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Dahme-Spreewald Seit 20 Jahren im Dienst der Tiere
Lokales Dahme-Spreewald Seit 20 Jahren im Dienst der Tiere
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05:27 11.08.2017
Tyson gehört zu den Hunden, die derzeit in Märkisch Buchholz von Maria Schwarz versorgt werden. Quelle: Foto: Andrea Müller
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Märkisch Buchholz

Maria Schwarz arbeitet seit zwanzig Jahren im Tierheim in Märkisch Buchholz. 1997 hatte sie als der erste Lehrling dort angefangen; heute leitet sie das Tierheim.

„Ich mache das, was ich immer machen wollte“, sagt die bescheidene 37-Jährige. Deswegen habe sie genau diesen Beruf ergriffen. Sie ist Tierpflegerin für Heim- und Pensionstiere.

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Das ist die Sache, die einfach aussieht, aber schwer zu machen ist. Die Mitarbeiter aus dem Tierheim befreien Hunde von Ketten, überreden Katzen wieder zu fressen, pflegen auch Schlangen, Leguane, Spinnen und andere Exoten und müssen auch gegen Laus und Floh vorgehen. „Maria weiß absolut, was sie tut“, sagt die Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins in Königs Wusterhausen, Margot Wendland, und lobt ihre Konsequenz, liebevoll und ruhig mit den Tieren umzugehen. Voll des Lobes ist auch die Amtstierärztin des Landkreises Dahme-Spreewald, Jana Guth. „Maria ist eine kompetente Partnerin, die ich Tag und Nacht anrufen kann, wenn es darum geht, ein Tier – oftmals auch mit Unterstützung der Polizei – sicher zu stellen.“ Guth kam am Donnerstag nach Märkisch Buchholz, um Maria Schwarz eine große Blumenschale zum Jubiläum zu überreichen.

Tiere wissen nicht, was sie vom Menschen erwarten können

Leider war dies nicht der einzige Grund. Aus Waltersdorf war eine Schäferhündin neu ins Tierheim gebracht worden mit verschorften Ohren, ungeschnittenen Krallen und einem großen Krebsgeschwür im Gesäuge. „Leider kommen immer mehr vernachlässigte und misshandelte Tiere in unsere Einrichtung“, so Margot Wendland. Dies sei dann besonders schwierig für das Team. Noch schlimmer sei aber, dass diese Vierbeiner sehr schwer wieder zu vermitteln seien. Diese Tiere wüssten oft gar nicht mehr, was sie von einem Menschen zu erwarten haben. Mal gut, mal schlagend, mal mit Leckerli lockend, dann wieder tretend. Die Folgen seien verheerend. Denn diese Hunde hätten gelernt, es ist besser zu beißen, als immer nur einzustecken.

Das musste auch in diesem Jahr Maria Schwarz erfahren. Trotz aller Erfahrung und Tier-Kenntnis wurde sie gebissen. „Das passiert nicht aus Bosheit, sondern aus Angst“, erklärt Margot Wendland. Sie hatte 1994 das Tierheim vor den Toren Märkisch Buchholz’ auf einem ehemaligen Grundstück der Grenztruppen der DDR aus der Taufe gehoben. Aus heutiger Sicht weiß sie: Es sei leichter ein Tierheim aufzubauen, als eins am Laufen zu halten. Das bestätigen auch die Mitarbeiter vor Ort. Es gehe ja nicht nur darum, die Tiere aufzunehmen, sie zu pflegen, zu füttern zu behandeln und wieder zu vermitteln. Es müssten erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. „Hier sind wir immer wieder auf Spenden angewiesen“, so Wendland. „Zurzeit brauchen wir vor allem Geschirr-Spülmittel, Wischmopps und Klumpstreu für Katzen“, ergänzt die Tierheim-Leiterin.

Torte und Blumen zum Jubiläum

Zum Jubiläum hat Maria Schwarz von ihrem Team eine Torte gebacken bekommen, Blumen erhalten und ein rundes rot umrandetes Schild mit einer 20 darauf. „Ich staune selbst, wie die Zeit vergangen ist“, blickt die Jubilarin auf einen Lebensabschnitt mit vielen guten Momenten zurück. Besonders schön sei es, wenn Tiere vermittelt werden, die aufgrund ihres hohen Alters und ihres schwierigen Verhaltens kaum eine Chance auf ein neues Zuhause gehabt haben.

Das Heim in Märkisch Buchholz hat insgesamt gute Vermittlungs-Zahlen aufzuweisen. „Wichtig ist aber, dass Mensch und Tier zusammen passen“, sind Wendland und Schwarz einer Meinung. Maria Schwarz hat gerade selbst zwei Katzen zu Hause, die sie beide aus dem Tierheim adoptiert hat. Ein Beispiel dafür, wie die Passion zum Beruf wird und umgekehrt.

Von Andrea Müller

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