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Dahme-Spreewald Unmut über Taxifahrer in Zeuthen
Lokales Dahme-Spreewald Unmut über Taxifahrer in Zeuthen
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18:55 29.08.2013
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Zeuthen

Für Octavia Wolle waren es schöne Augustferien in Zeuthen. Dennoch kam die Berlinerin verärgert aus dem Urlaub zurück. „Ich war wirklich entsetzt und fassungslos“, klagt sie. Der Grund ihres Unmuts: Ein Taxifahrer hat sie stehen lassen, Octavia Wolle nennt den Unbekannten ironisch „Stern der Service-Gesellschaft“. So steht es in einer E-Mail an die Kreisverwaltung Dahme-Spreewald. Das „unverschämte Verhalten“, schreibt die Touristin, „färbt letztlich doch auf den Eindruck ab, den Königs Wusterhausen bei einem Gast der Region hinterlässt.“

Was war passiert? Am Freitag, 16. August, möchte Octavia Wolle mit ihrer Tochter und zwei Enkeltöchtern von der Badestelle an der Tschaikowskistraße zum Zeuthener S-Bahnhof. Die drei Kilometer sind zu viel für einen Fußmarsch. Das liegt nicht allein am schweren Gepäck. Octavia Wolle trägt Gips am Bein und muss sich auf Krücken stützen. Sie wählt verschiedene Taxi-Nummern, lange vergeblich. Bis sie kurz vor halb fünf einen Fahrer in der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen erreicht, ein von Beginn an unfreundlicher Chauffeur. Sie schildert ihr Anliegen. Am anderen Ende heißt es: „Da zahlen Sie ja für die Anfahrt mehr als für die Strecke.“ In Ordnung, sagt die Touristin, doch als sie nachschieben will, sie sei gehbehindert, hat der unwillige Fahrer bereits aufgelegt.

Nachprüfen lässt sich der Vorfall nicht. Octavia Wolle kennt weder den Namen noch die Ordnungsnummer des launigen Dienstleistungsverweigeres. Michael Firyn, Vorsitzender der Taxi-Union Königs Wusterhausen, hält es durchaus für möglich, dass sich die Geschichte so zugetragen hat. „Es gibt immer Kollegen, die weniger lukrative Fahrten abwimmeln“, sagt er. Viele denken sich: „Die Geschäfte laufen schlecht. Wenn ich schon mal dran bin, will ich eine vernünftige Tour.“ Falsch, sagt Firyn. „Wenn wir unsere Kunden so behandeln, fahren sie gar nicht mehr Taxi.“ Firyn will aufräumen. Saubere Taxis, freundliche Fahrer müssten selbstverständlich sein. Wer seinen Kunden nicht entgegenläuft, die Koffer abnimmt und den Dienstleister gibt, verhalte sich „geschäftsschädigend“.

Übrigens: Mit der Antwort der Kreisverwaltung können sich weder Touristin Wolle noch Taxi-Vertreter Firyn zufrieden geben: Der Vorfall sei zu bedauern, das Verhalten nicht hinnehmbar. Deshalb gilt für die Taxifahrer fortan die Anordnung, sich stets mit Name und Ordnungsnummer zu melden. Firyn fragt sich, wie das kontrolliert werden soll. „Die Behörden müssen mehr Druck machen.“ Wenn es sein muss, fordert Firyn, mit versteckten Kontrollen.

Von Bastian Pauly

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