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Sterntaler Größter Windkanal Deutschlands eröffnet
Lokales Dahme-Spreewald Sterntaler Größter Windkanal Deutschlands eröffnet
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02:15 17.07.2017
Boxweltmeisterin Ramona Kühne schwebt im Windkanal. Ein Fluginstrukteur ist stets an ihrer Seite. Quelle: Oliver Becker
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Schönefeld

15 Meter tief und 5,20 Meter breit ist der größte Windtunnel Deutschlands. Am Freitag wurde der elf Millionen Euro teure Bau Pressevertretern in Waßmannsdorf erstmals vorgeführt, bevor er am Mittwoch kommende Woche für den regulären Publikumsverkehr öffnet. Bauherr ist die Hurricane Factory, die bereits ähnliche Windtunnelanlagen in Tschechien, der Slowakei und Spanien errichtete.

Bereits 5500 Anmeldungen

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5500 Fallschirmsprungbegeisterte haben sich bereits für einen Flug in der Anlage in Waßmannsdorf angemeldet. In dem Windtunnel wird der freie Fall nach einem Sprung aus dem Flugzeug simuliert. Sechs große Ventilatoren sorgen für einen konstanten nach oben gerichteten Luftstrom mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde. Gesteuert wird der Flug mit dem eigenen Körper.

Geschäftsführer Ralf Heine (l.) und Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) zerschneiden das Eröffnungsband. Quelle: oliver becker

Laien wie passionierte Fallschirmspringer können einzeln oder in Gruppen wetterunabhängig in dem Zylinder ihre Flüge absolvieren. Zuvor werden sie von den sechs Instrukteuren eingewiesen. Während des Sprungs ist ein Flugins-trukteur die ganze Zeit mit im Windkanal. Die Preise pro Flug beginnen bei 79 Euro. Geöffnet ist die Anlage von zehn bis 22 Uhr, Freitag und Sonnabend sogar bis 24 Uhr.

Fallschirm ist nicht nötig

„Hier braucht keiner einen Fallschirm“, sagte Ralf Heine, Geschäftsführer der Hurricane Factory Berlin. „Jeder kann alles witterungsunabhängig trainieren, was er im freien Fall machen möchte“, so Heine weiter. Das Angebot richte sich an Erstflieger, die Drei-Minuten-Flüge in Begleitung eines Ins-trukteurs absolvieren. „Da hoffen wir auf viele Touristen aus Berlin“, sagte Heine. Daneben sei der Windtunnel für Sportgruppen attraktiv, die überregional anreisen, stundenweise sich einmieten und Sprungtechniken einstudieren können.

Das Gebäude der Hurricane Factory Berlin in der Waßmannsdorfer Allee von Schönefeld. Quelle: oliver becker

Aber auch für Firmenfeiern stehen auf drei Stockwerken die nötigen Räumlichkeiten mit Catering zur Verfügung. „Sie können fliegen üben und so das Teambuilding trainieren“, sagte Heine. Während ein Fallschirmgruppensprung aus dem Flugzeug mit 60 Sekunden freiem Fall um die 120 Euro koste, zahle man im Windtunnel nur einen Bruchteil davon und habe deutlich mehr Zeit. „Wir wollten bereits im Oktober letzten Jahres eröffnen“, sagte der Geschäftsführer. „Die Behörden kannten solch ein Bauwerk nicht, weshalb wir lange auf Genehmigungen warten mussten. Jetzt muss nur noch die S-Bahn-Station Waßmannsdorf eröffnen“, so Heine.

Bürgermeister: Das wird ein Publikumsmagnet

„Ich bin stolz auf dieses Gebäude und die Leute, die das umgesetzt haben“, sagte Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos). „Ich freue mich, dass wir in Schönefeld so ein Highlight haben. Das wird ein Publikumsmagnet – nicht nur für Schönefeld. Die Leute werden aus ganz Deutschland hierher kommen“, so Haase.

Erstflieger werden vor dem Sprung eingewiesen. Quelle: Oliver Becker

„Das hat nicht jeder, es ist etwas Besonderes“, sagte der Vize-Landrat

„Das war genial. Ich würde wieder springen“, sagte Ramona Kühne, frisch gekürte Box-Weltmeisterin. Sie flog als erste im neuen Windtunnel. „Ich habe eigentlich Flugangst. Doch vielleicht ist der Windkanal genau das richtige Mittel dagegen“, sagte sie. Mit dem Betreuer habe sie sich sicher gefühlt.

Von Oliver Becker