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Schulzendorf Gelingt in Schulzendorf der Neuanfang?
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Gelingt in Schulzendorf der Neuanfang?
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08:30 08.04.2019
An die 300 neue Eigenheime enstehen derzeit im „Ritterschlag“: Für die Gemeinde bedeutet das einen Bevölkerungszuwachs von rund zehn Prozent. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Nicht nur der Bürgermeister von Schulzendorf, Markus Mücke (parteilos), dürfte mit Blick auf die Kommunalwahl am 26. Mai auf einen Neuanfang in der Gemeindevertretung hoffen. „Ich wünsche mir, dass wir nach der Wahl bei Null beginnen können“, sagte Mücke kürzlich im MAZ-Gespräch.

Schulzendorf gilt in der Region als schwieriger Partner, wenn es um interkommunale Projekte geht. Der Ton in der Gemeindevertretung ist rau. Sitzungen dauern bis spät in die Nacht und enden oft ohne nennenswerte Ergebnisse. Zuletzt bröckelte selbst die sogenannte stille Koalition aus Linke, CDU und Bürgerbündnis.

„Ich wünsche mir, dass wir nach der Wahl bei Null beginnen können“: Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Quelle: Thomas Seifert

Im Dreierbündnis kriselt es

Die drei Fraktionen hatten nach der Kommunalwahl 2014 eine Zählgemeinschaft gebildet, um in den Ausschüssen möglichst viele Sitze zu ergattern. Bei vielen Themen kooperierten die drei Parteien und stimmten einheitlich ab. Doch das ist Vergangenheit. In der Koalition knirscht es: Bei Themen wie der gemeinsamen Vergabestelle mit Zeuthen und Eichwalde oder der neuen Kita-Satzung waren sich die Partner zuletzt uneinig.

Gemeinde Schulzendorf

Schulzendorf ist amtsfreie Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald.

Einwohner: 8261 (März 2019)

Fläche: 9,1 km²

Schulzendorf hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile. Die Gemeinde besteht aus vier Siedlungen: dem alten Dorfkern Alt-Schulzendorf, der Siedlung Eichberg im Norden, die nahtlos an die Nachbargemeinde Eichwalde grenzt, Schulzendorf-Mitte und Neu-Schulzendorf im Südosten.

Internet:
www.schulzendorf.de

Ob sich an der Stimmung nach der Wahl grundlegend etwas ändern wird, ist fraglich. Es stehen viele altbekannte Gesichter auf der Wahlliste. Die Linken, mit sechs Sitzen bislang stärkste Kraft, setzen auf altbewährtes Personal: Unter anderen stehen die derzeitige Fraktionschefin Winnifred Tauche und Ex-Bürgermeister Herbert Burmeister erneut zur Wahl.

SPD und Grüne gehen in die Offensive

Neu sind Tim Voigtländer und Matthias Mnich. Letzterer sorgte über die Gemeindegrenze hinaus für Irritationen: Mnich war bis vor Kurzem Gemeindevertreter in Eichwalde und kandidiert am 5. Mai für die Bürgermeisterwahl in Wildau.

Deutlich breiter haben sich SPD und Grüne aufgestellt. Zusammen mit der Wählergemeinschaft Schulzendorf pur kamen sie 2014 auf fünf Sitze und schlossen sich zu einer Fraktion zusammen. Nun treten die Sozialdemokraten zu acht an, unter ihnen auch der parteilose Patrick Boll (vormals pur). Auf Listenplatz 1 steht Dominic Lübke: Der 23-jährige Student will unter anderem mit mehr Freizeitangeboten für Jung und Alt punkten, neue Baufelder im Ort verhindern und die Verkehrsinfrastruktur verbessern.

Interessante Einzelkandidaten im Rennen

Ob die Grünen in Schulzendorf von dem deutschlandweiten Höhenflug profitieren, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass in der Gemeinde so viele Grüne wie nie antreten: Insgesamt kandidieren sechs Männer und Frauen, darunter auch Andreas Körner. Körner weilte zuletzt für längere Zeit im Ausland. Zunächst war unklar, ob er überhaupt wieder antritt. Jetzt wollen die Grünen in Schulzendorf eine eigene Fraktion werden.

Auch einige Einzelkandidaten wollen am 26. Mai einen Sitz im Gemeinderat ergattern. Unter dem Slogan „Sicherheit und Vernunft“ tritt der Kriminalpolizist Denis Gottwald für die FDP an. Neben dem früheren NPD-Mann Frank Knuffke, der erstmals als Parteiloser antritt, geht noch ein weiterer Kandidat ins Rennen: Peter Schulze. Der gebürtige Schulzendorfer und Vater engagierte sich bereits in Kita-Fragen und will künftig politisch mitmischen.

Schulzendorf steht vor großen Herausforderungen

Die neue Gemeindevertretung steht in der nächsten Legislatur vor großen Herausforderungen: Hunderte Familien ziehen demnächst in das neue Wohngebiet „Ritterschlag“. Angesichts des Zuzugs müssen dringend die Schule erweitert und neue Kitas gebaut werden. Städtebaulich steht die Weiterentwicklung des Quartiers „Am Mühlenschlag“ ganz oben auf der Liste.

Bürgermeister Mücke blickt zuversichtlich auf die Zeit nach der Wahl: „Ich wünsche mir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, verlässliche Absprachen und dass Vorschläge sachorientiert diskutiert werden.“

Alle Kandidaten auf einen Blick finden Sie hier.

Von Josefine Sack

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