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Dahme-Spreewald Seezugang in Zernsdorf bleibt umstritten
Lokales Dahme-Spreewald Seezugang in Zernsdorf bleibt umstritten
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15:40 09.11.2014
Der sehr schmale Zugang ist mit Sträuchern zugewachsen.
Der sehr schmale Zugang ist mit Sträuchern zugewachsen. Quelle: Mohr
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Zernsdorf

Schon in der Bürgerfragestunde ging es hoch her. „Laut Gesetz darf die Benutzung einer öffentlichen Straße von niemandem behindert werden. Warum also wird über den Seezugang noch diskutiert und er nicht einfach aufgemacht?“, fragte Walter Weidmann unter dem Beifall zahlreicher Anwesender. Für Norbert Gisder aus Kablow-Ziegelei ist es ohne Belang, dass in Zernsdorf bereits 24 öffentliche Seezugänge bestehen. Jeder mehr erhöhe die Attraktivität des tristen Ortskerns. Gisder sprach gar von einer „Duldung der Landnahme einer elitären Clique“ zu Lasten der Allgemeinheit, die nicht folgenlos bleiben dürfe. Wie es sein könne, dass SPD und CDU die große Mehrheit der Zernsdorfer benachteiligen und das allein zugunsten von zwei Anliegern, darunter eines leitenden Angestellten der Stadtverwaltung, die davon seit Jahren persönlich profitierten, wollte Gisder erbost wissen. Der Zernsdorfer Frank Pribe entgegnete: „Was bitteschön steckt bei einigen Neubürgern hinter der Forderung der Öffnung dieses schmalen Modderweges, der zu einem der letzten Zernsdorfer Schilfgürtel führt?“ Dass es ihnen nur um das Wohl der Allgemeinheit gehe, könne er sich nicht vorstellen.

Bürgermeister Lutz Franzke soll im Januar in der kritischen Frage entscheiden

Als der Ortsbeirat über eine umweltgerechte Öffnung des nur 3,50 Meter breiten und 80 Meter langen Zugangs entscheiden sollte, agierten einige, allen voran Manfred Jauert (Linke) , äußerst zögerlich. „Ich werde nicht mit abstimmen, weil ich als Mitglied des Ortsbeirates den Bürgermeister damit nicht beauftragen kann“, sagte Jauert. Eine Begründung, die selbst der Hauptamtsleiter der Stadtverwaltung, Werner Blume, „als abenteuerlich“ charakterisierte. Die Ortsbeiratsmitglieder Harald Wilde (SPD) und Erich Richter (Wählergruppe Zernsdorf lebt) drängten aber auf eine Abstimmung.

„Mit dem jahrelangen Dilemma muss Schluss sein“, sagte Wilde. Richter unterstrich, dass sich der Ortsbeirat schon 2013 zur Öffnung des Zugangs positioniert hat. Das räumte auch Ingmar Bethke (CDU) ein. Zugleich bekannte er aber, dass er die genaue Lage vor Ort nicht kenne und sich der Zusammenhang nach der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde jetzt völlig anders darstelle.

Letztere hatte festgestellt, dass es sich um ein gesetzlich geschütztes Biotop handelt. Bethke schlug vor, Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) zur Januar-Sitzung einzuladen und dann in Kenntnis aller Details zu entscheiden. Der Ortsbeirat folgte mit der hauchdünnen Mehrheit von 4:3 Stimmen Bethkes Antrag.

Von Franziska Mohr

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