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Dahme-Spreewald Initiative will Kampf um Geldautomaten fortsetzen
Lokales Dahme-Spreewald Initiative will Kampf um Geldautomaten fortsetzen
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17:16 19.03.2019
Die Geldautomaten in Teupitz und Märkisch Buchholz wurden im November abgebaut. Quelle: dpa
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Teupitz/Märkisch Buchholz

Eine Initiative aus Teupitz und Märkisch Buchholz will weiter um die Sparkassenautomaten in den Orten kämpfen. Es werde eine neue Unterschriftenliste geben, kündigten die Ex-Bürgermeisterin von Märkisch Buchholz, Bianca Luban, und die Vize-Bürgermeisterin von Märkisch Buchholz, Maria Liegener, an. Die Liste soll ab Ende März in Geschäften im Schenkenländchen ausliegen. Vier Wochen lang sollen sich Bürger eintragen können.

Die Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) hatte die beiden Automaten im November abgebaut. Begründung: Sie seien nur zu zehn bis 20 Prozent ausgelastet. Das sei unrentabel.

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Sparkasse argumentiert rein wirtschaftlich

Daraufhin sammelten die Teupitzer 529 Unterschriften für den Erhalt und übergaben sie an die Sparkasse. Einen zählbaren Erfolg brachte es aber nicht. „Im Antwortbrief wurden lediglich wirtschaftliche Gründe für den Abbau angeführt“, sagt der Vize-Bürgermeister von Teupitz, Bernd-Axel Lindenlaub.

Die MBS verweist außerdem darauf, dass Geld auch an der Kasse des örtlichen Netto-Marktes abgehoben werden kann. Zudem werde Märkisch Buchholz vom Sparkassenbus angesteuert. Das ist vielen Einwohnern aber zu wenig. „Es geht vor allem um die Älteren. Wenn die ihren Kontostand überprüfen wollen, können sie das im Supermarkt nicht“, sagt Anita Urspruch, die die erste Unterschriftensammlung initiiert hatte.

Einsparungen bei Vorstandsgehältern gefordert

Bianca Luban und Maria Liegener kritisieren daher die rein wirtschaftliche Betrachtungsweise der MBS. „Sollten nicht die stärkeren Automaten die schwächeren mittragen?“, fragen sie in einem öffentlichen Schreiben. Schließlich gebe es eine Versorgungspflicht.

Sie fordern zudem, dass die MBS ihre Vorstandsgehälter offen legt, damit nachprüfbar sei, ob diese auch in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einfließen. Es sollten „alle Einsparmöglichkeiten aufs Tableau genommen werden, nicht nur diejenigen zulasten der Kunden.“

27 Millionen Euro Gewinn

MBS-Sprecherin Daniela Toppel verweist auf den Bundesanzeiger, in dem die Vorstandsgehälter veröffentlicht werden. Zwischen 2011 und 2015 erhielt der vierköpfige Vorstand demnach pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro, 2016 und 2017 waren es knapp 1,8 Millionen Euro.

Die Sparkasse erwirtschaftet jährlich einen Überschuss von knapp 27 Millionen Euro, von dem ein Großteil gemeinnützigen Zwecken zugute kommt. Landrat Stephan Loge (SPD) hatte vorgeschlagen, vom Gewinnanteil des LDS die beiden Automaten zu bezahlen. Das sei aber ausgeschlossen, sagt Daniela Toppel. „Eine Verquickung ist rechtlich nicht möglich.“

Der Teupitzer Bürgermeister Dirk Schierhorn gibt sich, was die Automaten angeht, keinen großen Illusionen mehr hin. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ich habe keine mehr“, sagt er.

Von Oliver Fischer