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Dahme-Spreewald Spatenstich für neues Wohnquartier
Lokales Dahme-Spreewald Spatenstich für neues Wohnquartier
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18:25 05.06.2018
Am „Ritterschlag“ rollen ab sofort die Bagger: Gemeindevertreter, Bürgermeister und HIT-Chefs eröffneten die Baustelle per Spatenstich.
Am „Ritterschlag“ rollen ab sofort die Bagger: Gemeindevertreter, Bürgermeister und HIT-Chefs eröffneten die Baustelle per Spatenstich. Quelle: Josefine Sack
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Schulzendorf

Auf dem als „Ritterschlag/Ritterfleck“ bekannten Gelände zwischen der Ernst-Thälmann-Straße und der Miersdorfer Straße in Schulzendorf geht es voran. Mit dem ersten Spatenstich haben Anfang der Woche offiziell die Erschließungsarbeiten für das neue Wohnquartier begonnen.

Auf dem gut 67 000 Quadratmeter großen Areal entstehen voraussichtlich 108 Doppelhaushälften und 52 Ensemblehäuser. Investor ist die Hanseatische Immobilien Treuhand (HIT) aus Stade. Die niedersächsische Unternehmensgruppe ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter für Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. In Brandenburg mischt die HIT unter anderen in der Landeshauptstadt mit. Die Doppelhäuser vom Typ „Townhouse“ im „Carré Mendelsohn“ in Potsdam-Bornstedt kosteten ab 313 000 Euro aufwärts und sind mittlerweile alle verkauft.

Auch in Schulzendorf entstehen vornehmlich Eigenheime im oberen Preissegment. Lediglich sechs Ensemblehäuser und 16 Doppelhaushälften sollen vermietet werden. Ein Teil der Häuser soll barrierefrei ausgebaut werden. Die HIT richtet sich mit den eingeschossigen Bungalows samt kleinem Garten gezielt an Senioren.

Wohnquartier mit bewegter Geschichte

Die geläufige Bezeichnung für das gut 300 000 Quadratmeter große Gelände zwischen der Ernst-Thälmann-Straße und der Miersdorfer Straße in Schulzendorf ist „Ritterschlag“ oder „Ritterfleck“.

Der Name geht zurück auf eine alte Flurbezeichnung von 1600. Auf dem Areal befand sich einst ein Rittergut.

Zu den Pächtern zählte die Adelsfamilie Britzke.

Später gehörte das Land der Berliner Adelsfamilie Israel. Sie errichtete an der heutigen Miersdorfer Straße die alte „Spielschule“, einen Kindergarten für die Kinder der Gutsarbeiter.

Zu DDR
-Zeiten wurde der „Ritterschlag“ als Militärgelände genutzt.

„Uns war bei der Planung besonders wichtig, dieser schönen, ökologisch wertvollen Landschaft mit energieeffizienten Bauten gerecht zu werden“, sagte Ulrich Ebeling, Geschäftsführer Projektentwicklung der HIT. Alle Häuser werden mit umweltschonender Nahwärme für Raumheizung und Warmwasseraufbereitung aus einem gebietseigenen Blockheizkraftwerk versorgt.

Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) verwies am Montag auf die rasante städtebauliche Entwicklung in der Gemeinde: „Wir verzeichnen eine irre Dynamik in den letzten Jahren.“ Für die Projektfläche „Ritterschlag“ habe es sogar Anfragen von Investoren aus Aserbaidschan gegeben, berichtete er. Das frühere Militärgelände ist das zentrale Entwicklungsquartier in Schulzendorf. Außer der HIT will dort auch der Fürstenwalder Projektentwickler Bonava bauen. Circa 130 Eigenheime sind im nördlichen Teil geplant.

Wachstum wird zur Belastungsprobe für Schulzendorf

Bürgermeister Mücke freute sich über den weiteren Schritt der Gemeindeentwicklung, sprach aber auch von einer „zusätzlichen Belastung für die Gemeinde“. Derzeit sind knapp 8200 Menschen in Schulzendorf gemeldet. Schon bald könnten es 10 000 Einwohner sein. „Um den Zuwachs aufzufangen, muss unsere Infrastruktur mitwachsen“, so Mücke. Erst kürzlich eröffnete in der Thälmann-Straße eine neue Kita. „Die zweite Kita und die Schulerweiterung müssen kommen“, mahnte er.

Hundeschule muss Wohnviertel weichen

Die Erschließung des neuen Viertels hat auch eine Kehrseite: Sandra Kühn, die am Rande des Baufelds an der Miersdorfer Straße seit 15 Jahren eine Hundeschule betreibt, muss vermutlich zum Jahresende schließen. Dann läuft ihr Pachtvertrag mit der HIT aus. In den Plänen für das Wohngebiet ist ein Hundeplatz, der streng genommen als Gewerbe gilt, nicht vorgesehen. Bislang erfolglos sucht Kühn ein neues Domizil.

Bis zum Jahresende will die HIT das Gelände erschlossen haben. Die ersten Bewohner sollen schon 2019 einziehen.

Von Josefine Sack