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Dahme-Spreewald Umstrittene Gasbohrlöcher werden geschlossen
Lokales Dahme-Spreewald Umstrittene Gasbohrlöcher werden geschlossen
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06:58 10.08.2019
Die drei Erdgassonden – hier zu sehen MB 1 bei Märkisch Buchholz – sollen ab September verschlossen werden. Quelle: Karen Grunow
Märkisch Buchholz/Münchehofe

„Ich gehe davon aus, dass mit den Schließungen der Bohrlöcher die Sache erledigt ist“, sagt der ehrenamtliche Märkisch Buchholzer Bürgermeister Arno Winklmann (Heimatverein) zu der Ankündigung, dass die drei Erdgassonden bei Märkisch Buchholz und Münchehofe nun verfüllt und verschlossen werden sollen. Das Unternehmen Neptune Energy, das die Bergbaurechte innehat, will voraussichtlich ab September die Maßnahmen durchführen.

Gemeinden mussten Stellungnahmen abgeben

„Erstmal ist es wirklich positiv“, findet der ehrenamtliche Münchehofer Bürgermeister Ralf Irmscher (parteilos). „Wobei das ja nicht bedeutet, dass das Gasfeld nicht doch irgendwann angetastet wird“, sagt er aber auch. Während der Ferienzeit waren beide Gemeinden als Träger öffentlicher Belange durch das brandenburgische Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe aufgefordert worden, Stellungnahmen abzugeben zur geplanten Schließung der Bohrungen. Anfang August legten beide diese der Behörde vor. Seitdem, so Irmscher, habe man von dort nichts mehr vernommen.

Rückbau alter Bohrschlammgruben gefordert

„Es gibt natürlich 1000 Details“, merkt er an. Was für eine Art Beton wird beim Verfüllen verwendet, wie groß und wie dick werde die abschließenden Betonplatten, werden die Naturschutzauflagen umfassend beachtet – denn die Bohrlöcher befinden sich im Naturschutzgebiet. Die Märkisch Buchholzer, berichtet Arno Winkl­mann, haben in ihrem Forderungskatalog unter anderem auf den Lärmschutz verwiesen und den Rückbau der alten Bohrschlammgruben eingefordert. Winklmanns Einschätzung, dass nach den Arbeiten das Gasfeld wohl nicht mehr beachtet werde, stützt sich auf frühere Untersuchungen zu den Gas-Bestandteilen. Auch von Neptune Energy heißt es nun dazu: „Grund dafür ist die Zusammensetzung des seinerzeit aufgefundenen Erdgases, insbesondere der hohe Anteil an Stickstoff, der eine wirtschaftliche Nutzung immer erschwerte.“

Bohrungen existieren seit mehr als 30 Jahren

Bereits 1986 waren mehrere Gassonden angelegt worden in der Region, die Bohrungen gehen mehr als 2000 Meter in die Tiefe. Direkt nach der Wende erwarb das Unternehmen Gaz de France Suez, das später zu Engie firmierte und dann vor knapp zwei Jahren von Neptune Energy aufgekauft wurde, die Bergbaurechte. Seitdem Gaz de France beziehungsweise dann Engie angekündigt hatte, Gas fördern und verarbeiten zu wollen, gab es Proteste dagegen. Vor allem durch die Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“, in der auch Ralf Irmscher stark engagiert war.

Bei den damaligen Märkisch Buchholzer Stadtverordneten gab es mehrheitlich Zustimmung zu den Engie-Plänen. Befürworter und Gegner lieferten sich über Jahre erbitterte Auseinandersetzungen. In Erinnerung daran ist es Bürgermeister Winklmann deshalb nun wichtig, „dass keine alten Wunden aufgerissen werden, sondern man auf der Sachebene bleiben kann“.

An jeder Sonde dauern die Arbeiten rund sechs Wochen

Laut Ankündigung durch Neptune Energy sollen die Verfüllungsmaßnahmen zunächst an der Sonde MB 2, die sich im Gebiet Münchehofes befindet, beginnen. Die Bohrungen sollen nacheinander geschlossen werden. „Für die Arbeiten nutzen die Experten eine rund 50 Meter hohe Winde“, kündigt Neptune-Energy-Sprecher Stefan Brieske an. Etwa sechs Wochen lang werde die Winde pro Bohrloch im Einsatz sein. „Bei bestimmten Arbeitsschritten werden später auch Nachtarbeiten erforderlich sein“, heißt es aus dem Unternehmen. Zunächst werde der ehemalige Förderstrang ausgebaut und dann das Bohrloch mit mechanischen Abdichtungen und Tiefbohrzement entsprechend der gültigen gesetzlichen Bestimmungen verschlossen, wird erläutert.

Bis dann auch die Betriebsplätze und Zufahrtsstraßen endgültig zurückgebaut werden können, sollen die verfüllten Bohrlöcher regelmäßig kontrolliert werden. „Bei den Arbeiten handelt es sich um routinemäßige Rückbauarbeiten zur finalen Stilllegung der Anlagen und nicht um Arbeiten, die der erneuten Förderung von Erdgas dienen“, erklärt der Unternehmenssprecher.

Von Karen Grunow

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