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Dahme-Spreewald Richard Vogel: „Ich würde den Straftatbestand des Ökozids einführen“
Lokales Dahme-Spreewald

Vor der Bundestagswahl 2021: Was bewegt Sie, Richard Vogel aus Zernsdorf?

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14:57 30.08.2021
Richard Vogel, Toxikologe aus Zernsdorf
Richard Vogel, Toxikologe aus Zernsdorf Quelle: MAZ/Privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Richard Vogel (69) aus Zernsdorf (Dahme-Spreewald).

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Ich bin in meinem Büro und schaue aus dem Fenster über zwei Bahngleise und einen Bahnsteig auf ein kleines, wildgewachsenes Waldstück. Schön.

Spannungen mit Berlin-Zuzüglern

Beschreiben Sie uns doch mal einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Nach dem Frühstück wird die MAZ in Papierform gelesen, danach andere Gazetten online. Drei Stunden vormittags im Büro arbeiten; Mittagessen und Ruhepause; vier Stunden nachmittags arbeiten, teils im Büro, teils im Garten; Kaffeetrinken mit Freunden oder Nachbarn; abends fernsehen und gleichzeitig am PC den Emailverkehr bearbeiten.

Sie wohnen in Zernsdorf – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

Ich wohne seit 6 Jahren in Zernsdorf, mir gefällt es hier sehr gut: angenehme Ur-Zernsdorfer, viele Seen, Wälder und Wiesen - noch. Leider nimmt die Zahl der Zuzügler aus Berlin ungebremst zu, was nicht spannungsfrei abgeht.

Es fehlt an Bewusstsein für die brenzlige Lage

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Die Insuffizienz der hiesigen Kommunalbehörden. Deren Mitarbeiter sind Angestellte der Bürger und werden von diesen aus Steuermitteln bezahlt. Dennoch gefällt es den meisten Bediensteten, ihre Amtsmacht gegen die Bürger zu richten. Ein Umsteuern in der Umweltpolitik ist nicht einmal ansatzweise zu erkennen. Vermutlich gibt es kein Bewusstsein für die brenzlige Lage. Die Zauberlehrlinge machen einfach weiter mit Bodenversiegelung und dem Fällen von Bäumen.

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Was müsste passieren, damit es besser wird?

Grundlegendes ändert sich immer nur dann, wenn die äußeren Umstände dazu zwingen. Die derzeitigen Fluten und Brände oder die Virus-Pandemie sind dafür offensichtlich nicht ausreichend.

Engagement gegen die Vergiftung der Erde

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Meine Enkelschar war kürzlich nach langer Coronapause wieder zu Besuch. Mich freut, dass die so unbeschwert spielen, lachen können und die Großeltern damit anstecken. Solche Art der Ansteckung lässt man sich gerne gefallen. Das hält jung!

Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Ich engagiere mich schon lange außerparlamentarisch gegen die weitere Ausbeutung und Vergiftung unserer Erde, also für den Erhalt der Grundlagen allen Lebens auf dieser Welt.

Sämtliche Projekte auf Umweltverträglichkeit prüfen

Wenn Sie Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Den Straftatbestand des Ökozids einführen, wie es Frankreich schon getan hat. Sämtliche Projekte von Staat und Privat müssten dann auf Umweltverträglichkeit geprüft und gegebenenfalls gestoppt werden. Das Umweltbundesamt könnte hierbei eine zentrale Rolle einnehmen. In diesem Zusammenhang würde ich das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland an alle Haushalte, vor allem aber an alle Lehrer verschicken lassen, auf dass die Bevölkerung die Grundregeln des Zusammenlebens aufnimmt und gerne befolgt - mit Betonung auf den Paragrafen 1 und 20.

Und was bewegt Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wenn Sie mitmachen wollen, schicken Sie uns eine Mail an wasbewegtsie@maz-online.de

Von MAZonline