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Dahme-Spreewald Gedenken zu Ehren der Opfer des NS-Euthanasieprogramm
Lokales Dahme-Spreewald Gedenken zu Ehren der Opfer des NS-Euthanasieprogramm
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18:40 09.10.2019
Amtsdirektor Oliver Theel und Bürgermeister Ralf Irmscher (v.l.) am Gedenkstein Quelle: Gerlinde Irmscher
Teupitz

Im Rahmen der bundesweiten „Woche der seelischen Gesundheit“ fand im Asklepios Fachklinikum Teupitz am Mittwoch eine Erinnerungsveranstaltung zu Ehren der Opfer des NS-Eutanasieprogramms – der sogenannten „Aktion T4“ – statt. In Gedenken an die Opfer legten Vertreter der Lobetaler Wohnen gGmbH, des Asklepios Fachklinikums, des Arbeiter-Samariter-Bundes KV Lübben und des Amtes Schenkenländchen an dem 2000 errichteten Gedenkstein Blumen nieder. Im Anschluss gab es eine Informations- und Gesprächsrunde mit Archivar Peter Josef Belli. Thema war „Kommunen und NS-Euthanasie. Zwischenbilanz im Fall Teupitz.“ Er hatte 2012/13 die Dokumente des Teupitzer Stadtarchives zur Überführung in das Kreisarchiv aufgearbeitet und war dabei auf Unterlagen gestoßen, die Aufschluss über die Heil- und Pflegeanstalt Teupitz (ab 1942 Landesanstalt Teupitz) gaben.

Heil- und Pflegeanstalt als Tötungsort belegbar

Die Heil- und Pflegeanstalt Teupitz oder Landesanstalt als Tötungsort ist belegbar durch die Sterbebücher, die zugehörigen Sammelakten und die „Abgangs“-Bücher der Anstalt. Sie lieferte im Nationalsozialismus 1884 der ihr anvertrauten Patienten als vermeintlich lebensunwert dem Tode aus.

Belli sprach in seinem Vortrag über den Stand der Forschung und wies auf Forschungsdefizite hin. Letztere könnten zum Beispiel durch genaue Auswertung der Sterbebücher und der wiederhergestellten Fragmente der Teupitzer Einwohnermeldekartei geklärt werden. Wichtig sei auch eine Erinnerungskultur. Die Asklepios Kliniken GmbH könnte sich als verantwortungsvolles Unternehmen positionieren und Maßstäbe für ein erweitertes Erinnern an einem wichtigen Tatort der „Euthanasie“-Morde setzten.

„Ich finde diese Woche sehr wichtig. Sie ist nicht nur für uns gut, sondern dient auch dazu, die Bevölkerung aufzuklären“, erklärt Harald Linstädt, der seit vielen Jahren an chronischer Demenz leidet. Am Vormittag hatte er sich in Lübben schon den Film „Nebel im August“, der erste Spielfilm zum Thema Euthanasie im „Dritten Reich“ angesehen und war sehr beeindruckt.

Von Gerlinde Irmscher

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