Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Was geschah bei Fontanes zweitem Besuch?
Lokales Dahme-Spreewald Was geschah bei Fontanes zweitem Besuch?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:26 30.06.2019
Die Fontane-Gedenktafel verschwand mit der Friedenseiche, die 2011 gefällt wurde. Quelle: Tybl
Teupitz

Mit der 2011 gefällten „Friedenseiche“ verschwand leider auch die etwa 50 Jahre alte Fontanetafel vom Markt in Zeupitz.

Die Stadtgeschichte der märkischen Kleinstadt erscheint, je länger man sich ihr widmet, wie ein Wollknäul aus dem viele Fäden heraushängen. Alle wecken die Versuchung, an ihnen zu ziehen, um ihren Anfang zu finden und das ganze Knäul zu entwirren.

Kurzbesuch 1862

So steht es auch um die Beziehungen Fontanes zu Teupitz. Als Fontane am 21. Juni 1862 zum ersten Mal nach Teupitz kam, hielt er in seinen Notizen fest: „Ich reiste am Freitagabend um acht hier ab und war um vier Uhr morgens in Teupitz, schlief drei Stunden in einem Bett, in dem wenigstens schon einer geschlafen hatte, fuhr dann über den schönen See, besuchte Schloß und Kirche, zuletzt einen Berg, von dem aus man die ganze Herrschaft Teupitz mit ihren Bergen und Seen überblickt, fuhr um zweieinhalb wieder ab und war um neuneinhalb schon wieder in Berlin“.

Text erschien im gleichen Jahr in einer Zeitung

Über die Erlebnisse, Archivrecherchen und Erkundungen dieser Reise verfasste er einen mehrseitigen Text, veröffentlichte ihn schon im gleichen Jahr in einer Zeitung und nahm ihn später in seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ auf. Mit Genuss und Erkenntnisgewinn lesen wir in dem knapp zehnseitigen Kapitel „Eine Pfingstreise in den Teltow, 2. Teupitz“, was ihn in dem damals fast unbekannten Städtelein fesselte, das seine mittelalterliche Blüte als Residenzstadt der „Schenken von Landsberg“ längst verloren und den Aufschwung als eine „Perle der Mark“ im südlichen Brandenburg noch nicht begonnen hatte.

1874 kam Fontane auf einer Segelyacht

Am 8. Juli 1874 traf Fontane nicht mit der Postkutsche, sondern mit der Segeljacht „Sphinx“ zum zweiten Mal in Teupitz ein. Aber während er die zweitägige Fahrt von Köpenick über die Dahme und die malerische Teupitz-Köriser Wasserstraße in dem Kapitel „Die Wendische Spree. An Bord der Sphinx“ ausführlich beschreibt, folgt über seinen Aufenthalt in der Stadt kein einziger Satz. Das Kapitel endet nach dem Erreichen des Ziels fast abrupt: „Im Angesicht von Teupitz, dunkel und rätselvoll, lag die Sphinx“. Verehrern und Kennern Fontanes wird das schon immer aufgefallen sein und Fragen aufgeworfen haben. Was hat Fontane bei diesem zweiten Aufenthalt in Teupitz gesehen, erlebt und niedergeschrieben? Wie hatte sich die Kleinstadt seit 1862 verändert und wie wurde das von Fontane wahrgenommen? In allen bislang erschienenen Ausgaben der „Wanderungen“ kein Wort.

Neue Forschungen in unveröffentlichten Notizen

Jetzt scheint das Rätsel gelöst zu werden. Zur Eröffnung der informativen Fontane-Ausstellung im Dahmeland-Museum in Königs Wusterhausen, initiiert vom Fontane-Kreis Zeuthen um Barbara Münzer, Christine Runge, Joachim Kleine und anderen, referierte die Philologin und Fontaneforscherin Gabriele Radecke von der Universität Göttingen. Sie informierte darüber, dass viele Tagebücher und Notizen auch von den Reisen Fontanes ins Dahmeland für die bisherigen Ausgaben seiner Werke noch nicht erschlossen werden konnten und gegenwärtig umfängliche und akribische Forschungen laufen, um diese Jahre umfassende Aufgabe endlich zu lösen. Stellt man die Arbeitsweise und Arbeitsintensität Fontanes zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung seiner Wanderungen in Rechnung, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass in seinem noch nicht erschlossenen Nachlass auch Notizen über seinen zweiten Teupitzbesuch entdeckt werden, sodass Teupitz dann nicht mehr nur „dunkel und rätselhaft“ erscheint. Die Bürger der Stadt dürfen gespannt bleiben, was der große Romancier 1874 über ihr Städtchen notiert hat. Vielleicht beginnt er mit dem Satz „Teupitz verlohnt eine Tagreise“, nachdem er 1862 eine „Nachtreise“ empfohlen hatte.

Von Lothar Tyb’l

Die Löscharbeiten im Waldbrandgebiet der Lieberoser Heide ziehen sich weiter hin. Aufgrund der anhaltenden Hitze und ausbleibender Niederschläge ist die Lage weiter angespannt.

29.06.2019

Die Heideseer können am 1. September aus vier Kandidaten ihren neuen Bürgermeister wählen. Ein fünfter Bewerber wurde nicht zur Wahl zugelassen.

29.06.2019

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide ist noch immer nicht gelöscht. 245 Feuerwehrleute sind nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald dort weiterhin im Einsatz.

01.07.2019