschlüssel das gesetzlich vorgeschriebene Soll erfülle.

Am Dienstag ist die Aufstockung beim Kita-Personal Thema im Sozialausschuss der Gemeinde.

Von Josefine Sack

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