Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Werbung als "Vorgarten Berlins"
Lokales Dahme-Spreewald Werbung als "Vorgarten Berlins"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 01.02.2015
Wolfgang Starke (3. v. l.), Wirtschaftsdezernent des Landkreises, moderierte die Podiumsdiskussion.
Wolfgang Starke (3. v. l.), Wirtschaftsdezernent des Landkreises, moderierte die Podiumsdiskussion. Quelle: Uta Schmidt
Anzeige
Wildau

Mit 950 000 Übernachtungen und zehn Millionen Tagestouristen pro Jahr ist das Dahme-Seenland bei Besuchern sehr beliebt. Noch vor zehn Jahren waren diese Zahlen halb so hoch. Beim ersten Tourismustag der Region Dahme-Seenland in Wildau diskutierten am Mittwoch rund 120 Akteure aus der Fremdenverkehrsbranche, Vertreter von Vereinen und Kommunalpolitiker darüber, wie der touristische Aufwärtstrend im Reisegebiet in Zukunft fortgeführt werden und zur Stärkung der Wirtschaftskraft im Landkreis Dahme-Spreewald beitragen kann. „Wir müssen lernen, stolz zu sagen: Ist das schön hier“, sagte Dieter Hütte, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg, in seinem Eröffnungsvortag. Es ginge beim Marketing immer mehr darum, die Stärken Brandenburgs hervorzuheben – auch auf den unterschiedlichen Internetseiten. „Unsere Vorzüge liegen in der Entschleunigung. Wir sind für Gäste interessant, die herunterkommen wollen“, sagte der Landestourismuschef. Deshalb arbeite sein Unternehmen an einer neuen Marketingstrategie mit den Schlagworten; natürlich, kultiviert, beruhigend.

Seen, Flüsse, Kanäle

Über 70 Seen, Flüsse und Kanäle machen das Dahme-Seenland zu einer der schönsten Reiseregion in Brandenburg. Der Stellenwert der Tourismusbranche wird durch das Landkreis-Ranking 2014 des Magazins „Focus Money“ bestimmt. Demnach ist der Landkreis der zweitbeste in den neuen Bundesländern und in Brandenburg.

Ein großer Wirtschaftsfaktor ist der Fahrradtourismus. Mit ihm werden im Jahr 850 Millionen Euro in Brandenburg erwirtschaftet. Das sind 25 Prozent des Gesamtvolumens.

Brandenburg ist eine Naturbühne

Dazu sollen neue Erlebniswelten rund ums Wasser oder Radfahren geschaffen werden, in denen Tourismus-Akteure ihre persönlichen Geschichten erzählen und Angebote vorstellen. Dieses Jahr wird etwa die Kampagne „Tief durchatmen“ gestartet, die für das Erleben von Flusslandschaften in Brandenburg – auch an der Dahme – werben soll. „Wir wollen aber kein Dschungelcamp aus Brandenburg machen“, sagte Hütte. Brandenburg sei eine Naturbühne, die eine Menge zu bieten hat. Er riet den Zuhörern im Dahme-Seenland nicht mit dem Motto „Land zwischen Berlin und dem Spreewald zu werben“, sondern sich besser als „Vorgarten der Berliner“ darzustellen.

Experte sagt positive Entwicklung beim Tourismus vorher

Anders drückte es Tourismusfachmann Mathias Feige, Geschäftsführer der DIWF-Consulting, aus. Feige hat vor zwei Jahren im Auftrag von sechs Gemeinden das Strategiekonzept „Masterplan für die Tourismusentwicklung im Umfeld des BER“ erarbeitet und die Chancen der Reiseregion im Norden des Landkreises ausgelotet. Er unterstrich am Mittwoch die Vorzüge des „Übergangsbereichs zwischen Berlin und seines tollen Umlands. Dieses Übergangsgebiet hat einen eigenen Wert“. Er legte dar, dass sich der Tourismus im Dahmeland auch unabhängig von der Eröffnung des Flughafens BER überaus positiv entwickeln werde. Seit 2009 haben die Umsätze in der Branche um 14 Prozent zugelegt. Die Kommunen Eichwalde, Zeuthen, Wildau, Königs Wusterhausen, Bestensee und Mittenwalde verzeichneten 2013 sechs Millionen Euro Steuereinnahmen aus dem Tourismus. „Und das, ohne dass die Gemeinden strategisch etwas dafür getan haben“, so Feige.

Er sieht neben den klassischen Tourismusangeboten mit Wasserwanderplätzen, gut erschlossenen und ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen sowie dem Ausbau von Bahnhöfen als freundliche Empfangsorte vor allem ein großes Potenzial im Tagungstourismus. „Wenn der BER eröffnet, kommt eine Welle auf sie zu, die gesteuert werden muss“, sagte er voraus. Er riet zu einer speziellen Projektstelle unter dem Dach des Tourismusverbandes und empfahl den Kommunen, dafür Geld und Personal bereitzustellen.

Vorbild Oranienburg

Damit haben einige Kommunen in Brandenburg gute Erfahrungen gemacht. „Wir finanzieren unsere Tourismusgesellschaft mit 1,4 Millionen Euro pro Jahr aus dem Stadtbudget“, erklärte Frank Oltersdorf, Vizebürgermeister von Oranienburg. So habe die Stadt mit eigenem Hafen und dem bekannten Schloss einen kontinuierlichen Aufschwung als Tourismusort verzeichnen können. Eine Schilderung, die in der anschließenden Diskussion viel Beachtung fand. Die Teilnehmer kritisierten die Defizite der Infrastruktur bei Straßen und Wegen im hiesigen Reisegebiet. „Wir kämpfen seit Jahren um den Ausbau der Landestraße 401. Auch beim Ausbau des S-Bahnhofs wurden wir auf 2018 vertröstet“, so Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger.

Von Uta Schmidt

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite.  Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan der MAZ bei Facebook!

Polizei Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 29. Januar - Fahrradbesitzer gesucht
29.01.2015
Dahme-Spreewald Stadtparlament Königs Wusterhausen lehnt Mitarbeit der AfD-Fraktion ab - AfD in Fach-Ausschüssen nicht gewünscht
29.01.2015
Dahme-Spreewald Zeuthen und Eichwalde arbeiten mit Bahn zusammen und hoffen auf Rampe - Hoffnung auf zügigen Bahnhofsumbau
31.01.2015