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Dahme-Spreewald Viele BER-Anrainer warten beim Schallschutz noch ab
Lokales Dahme-Spreewald Viele BER-Anrainer warten beim Schallschutz noch ab
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06:22 23.01.2020
Zum Schutz vor dem Lärm startender und landender Flieger gibt es für Flughafenanwohner verschiedene Maßnahmen. Bisher haben viele diese aber noch nicht abgerufen. Quelle: Foto: Nadine Pensold
Schönefeld

Rund 26.000 Häuser und Wohnungen liegen im Schutzbereich des künftigen Hauptstadtflughafens und können so Maßnahmen im Rahmen des Schallschutzprogramms bei der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) beantragen. 22.000 Anrainer haben das bereits getan.

Schaut man sich allerdings an, wie es mit dem tatsächlichen Einbau von Schallschutzfenstern aussieht, sind die Zahlen ernüchternd. „Weniger als 30 Prozent der Antragsteller haben bisher Maßnahmen umgesetzt. Das ist zu wenig“, sagt Ralf Wagner, Leiter des Schallschutzprogramms. Ende 2019 waren insgesamt 6.782 Maßnahmen im Tagschutzgebiet komplett umgesetzt, 1.101 Maßnahmen teilweise. Beim Nachtschutz wurden lediglich 1.702 Maßnahmen komplett, 545 teilweise realisiert. „Zufrieden bin ich damit nicht. Aber ob und wann die Antragsteller umsetzen, ist nicht unsere Entscheidung“, sagt Ralf Wagner.

Mehr als 40 Infoveranstaltungen zum Schallschutzprogramm

Seit 2014 hat die FBB 38 Infoveranstaltungen in den umliegenden Gemeinden sowie im Dialogforum angeboten, 2016 kam ein jährlicher Schallschutztag hinzu. In beiden Formaten wurde über das Schallschutzprogramm informiert und auch Kontaktmöglichkeiten zu Baufirmen geschaffen, berichtet Ralf Wagner. Über die Jahre habe man so 1.600 Anwohner über Schallschutztage und mehr als 2.500 über die Infoveranstaltungen erreicht. Im Frühsommer soll es einen weiteren Schallschutztag geben.

Zahlen und Infos zum Schallschutzprogramm

Ende 2019lagen der FBB Anträge auf Schallschutz für 21.896 Wohneinheiten vor, davon waren 20.518 abgearbeitet. Das entspricht einer Quote von 94 Prozent, wie aus dem aktuellen Lärmschutz-Monatsbericht hervorgeht.

Zu den rund 26.000 Wohneinheiten, die sich im Schutzgebiet des Hauptstadtflughafens befinden, zählen neben Privathaushalten auch rund 50 besonders schutzwürdige Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenheime, Kirchen und Krankenhäuser. 49 davon haben bereits einen Antrag zum Schallschutz bei der FBB gestellt, bis auf fünf Objekte sind die Anträge abgearbeitet.

Rund 10.000 Objektehaben Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung für den Außenbereich.

Die Flughafengesellschaft bietet ein Schallschutztelefonzur Beratung und Vereinbarung von Gesprächen zum Thema Lärmschutz. Erreichbar ist es Montag

bis Donnerstag von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.20 bis 16 Uhr unter 030/6 09 17 35 00 und 030/6 09 17 34 99.

Ein weiteres Angebot stammt von der Schallschutzberatung der Landkreise, die sich im Bürgerberatungszentrum im Haus des Dialogforums in Schönfeld befindet. Allein im vergangenen Jahr haben rund 1.500 Flughafenanwohner die Schallschutzberatung in Anspruch genommen. Seit dem Frühsommer 2019 haben diese Termine leicht zugenommen, sagt Schallschutzberaterin Nicole Brettschneider. „Es sind deutlich mehr Bürger, die seit Jahren eine Anspruchsermittlung für bauliche Umsetzung (ASE-B) haben, die sich jetzt der Sache annehmen.“

Viele haben bereits 2014 ihre Unterlagen erhalten. Während jene, die Anspruch auf finanzielle Entschädigung diese oftmals schnell abgerufen haben, haben diejenigen mit Anspruch auf baulichen Schallschutz oft abgewartet. Der nahende Eröffnungstermin führt dazu, dass die Beratungsnachfrage nun steigt. „Viele gucken sich oft das erste Mal zusammen mit uns die Unterlagen an“, berichtet die Mitarbeiterin des Landkreises Teltow-Fläming. Mit den Anwohnern werden dann die Bescheide auf Richtigkeit geprüft. „Und die Beratung ist inhaltlich nicht einfacher geworden“, erklärt Nicole Brettschneider, denn seit 2014 gab es beispielsweise neue Urteile zu Wohnküchen und Raumhöhen bezüglich des Anspruchs auf Schallschutzmaßnahmen.

Nachfrage nach Schallschutzberatung steigt

In den Monaten vor der BER-Eröffnung rechnet Nicole Brettschneider mit einer erhöhten Nachfrage nach Beratungen. „Nach der Eröffnung werden wir bestimmt auch vermehrt Anfragen aus Bereichen kommen, die nicht im Schutzgebiet liegen“, vermutet die Schallschutzberaterin. Was die Umsetzung weiterer Schallschutzmaßnahmen angeht, fürchtet Ralf Wagner, dass in den Monaten vor der Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens noch kein großer Anstieg zu verzeichnen sein wird. „Viele warten und wollen wissen, wie laut es wirklich wird. Ich denke, dass nach der Eröffnung die Umsetzung der Lärmschutzmaßnahmen intensiver wird.“

Auch wenn Ansprüche auf Schallschutz bis fünf Jahre nach der Inbetriebnahme des BER geltend gemacht werden können, appelliert der Leiter des Schallschutzprogramms die Antragstellungen und auch die Umsetzung der Maßnahmen nicht zu lange aufzuschieben. „Wer sich noch nicht gekümmert hat, sollte das tun, bevor der große Run auf die Baufirmen beginnt. Schon heute muss kein Handwerker auf einen Auftrag warten. Wir haben Baukonjunktur.“

Mit Eröffnung des BER wird die Lärmbelastung in jedem Fall zunehmen – zum einen durch den Anstieg der Flugbewegungen, zum anderen durch die Nutzung der südlichen Startbahn. Ein Jahr lang wird genau dokumentiert werden, wie sich der Lärm im Schutzgebiet tatsächlich gestalten wird. „Eventuell können dann auch neue Anspruchsberechtigungen entstehen“, erklärt Schallschutzberaterin Nicole Brettschneider.

Ralf Wagner von der FBB hat dahingehend wenig Bedenken: „Ich glaube nicht, dass wir da große Veränderungen erleben werden. Wir haben im Schallschutzprogramm BER große Puffer bei der Größe der Anspruchsgebiete und bei der Bemessung der einzelnen Schallschutzmaßnahmen.“

Von Nadine Pensold

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