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Dahme-Spreewald Stundenausfall in Wildau sorgt Ärger
Lokales Dahme-Spreewald Stundenausfall in Wildau sorgt Ärger
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18:36 29.08.2013
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Wildau

Vater Frank Seeliger ist darüber ziemlich erbost. Das von Ministerium und Schulamt verursachte Missmanagement an der Wildauer Grundschule gleiche beinahe den kürzlich für Schlagzeilen sorgenden Zuständen am Mainzer Hauptbahnhof, betont er. "Bildungsideale und Intentionen lassen sich in Anbetracht dessen kritisch hinterfragen oder geht es wieder nur ums Geld, dagegen weiß man doch aus berufenem Munde: Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt", schreibt der Vater verärgert. Er verweist darauf, dass die an der Wildauer Schule tätigen einsatzfreudigen und kreativen Pädagogen jetzt gezwungen sind, in den Jahrgangsstufen 4 bis 6 Klassen zusammenzulegen, das Unterricht ausfällt sowie der geplante Computer-Teilungsunterricht in Klasse 4 ersatzlos gestrichen wurde. Auch der Internetführerschein werde in dieser Jahrgangsstufe nicht mehr angeboten, obwohl eine sehr gute IT-Infrastruktur vorhanden sei. Auch die im vergangenen Schuljahr von den Kindern begeistert aufgenommene Förderung der mathematischen Kompetenz mit dem im Netz angebotenen "Zahlenzorro" entfällt. Ersatzlos gestrichen ist für die Mädchen und Jungen die Aktion "Antolin", bei der sie mit Spaß beim Lesen Punkte einheimsen konnten.

Schulleiter Ulrich Fischer ist über dieses "Streichkonzert" keinesfalls glücklich, hat für den Unmut der Eltern vollstes Verständnis. Schließlich wollten sie nur das Beste für ihr Kind. "In den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch ist aber kein Qualitätsverlust zu verzeichnen", betont er. 19fehlende Lehrerstunden seien nicht einfach zu kompensieren. Teilweise unter Tränen hätten sich alle 20 Lehrerinnen bereit erklärt, verkürzt zu arbeiten, damit sie nicht die Schule verlassen müssen. Außerdem sei eine Lehrerin mit 24 Wochenstunden langfristig erkrankt. Hier fallen derzeitig zehn Unterrichtsstunden aus. "14 aber werden, und darauf lege ich wert", so Fischer, "durch freiwillige, unbezahlte Stunden anderer Lehrer vertreten." Die Schüler in der Jahrgangsstufe 6 teilte der Schulleiter jetzt in zwei statt der üblichen drei Klassen auf. Dadurch kann eine Lehrerin in einer zweiten Klasse einspringen. Wie schon in der DDR wird an der Wildauer Grundschule in den Jahrgangsstufen der Unterricht parallel erteilt, so dass die Kinder den aktuellen Wissensstand auch in einer anderen Klasse problemlos aufnehmen können. "Wir versuchen als Team unser Möglichstes, aber zaubern können wir nicht", betont Fischer. Er ist schon froh, dass ihm das Schulamt gerade erst gestern eine Vertretung für 15 Wochenstunden zugestanden hat. Das helfe schon.

Die Eltern wandten sich bereits an das Bildungsministerium, in dem die gekürzten Lehrerstunden unter anderem mit dem Erhalt kleiner Klassen auf dem Lande begründet wurde. Auch im Schulamt in Wünsdorf wurden sie vorstellig. Hier spricht Schulamtsleiter Winfried Otto für Dahme-Spreewald von einer ähnlich hohen Zuweisung an Lehrerstunden wie in den Vorjahren. Allerdings habe man jetzt aufgrund vieler Langzeiterkrankungen eine größere Vertretungsreserve eingerichtet, die man aber von den Vertretungsfonds der Schulen abziehen musste. Eine andere Lösung sieht der Behördenleiter nicht.

Von Franziska Mohr

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