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Dahme-Spreewald So haben die MAZ-Leser die Tropenwelt erlebt
Lokales Dahme-Spreewald So haben die MAZ-Leser die Tropenwelt erlebt
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00:21 19.06.2019
17 MAZ-Leser konnten hinter die Kulissen des Tropical Islands schauen. Sie wurden von Unternehmenssprecherin Katja Benke herumgeführt. Quelle: Oliver Fischer
Brand

Den beeindruckendsten Moment der Führung hatte sich Katja Benke für den Schluss aufgehoben. Die Sprecherin des Tropical Islands stand mitten im „Regenwald“, einem künstlichen Biotop aus tausenden Pflanzen im Zentrum in der Tropenhalle. Sie war umgeben von Palmen, hinter ihr ragte eine meterhohe Bananenstaude aus dem Dickicht. Die Schreie der Aras kamen zwar nur aus Lautsprechern, aber angesichts der echten Flamingos, Schildkröten, Schmetterlinge und Fasane, die die kleine Gruppe vorher passiert hatte, klangen sie trotzdem überzeugend echt.

In dieser Kulisse also zog Benke ein Foto hervor. Es zeigte eine Innenansicht des Tropical Islands aus den Anfangstagen – ein wahrlich trostloser Anblick. Zwei einzelne Palmen standen da auf blankem Beton. Rings um: bloße Leere. Das Tropical Islands sei nun mal einmalig auf der Welt, sagte Katja Benke. Weshalb man anfangs auch viele Fehler machte, weil leider niemand wusste, wie man ein solches Projekt richtig aufzieht.

Rund zwei Stunden dauerte die Führung. Die Tour in Bildern.

Zweistündige Tour durch die Halle

Ihre Zuhörer bei dieser Tour durch den Tropendom waren allesamt MAZ-Leser. 17 von ihnen hatten über die MAZ-Entdeckertour die Chance bekommen, sich zwei Stunden lang durch die Halle führen zu lassen und dabei Hintergründe zu erfahren, in die normale Gäste kaum Einblick haben.

Ganz unbekannt war das Areal natürlich keinem. Einige der Teilnehmer hatten die Entwicklung sogar von Beginn an aufmerksam verfolgt. Die Bestenseerin Ingrid Sprunck etwa hatte die Halle schon besichtigt, als sie noch den Luftschiffbauern von Cargolifter gehörte. Burckhard und Monika Strzelecki aus Schöneiche kommen mit ihren Enkelkindern immer wieder. Und Kurt Jeske aus Münchehofe hat sogar im Tropenpark gearbeitet. Er gehörte seit den Anfangstagen zur Werksfeuerwehr und kennt deshalb, wie er sagt, jeden Stein in der Halle.

50 000 Pflanzen stehen heute im Dom. Quelle: Oliver Fischer

50.000 Pflanzen unter der Kupp

Er nickte deshalb auch nur wissend, als Katja Benke das Bild mit den Palmen erklärte und dabei über die anfänglichen Probleme mit dem Regenwald erzählte. „Es kam zu wenig Licht durch die Außenhülle, deshalb sind fast alle Pflanzen eingegangen“, sagte sie. Erst nach einem knappen Jahr habe man das Problem mit einer UV-durchlässigen Spezialfolie auf der Südseite des Doms in den Griff bekommen. Seither wird der Freizeitpark immer grüner: Rund 50.000 Pflanzen gebe es heute unter riesigen Kuppel, 16 Gärtner braucht es, um sie zu wässern und zu pflegen. Aber der Aufwand lohnt sich. Die Pflanzen tragen ihren Teil dazu bei, dass das Tropical Islands heute einer der größten Touristenmagneten Brandenburgs ist.

Auf viele andere wichtige Faktoren war Katja Benke vorher schon eingegangen. Erst ging es um die erste Umbauphase, als die Bauarbeiter in der Halle noch froren. Dann um die Bauwerke im so genannten Tropendorf. Das Bali-Tor etwa, das Borneo-Langhaus oder das Thai-Haus, die zwar Teil einer Kulisse sind, aber trotzdem alle möglichst originalgetreu von Handwerkern aus den jeweiligen Ländern gebaut wurden.

Eines der typischen Tropen-Gebäude. Quelle: Oliver Fischer

364 Tage im Jahr geöffnet

Dann kam sie auf die Attraktionen zu sprechen, die Wasserbecken und die Rutschtürme, die immer wieder bei laufendem Betrieb erweitert oder umgebaut werden mussten. „Die Besucher erwarten von uns, dass es regelmäßig etwas Neues gibt. Das ist die Herausforderung, vor der die gesamte Tourismusbranche steht“, sagte Katja Benke. Aber da das Tropical Islands 364 Tage im Jahr geöffnet hat, und das auch noch rund um die Uhr, gestalte sich die bauliche Entwicklung dort noch schwieriger.

Eine Ausnahme habe es allerdings gegeben. Ende 2006 wurde der Tropenpark für zwei Monate geschlossen. Damals wurde unter anderem der Betonfußboden der früheren Werfthalle durch einen deutlich angenehmeren Steinfußboden ersetzt. Gleichzeitig wurden Gebäude aufgebaut und der erste Rutschenturm in die Halle gestellt. Und es kam ein großes Kinderareal hinzu.

Ronny Rudolph schlüpft täglich ins Piratenkostüm

Dort arbeitet Ronny Rudolph, der sich für ein kurzes Gespräch zu den MAZ-Lesern gesellte. Er arbeitet von Beginn an im Freizeitpark. Angefangen habe er in der Küche, erzählte er. Mit dem Bau der Kinderbetreuung wechselte er aber in die Animation. Seither wirft er sich täglich in ein Piratenkostüm und geht mit bis zu 60 Kindern auf Schatzsuche. „Ich bin jetzt Pirat auf Lebenszeit, das ist doch cool“, sagt er. Vielleicht mit einer Einschränkung: Die Temperatur in der Halle liegt bei mindestens 26 Grad, die Luftfeuchtigkeit bei rund 50 Prozent. Jeder der dort arbeitet, kommt irgendwann ins Schwitzen.

Von Beginn an dabei: Pirat Ronny Rudolph (l.) Quelle: Oliver Fischer

Den MAZ-Lesern spendierte Katja Benke deshalb zwischendurch Cocktails und beschränkte die Zahlen und Fakten zur Halle auf das Wesentliche. 200 Reinigungskräfte arbeiten in der Halle. Strom, Wärme und Energie kommen alle aus dem hauseigenen Blockheizkraftwerk, das – bei allen Sparbemühungen, schon ziemlich viel Energie erzeugen muss. 107 Meter ist der Dom hoch, 360 Meter misst er in der Länge. Den Eiffelturm würde man reinlegen können. „Nur ein Fuß würde oben rausschauen“, so Benke.

Applaus für Katja Benke

Von den Lesern bekam sie nach der Führung Applaus. „Einfach toll und super interessant“, fasste Uwe Jaensch, der mit seiner Frau aus Storkow angereist war, seine Eindrücke zusammen. Und auch Kurt Draeger zollte der Sprecherin Respekt. Er habe nichts zu korrigieren gehabt, sagt er. Ein großes Lob von jemandem, der die Geschichte des Parks selbst mitgeprägt hat.

Die ganzen Zahlen, Fakten und Fotos waren freilich nur graue Theorie. Nachdem sich Katja Benke verabschiedet hatte, begann für die Leser der praktische Teil. Sie durften die Badeklamotten anziehen. Und abtauchen.

Von Oliver Fischer

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