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Dahme-Spreewald Steigende Azubi-Zahlen in der Region
Lokales Dahme-Spreewald Steigende Azubi-Zahlen in der Region
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00:40 27.05.2018
Unter anderem mit diesem „Handwerkermobil“ wirbt die Handwerkskammer Cottbus in ihrem Bereich um neue Auszubildende für die Handwerksberufe. Quelle: Handwerkskammer Cottbus
Dahmeland-Fläming

Die Durststrecke scheint überwunden, es gibt wieder mehr Auszubildende in den Handwerksberufen. Die Handwerkskammern melden bereits Rekordzahlen für das laufende Jahr: Seit Mai 2008 haben im Bereich der Handwerkskammer Potsdam, zu der auch der Landkreis Teltow-Fläming gehört, nicht mehr so viele Auszubildende ihre Verträge unterschrieben, wie heute.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2018 waren es dort 299 neue Lehrlinge, das bedeutet ein Plus von rund 14 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Entwicklung in Dahme-Spreewald schon seit mehreren Jahren

Die Handwerkskammer Cottbus, die unter anderem für den Landkreis Dahme-Spreewald zuständig ist, meldete für ihren Bereich zum Stichtag 22. Mai bereits 179 Auszubildende, ein Plus von knapp über zwei Prozent zum vorigen Jahr. Allerdings konnte Cottbus bereits im Jahr 2017 einen Azubi-Zuwachs von knapp zehn Prozent zählen. Die positive Entwicklung hält dort also schon etwas länger an.

„Wir haben seit drei Jahren signifikant steigende Lehrlingszahlen“, sagt Michel Havasi, Sprecher der Handwerkskammer Cottbus. „Es sieht gut aus und das spornt uns natürlich an“, so Havasi weiter.

Große Unterschiede zwischen den Landkreisen

Die regionalen Unterschiede in den Gebieten der Handwerkskammern sind jedoch groß. Teltow-Fläming hinkt im Vergleich mit anderen westbrandenburgischen Landkreisen etwas hinterher.

Während dieses Jahr beispielsweise in Potsdam-Mittelmark oder im Havelland 24- und sogar 55 Prozent mehr Lehrlinge ihre Ausbildungsverträge bereits im Mai unterschrieben haben, erreicht Teltow-Fläming bislang noch nicht den Wert aus dem Vorjahr. Nach vier Monaten gibt es in Teltow-Fläming insgesamt 35 neue Lehrlingsverträge. Im Jahr 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt schon 40.

„Man sollte diese Zahlen nicht überbewerten“, sagt Ines Weitermann, Sprecherin der Handwerkskammer Potsdam. Teltow-Fläming sei aktuell zwar noch ein kleiner Ausreißer nach unten, jedoch könne das Vorjahresniveau am Ende immer noch gut erreicht werden.

Dahme-Spreewald erreicht die Zahlen von 2017 noch nicht

Im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald sieht es ähnlich aus. Während insgesamt im Bereich der Handwerkskammer Cottbus die Zahlen steigen, fehlen in Dahme-Spreewald noch fünf Azubis, um den Wert aus dem Jahr 2017 zu erreichen. Im Gegensatz zu heute hatten damals im Mai bereits 57 Lehrlinge ihre Verträge unterschrieben gehabt.

Eva Gatzky, Abteilungsleiterin Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam sieht die Tendenz bestätigt, dass sich junge Menschen wieder vermehrt für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Sie spricht von einem „Wertewandel bei der jungen Generation“, der sie hoffnungsfroh stimme. Azubis würden heutzutage mitgestalten, kreativ sein und etwas schaffen wollen, worauf sie am Ende des Tages stolz sein können.

Die Handwerksbetriebe hätten laut Gatzky inzwischen erkannt, dass Engagement und eine frühzeitige Vertragsbindung nötig seien, um potenzielle Lehrlinge „bei der Stange zu halten“. Der Ausbildungsmarkt sei schließlich hart umkämpft.

Mehr Wertschätzung für das Handwerk erkannt

Auch Michel Havasi von der Handwerkskammer Cottbus bestätigt, dass das Handwerk in den letzten Jahren wieder mehr wertgeschätzt wird: „Viele Menschen beschweren sich etwa über lange Wartezeiten oder hohe Preise im Handwerk, aber das sind die Folgen des vergangenen Jahrzehnts, die man jetzt noch spürt. Hilfe schafft dabei nur gute Ausbildung und da sind wir auf einem guten Weg.“

Der Bedarf an gut ausgebildeten Handwerkern ist seit Jahren ungebrochen. Selbst bei steigenden Azubizahlen gelingt es den Handwerkskammern nicht, alle freien Ausbildungsplätze zu vergeben. Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2017 waren in den Landkreisen Teltow-Fläming und in Dahme-Spreewald rund 70 Azubi-Stellen unbesetzt. Laut Havasi sei es auch dieses Jahr wieder kaum möglich, alle Lehrlingsstellen zu besetzen.

Diese Berufe werden gesucht

Besonders gesucht werden Kfz-Mechatroniker. Im Kammerbezirk Potsdam gibt es derzeit 97 freie Stellen in diesem Fachgebiet. Im Bezirk Cottbus sind es 32 Lehrstellen. An zweiter und dritter Stelle stehen in beiden Bezirken Elektroniker und Sanitär- Heizung- Klima-Anlagenbauer (SHK) mit 80, beziehungsweise 29 freien Plätzen für Elektroniker und 66, beziehungsweise 19 für SHK-Anlagenbauer. Laut Michel Havasi unterscheiden sich die einzelnen Landkreise der Kammerbezirke in ihrem Bedarf nach Azubis nur marginal. Der Fachkräftemangel herrscht überall gleich.

Insgesamt gibt es im Bereich der Handwerkskammer Potsdam aktuell 699 freie Lehrstellen, im Bereich Cottbus sind es 411. Die meisten Azubi-Verträge starten im August.

Hilfe bei der Lehrstellensuche

Die Handwerkskammern bieten allen Interessierten Hilfe bei der Suche nach freien Lehrstellen an.

Mit der sogenannten „Ausbildungsbörse“ lassen sich auf der Internetseite der Handelskammern (www.hwk-potsdam.de oder www.hwk-cottbus.de) alle Berufe suchen und nach Orten sortieren.

Die Lehrstellensuche funktioniert auch übers Handy. Die App „Lehrstellenradar ist für I-Os und Android kostenlos verfügbar.

Wer direkteren Kontakt bevorzugt, kann sich telefonisch beraten lassen. Die Nummer für Teltow-Fläming lautet: 03 32 07/34 21 1 und für Dahme-Spreewald: 03 55 78/35 14 4.

Berufsberatung unmittelbar vor Ort bietet zusätzlich das Handwerkermobil, das am Dienstag, 5. Juni von 13 bis 17 Uhr am Bahnhofsvorplatz/Storkower Straße in Königs Wusterhausen Halt macht.

Im Handwerkermobil wird nicht nur über Ausbildung beraten, sondern auch direkt Bewerbungen angenommen.

Von Jonas Nayda

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