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Dahme-Spreewald Toskanahöfe in einem Töpchiner Garten
Lokales Dahme-Spreewald Toskanahöfe in einem Töpchiner Garten
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14:15 22.07.2013
Um zu zeigen, mit welchen Strichen und Tupfen dem Original nahezukommen ist, greift der Meister auch schon mal selbst zum Pinsel. Uta Müller (r.) ist Lutz Przadka für die Hilfe dankbar. Quelle: Klaus Bischoff
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Töpchin

„Hätte ich doch nur den Himmel nicht so tief angesetzt“, ärgert sich eine Malerin Samstag in Lutz Przadkas Töpchiner Künstlergarten. „Nun fehlt mir unten Raum.“ Das gleicht sich aus, beruhigt sie ihre Nachbarin: „Alles wird gut.“ In einem sommerlich grünen Garten hinter einem von Blumen und Gräsern umstandenen Teich sind elf Damen mit Strohhüten als Sonnenschutz auf den Köpfen still und konzentriert bei der Arbeit. Ihr gemeinsames Ziel ist es, ein vorgegebenes landschaftliches Stillleben – den „Toskanahof“ aus der Hand des Hausherren –, bis zum Abend in kleinerem Format auf ihre Leinwände zu bannen. Mit dem zwölften Hut auf dem Kopf gibt ihnen Przadka dabei nach Kräften Hilfestellung.

„Bei den Bäumen die Farbe richtig hochziehen“, rät er und lässt seinen Arm dazu mit tupfenden Bewegungen Höhe gewinnen. „Was ihr in den Himmel hineinsetzt, ist drin“, warnt er. „Wegnehmen geht nicht mehr.“ Schritt für Schritt führt der Künstler seine Eleven durchs Bild. „Damit übernehme ich eine Erfolgsgarantie“, sagt er. „Ich gebe meine Kenntnisse gern weiter, halte nichts geheim.“ Schnell läuft er wieder an einen der Maltische, denn es drängt ihn, ein paar Hinweise loszuwerden. „Nehmt einen struppigen Pinsel und dann Preußisch Blau und Grün.“ Denn der Farbton an den Dachkanten des Hauses muss dunkel werden. Die rechte Pinie dagegen – die darf etwas heller ausfallen.
 Ob nun alle elf Toskanahöfe das Original erreichen? Nicht jeder Malschülerin wird es gelingen, die Reflexionen unter dem Hausdach oder das gleißende Licht auf der Mauer wiederzugeben. Das muss auch nicht sein. Es treffen sich Können, Intuition und Zufall. Nicht zur Jagd nach Perfektion ist geblasen, ein Resultat aus eigenem Pinselstrich befriedigt vollauf.

„Sieht gar nicht so schlecht aus, Uta“, verteilt der Meister ein sparsames Lob. „Ich male immer nur so, wie Du es willst“, greift die Angesprochene den ironischen Ton auf. „Richtig so“, bestätigt sie der Chef, „und auch weiterhin keine Eigenmächtigkeiten bitte.“ Das vertrauliche Du und die freundlichen Sticheleien erleichtern das bildnerische Schaffen und kommen gut an. Lutz Przadka gefällt sich darin. Gern übernimmt er die Rolle des Entertainers. „Das Wichtigste ist doch, dass alle Spaß und einen guten Tag haben“, stellt er fest. In einer von Kommerz und Hektik geprägten Gegenwart sei sein Töpchiner Freiluftmalen nicht zuletzt Therapie. „Alltagssorgen bleiben vor der Gartentür“, meint er. „Deswegen muss das Motiv zwar einen gewissen Anspruch haben, darf aber nicht so schwierig sein, dass wir nur im Schweinsgalopp durchkommen.“
 

Przadkas so definiertes malerisches Wohlfühlpaket ist pro Tag für 60 Euro zu buchen – Verpflegung inklusive. „Heute gibt es Setzei mit Quetschkartoffeln und Blechkuchen“, kündigt er zur Steigerung der Motivation an.
 Warum hat kein einziger Mann den Weg an die kleinen Staffeleien im Freien gefunden? „Weil der Mann immer Sieger sein muss“, psychologisiert Przadka. Wer nicht mit dem Triumphgefühl des Besten vom Platz gehe, käme nie wieder. „Männer sind die Problemkinder des 21. Jahrhunderts“, stellt er seinen Geschlechtsgenossen als Zeugnis aus. „Frauen haben diesen Ehrgeiz nicht. Sie können sich auch mit anderen freuen.“
„Ohne Lutz geht es nicht“, bekennt Uta Müller aus Töpchin. „Ich habe einen Schock gekriegt, als ich die heutige Vorlage sah. Jeder Strich ist zu sehen.“ Mit Lutz Przadkas Hilfe klappt es dann besser, als sie denkt. Auch bei Ines Birkner aus Bestensee. „Ganz unabhängig von dem Ergebnis“, betont sie, „fühle ich mich unheimlich gut“.

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