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Dahme-Spreewald Statsitik: Weniger Unternehmen insolvent als 2017
Lokales Dahme-Spreewald Statsitik: Weniger Unternehmen insolvent als 2017
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07:05 22.03.2019
Privat-Insolvenzen: Der Gerichtsvollzieher pfändet, was er an Wertgegenständen vorfindet.
Privat-Insolvenzen: Der Gerichtsvollzieher pfändet, was er an Wertgegenständen vorfindet. Quelle: Stefan Russew/dpa
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Dahme-Spreewald

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Landkreis Dahme-Spreewald ist rückläufig. Sowohl die Anzahl gemeldeter Pleite-Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, als auch die Summe der offenen Forderungen halbierte sich mehr als deutlich: Im Jahr 2018 mussten im Landkreis 26 Unternehmen Insolvenz anmelden.

Offene Forderungen von 11,8 Millionen Euro

Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf knapp 4,6 Millionen Euro. Im Jahr zuvor, in 2017, mussten noch 31 Unternehmen Insolvenz anmelden. Die offenen Forderungen der Gläubiger waren auf dieses Jahr gesehen deutlich höher und bezifferten sich auf rund 11,8 Millionen Euro. Im Jahr 2018 wurden im Land Brandenburg insgesamt 418 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen registriert. Das waren 4,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Rückgang bei Privat-Insolvenzen

Auch bei den Privat-Insolvenzen der Verbraucher gibt es einen Rückgang, wie die neuesten Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg ausweisen. Häufig können Betroffene ihre Kredite nicht mehr bedienen, wenn sie ihren Job verlieren oder zum Beispiel eine Trennung oder ein Umzug teurer werden als gedacht. Viele Briefe und Mahnungen sind die Folge, im schlimmsten Fall rückt der Gerichtsvollzieher an und pfändet das, was er vorfindet.

Geregeltes Verfahren

2018 mussten 141 Privatpersonen im Landkreis Dahme-Spreewald eine Privat-Insolvenz beantragen. Die Forderungen der Gläubiger beziffern sich auf insgesamt 5,4 Millionen Euro. Die Privat-Insolvenz ist ein geregeltes Verfahren, das es Bürgern ermöglicht, innerhalb einer festgesetzten Frist schuldenfrei zu werden. Der Betroffene muss seine Finanzen offen legen und trägt nach seinen Möglichkeiten so viele Schulden ab, wie er kann. Nach Ablauf des Verfahrens wird die Restschuld erlassen. Die Regelzeit des Verfahrens beträgt sechs Jahre. Der Schuldner kann die Frist auf fünf oder drei Jahre verkürzen. Dafür muss er aber mindestens 35 Prozent der Forderungen oder wenigstens die Verfahrenskosten begleichen.

Pro-Kopf-Verschuldung leicht gestiegen

Im Jahr zuvor lag der Wert bei den Privatinsolvenzen noch bei 207 Verbrauchern. Die Forderungen beliefen sich auf einen Wert von sechs Millionen Euro. Für das Land Brandenburg stellten die Statistiker insgesamt eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung fest. Die durchschnittliche Verschuldung je Verbraucher lag mit 34 200 Euro leicht über dem Vorjahreswert von 33 200 Euro.

Von Till Uebelacker