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Schulzendorf Absolutes Halteverbot vor Arztpraxis sorgt für Unmut
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Absolutes Halteverbot vor Arztpraxis sorgt für Unmut
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17:23 28.11.2019
Ein kürzlich verhängtes Park- und Halteverbot vor der Hausarztpraxis von Peggy von Niederhäusern in der Ilgenstraße in Schulzendorf sorgt für Ärger. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Es ist rund, hat einen roten Rand und zeigt ein rotes X auf einem blauen Hintergrund: Ein erst vor Kurzem eingeführtes absolutes Halteverbot in der Schulzendorfer Ilgenstraße sorgt für Unmut. Seit ein paar Wochen dürfen Autofahrer auf dem Abschnitt zwischen der Ernst-Thälmann-Straße und der Clara-Zetkin-Straße weder halten noch parken.

Betroffen sind in erster Linie die Patienten von Peggy von Niederhäusern. Die Praxis der Allgemeinmedizinerin liegt inmitten der Verbotszone. Wer dort dennoch sein Auto abstellt, muss künftig mit einem Bußgeld rechnen. „Behinderte, alte, kranke Menschen, erkältete Kinder und andere können nicht mehr aussteigen. Alles verlagert sich in die kleinen Nebenstraßen“, ärgert sich etwa Helmut P., ein Patient, in einem Leserbrief an die MAZ.

Auf dem Grundstück der Arztpraxis gibt es drei Parknischen, die für gehbehinderte Patienten vorbehalten sind. Quelle: Josefine Sack

Halteverbot wird zum Problem in der Nachbarschaft

„Das Schild stand plötzlich da. Ohne Vorwarnung“, bestätigte Ärztin Peggy von Niederhäusern. Weil ihr Praxisteam und die Patienten direkt betroffen sind, habe sie zumindest erwartet, dass sich vorab jemand von der Gemeinde oder dem Straßenverkehrsamt bei ihr melde. „Die Situation ist unglaublich“, sagte die Medizinerin. Das Halteverbotsschild sei nicht nur für ihre kranken und zum Teil hochbetagten Patienten, sondern auch für ihre ärztliche Tätigkeit hinderlich. Etwa, wenn von Niederhäusern rasch zu einem Hausbesuch gerufen wird. Für diesen Zweck parkte sie ihren Wagen stets direkt vor der Praxis, um im Ernstfall möglichst schnell wegzukommen.

Nun sieht sich die Ärztin ebenso wie ihre Mitarbeiter und Patienten gezwungen, das Auto in der Nebenstraße abzustellen. Die Anwohner der Clara-Zetkin-Straße fühlen sich von den parkenden Autos gestört. „Das Halteverbot vor meiner Praxis ist zum Nachbarschaftsproblem geworden“, berichtete Peggy von Niederhäusern. Seit das Schild aufgestellt wurde, platzten regelmäßig verärgerte Nachbarn in ihre Sprechstunde, um sich zu beschweren, erzählte sie.

Kurve zu eng: Busse kamen kaum durch

Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) äußerte zwar Verständnis für den Unmut. Gleichzeitig machte er deutlich, dass an dem Halteverbot kein Weg vorbeiführe. Wegen der parkenden Autos gab es in der Ilgenstraße für die Busse der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) oft kein Durchkommen.

Offenbar hatte es zuletzt hin und wieder brenzliche Situationen beim Abbiegen von der Ernst-Thälmann in die Ilgenstraße gegeben. „Die Kurve ist zu eng. Die RVS hat sich deshalb an die Gemeinde gewendet“, sagte Mücke. Das Straßenverkehrsamt des Landkreises Dahme-Spree hatte daraufhin die Situation vor Ort geprüft und das Halteverbot eingerichtet. Bürgermeister Mücke verwies auf die drei Parkplätze auf dem Grundstück der Arztpraxis und auf die Nebenstraßen, in denen das Parken erlaubt sei.

Knöllchen für die Patienten

Ärztin von Niederhäusern hat zwar Verständnis für die Busfahrer, hätte sich aber eine andere Lösung für das Problem gewünscht. „Man hätte das Halteverbot doch auf den vorderen Teil der Straße beschränken können, so dass nicht der gesamte Abschnitt betroffen ist“, schlug sie vor. Weder die Anrufe noch ihre Schreiben an die zuständige Behörde haben bislang etwas gebracht: „Keiner hat Verständnis für meine Patienten“, kritisierte sie.

Stattdessen haben einige ihrer Patienten bereits einen Strafzettel kassiert. Ein schwerer Asthmatiker sollte seinen widerrechtlich vor der Praxis abgestellten PKW umparken. Und ein 93-jähriger Notfallpatient, der nach seinem Eintreffen in der Praxis mit einem Rettungswagen abgeholt werden musste, kassierte ein Knöllchen.

Von Josefine Sack

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