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Lokales Dahme-Spreewald Für den Frieden auf Wanderschaft
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18:55 29.01.2015
Stefan Horvath vor seinem Abmarsch nach Dresden. Quelle: Müller
Königs Wusterhausen

Die grüne Jacke und die bunte Mütze, die roten Socken und die dicken Wanderschuhe machen aus Stefan Horvath eine schrille Figur. Der selbst ernannte Weltfriedenswanderer machte am Mittwoch auf dem Weg nach Dresden Station in Königs Wusterhausen. In Sachsens Hauptstadt will der 56-Jährige mit den Pegida-Leuten reden. Und zwar Klartext.

Horvath ist jetzt schon 30 Jahre zu Fuß für den Weltfrieden unterwegs. „Damals musste ich einfach weg“, sagt der Mann, dessen Dialekt verrät, woher er stammt: Aus Wien nämlich. Dort war er Bauunternehmer, bis er sein Geschäft verkauft hat und sich auf den Weg machte, die Welt zu retten. Überall in Europa lief und lief und lief er. Nach eigenen Angaben sind es inzwischen über 50000 Kilometer, die er für den Frieden gelaufen ist.

Der Weltfriedenswanderer lässt nicht locker

Unterwegs sucht er den Kontakt zu den Menschen, geht in die Zeitungsredaktionen und die Büros der Bürgermeister mit dem Ziel, für sich und sein Anliegen zu werben. Stefan Horvath kann da ein sehr unbequemer Mensch sein, denn auch wenn die Zeit vielleicht gerade knapp ist, lässt er sich nicht so einfach abschütteln. „Was sind Termine, wenn es um Krieg oder Frieden geht, um Tod oder Leben?“, fragt er und bleibt dran.

Klartext mit Pegida

Jetzt will er zu den Pegida-Leuten nach Dresden. „Das kann doch nicht sein, dass hier wieder Menschen aufgrund ihres Glaubens ausgegrenzt werden“, sagt er. „Das hatten wir schon und wie es geendet ist, können wir gerade jetzt nach 70 Jahren in den Medien ausführlich verfolgen“, erinnert er in dem Zusammenhang an das millionenfache Sterben im Holocaust. Wenn man Frieden wolle, dürfe man keine Menschen ausgrenzen, egal ob es Juden, Muslime oder Sinti und Roma seien. „Wir alle sind nur Menschen“, meint Horvath, der schon seit Jahren sieht, wie in Deutschland – seiner Meinung nach vor allem im Osten – der Nationalismus erstarkt. „Was da in Dresden passiert, das ist Nationalismus“, spitzt er seine Aussage zu. Darum geht er da jetzt hin. Zur nächsten Demo will er dort sein und dann auch bis über den 13. Februar bleiben, der Nacht, als 1945 die Stadt dem Erdboden gleich gemacht wurde. „Wenn wir das wieder wollen, brauchen wir hier in Europa nur so weiter machen wie jetzt“, erklärt der Weltfriedenswanderer. Er hat ein mieses Gefühl im Bauch derzeit, was den Frieden hier angeht. Vor allem die kriegerischen Aus einandersetzungen in der Ukraine machen ihm zu schaffen.

Aufgeben will er dennoch nicht. Im Gegenteil. Da dürfe man nicht müde werden, die Hoffnung nicht verlieren. Jetzt erst recht nicht. „Es geht doch wirklich um alles“, sagt er. Deswegen sei ihm kein Weg zu weit. Was sind schon 180 Kilometer gegen 50.000, die auf dem Weg zum Frieden bereits hinter ihm liegen?

Von Andrea Müller

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