Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald So können Sie Ihren Weihnachtsbaum entsorgen
Lokales Dahme-Spreewald So können Sie Ihren Weihnachtsbaum entsorgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 08.01.2019
Mit drei Fahrzeugen sind Müllwerker seit dieser Woche im SBAZV-Gebiet unterwegs, um Weihnachtsbäume einzusammeln. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Dahmeland-Fläming

Wenn das letzte Weihnachtslied lange verklungen ist und alle Überreste der Silvesterböller aus den Rinnsteinen gefegt wurden, wird es langsam Zeit, sich vom Weihnachtsbaum zu verabschieden. In den meisten Haushalten muss die Weihnachtstanne spätestens zum Dreikönigstag – in Deutschland das Ende der Weihnachtszeit – am 6. Januar weichen. Je günstiger das Modell, desto größer sollte dann auch das Meer an Tannennadeln sein, das sich bis dahin auf dem Fußboden gesammelt hat.

Für Tannenbaumbesitzer empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Den Baum von Schmuck befreien, einen Blick auf den Abfallkalender werfen und den vertrockneten Nadelbaum am richtigen Tag an die Straße legen. Den Rest erledigt die Müllabfuhr. Im Falle von Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming treten an dieser Stelle die Müllwerker des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbands (SBAZV) auf den Plan.

Drei Fahrzeuge sind seit dem 2. Januar unterwegs, um die alten Blaufichten, Nordmanntannen und Douglasien einzusammeln – wohlbemerkt drei Fahrzeuge im gesamten SBAZV-Gebiet. In Zeitraum von knapp vier Wochen wird jede Gemeinde zweimal angefahren, damit alle Haushalte die Möglichkeit haben, ihre Weihnachtsbäume ordnungsgemäß zu entsorgen.

Biomasse aus Tannenbäumen

Wenn ein Tannenbaum seine Lebensdauer überschritten hat, gibt es für ihn drei hauptsächliche mögliche Verwertungsmöglichkeiten, erläutert SBAZV-Vorsteher Holger Riesner. „Der größte Anteil wird in Pressplattenwagen gesammelt“, erklärt Riesner. Darin werden die Nadelbäume zu dichten Würfeln zusammengedrückt. Anschließend kommen sie in eine Biomassekraftwerk im Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme, wo sie in kleine Fetzen gehackt und verbrannt werden.

Die daraus entstehende Bio-Energie gilt als umweltfreundliche Energiequelle und wird für Strom oder zum Heizen genutzt. Sogar die übrig gebliebene Asche findet noch Verwendung: im Straßenbau. Der zweitgrößte Anteil der abgeholten Weihnachtsbäume landet in einer Kompostieranlage im Süden des Verbandsgebietes, die die Tannen zum Beispiel als Dünger wieder verlassen.

Tannen voller Lametta bleiben liegen

Die Müllwerker können jedoch nur Tannen mitnehmen, die möglichst frei von Deko-Resten sind. Je grüner, desto besser lassen sich die Bäume auch verwerten. „Wenn da noch zwei Strähnen Lametta dranhängen, ist das kein Problem“, erläutert Riesner. „Aber wenn der Baum noch voll damit ist, lassen wir ihn liegen.“

In vielen Fällen könnten die Besitzer den Baum noch einmal richtig abschmücken und zum zweiten Abholtermin auf die Straße stellen. Andernfalls müssten sie sich selbst darum kümmern, die Tanne zu einer Entsorgungsstelle zu bringen. „Durch Abfallberatung versuchen wir natürlich, die Bürger so gut wie möglich darüber zu informieren, wie sie ihren Baum zu entsorgen haben“, so Riesner.

Knutfeste kritisch betrachtet

Knutfest in Zeuthen. Quelle: Heidrun Voigt

In den vergangenen Jahren habe sich jedoch noch eine dritte Option für alte Weihnachtsbäume ergeben, mit der der SBAZV nichts zu tun hat: Das Knutfest, eigentlich eine skandinavische Tradition. In Schweden, Norwegen und Finnland wird damit am 13. Januar das Ende der 20-tägigen Weihnachtszeit gefeiert. Der Christbaum wird dann abgeschmückt und feierlich verbrannt. Auch hierzulande erfreut sich der skandinavische Brauch immer größerer Beliebtheit. Knutfeste werden zum Beispiel in Niederlehme, Zeuthen, Mittenwalde oder Horstfelde begangen. Meist sind es freiwillige Feuerwehren, Kultur- oder Fördervereine, die zum familienfreundlichen Weihnachtsbaum-Feuer bei Stockbrot und Glühwein einladen.

Auch beim Abfallzweckverband werde immer wieder nachgefragt, ob er ausgediente Bäume für Knutfeste zur Verfügung stellen könne. Holger Riesner hat dafür kein Verständnis. „Diese Art der Entsorgung von Weihnachtsbäumen ist die schlechteste Option“, sagt der SBAZV-Vorsteher. Die Tannen unter freiem Himmel zu verbrennen, setze viel Kohlenstoffdioxid frei und sei schlicht umweltschädlich.

„In den letzten fünf Jahren ist der Anteil an Bäumen, die bei Knutfesten verbrannt werden, deutlich gestiegen“, sagt Riesner. Mittlerweile wirke sich die Menge sogar merklich auf die gesamte Sammelmenge aus. Verboten sind Knutfeste zwar nicht. Die umweltfreundlichere Alternative sei es dennoch, seinen ausgedienten Weihnachtsbaum den Müllwerkern zu überlassen.

Von Hannah Rüdiger

Steht der Blitzer in Zossen (Teltow-Fläming) zu nah am Temp-30-Schild? Die Verkehrsüberwachung sieht einen Mindestabstand von 150 Metern vor. Die werden jedoch nicht eingehalten. Jetzt meldet sich das Innenministerium.

09.01.2019

Der Wildauer Bundestagsabgeordnete Norbert Kleinwächter hat seine Kandidatur für den Brandenburger Landesvorsitz der AfD angekündigt. Der 32-Jährige gehört dem gemäßigten Parteiflügel an.

04.01.2019

Zwei Kilometer lange Zaunabschnitte müssen im Wildpark Johannismühle versetzt werden. Auf diese Weise wird Wald ausgewildert. Davon hängt die Existenz der beliebten Ausflugsstätte ab.

07.01.2019