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Dahme-Spreewald A10 Center bleibt nach Weihnachten voll
Lokales Dahme-Spreewald A10 Center bleibt nach Weihnachten voll
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10:01 29.12.2018
Im A 10-Center geht das Weihnachtsgeschäft nach dem Fest weiter. Quelle: Hannah Rüdiger
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Wildau

4000 kostenlose Parkplätze hat das A 10-Center in Wildau. Fast alle davon sind am 28. Dezember besetzt. Unzählige Besucher strömen am Freitagnachmittag nach Weihnachten dem hell erleuchteten Einkaufscenter entgegen. Viele von ihnen tauschen Geschenke um, die ihnen nicht gefallen oder gepasst haben. Andere lösen Gutscheine für Bücher oder Parfüm ein. Der Rest vertreibt sich den freien Tag mit einem Bummel durch die 200 Geschäfte, die in dem Einkaufszentrum an der A 10 angesiedelt sind.

In den weitläufigen Gängen des Shoppingparadieses herrscht

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Anita Eggebrecht kommt jedes Jahr nach Weihnachten ins A10 Center. Quelle: Hannah Rüdiger

immer noch Weihnachtsstimmung: Aus jeder Ecke grüßen schwer behangene Tannenbäume und glitzernde Weihnachtssprüche. Über die Hauptachsen des Centers fährt ein „Fun Train“, der Kinder und Kindgebliebene in mit künstlichem Tannengrün verzierten Gondeln durch die Gegend kutschiert und auf voller Lautstärke Kinderlieder spielt. Viele Geschäfte locken mit Sonderrabatten. Auf den ersten schnellen Blick fällt es schwer, zu sagen, ob die Weihnachtsfeiertage schon vorbei sind oder erst noch bevorstehen.

„Wir sind ziemlich im Einkaufsstress“, sagt eine blonde Frau, ohne stehen zu bleiben. Wer gerade nicht im Stress ist, möchte sich lieber ausruhen. Fast jede Sitzgelegenheit des großen Shoppingcenters ist besetzt. Pause muss sein.

Bummel zwischen den Jahren

Ein Ehepaar auf Luckenwalde hat sich gegenüber einer Eisdiele auf einer Bank niedergelassen. Beide sehen ziemlich geschafft aus. „Es ist sehr voll und stressig heute“, sagt die Luckenwalderin. Über die Feiertage hätten bestimmt viele Menschen Gutscheine angesammelt, die nun eingelöst würden, vermutet ihr Ehemann. Sie selbst seien nicht hier, um Dinge umzutauschen. Das Ehepaar nutze lediglich seinen freien Tag zwischen den Jahren, um ein bisschen einzukaufen und sich die Zeit zu vertreiben.

Ein paar Meter weiter schlendert Susanne Schönberg an den

Susanne Schönberg hat ein paar Dinge umgetauscht. Quelle: Hannah Rüdiger

Geschäften vorbei. Sie gehört zu der Gruppe der Umtauscher – obwohl ihr niemand zu große Socken oder kitschige Deko geschenkt hat: Die Königs Wusterhausenerin hat sich vor Weihnachten selbst ein paar Kleidungsstücke gekauft. „Aber vor Weihnachten waren die Umkleiden viel zu voll, deswegen konnte ich die Sachen nicht anprobieren“, erzählt sie.

Im Gegensatz zu den meisten anderen, die voll bepackt vorbei eilen, sieht sie relativ entspannt aus. Kein Wunder, in den Händen trägt die 42-Jährige schon die Ausbeute einer erfolgreichen Shoppingtour. Sogar neue Weihnachtskugeln habe sie gekauft, erzählt Susanne Schönberg. Ein paar alte Kugeln seien in diesem Jahr zu Bruch gegangen.

Ausflug für die ganze Familie

Im nächsten Gang sitzt Anita Eggebrecht auf einer Bank und wartet auf ihre Enkel. Die 74-Jährige ist mit ihrer Familie aus Brandenburg an der Havel angereist. Der Besuch hat Tradition: „Wir fahren jedes Jahr direkt nach Weihnachten hierher“, erzählt sie lächelnd. In der Hand hält sie Stoff- und Plastiktüten voller Einkäufe. Solange ihre Enkel in einem Modegeschäft stöbern, harrt sie geduldig aus. Sie genießt den Ausflug mit ihrer Familie. „Irgendwann sind die Kinder schließlich zu alt, um mit der Oma einzukaufen“, sagt sie.

Vor einem Schuhgeschäft steht Björn Roloff und wippt einen

Björn Roloff passt vor einem Laden auf seinen Enkel auf. Quelle: Hannah Rüdiger

Kinderwagen auf und ab. In dem Wagen liegt sein Enkel, der trotz des Tumultes um ihn herum seelenruhig schläft. „Ich dachte wirklich, hier wäre noch mehr los, als ich den Parkplatz gesehen habe“, erzählt der 47-Jährige. „Aber hier drin verläuft es sich ganz gut.“ Gerade wartet er auf seinen Schwiegersohn, der sich im Schuhladen umschaut. Der Rest seiner Familie sei auch irgendwo im Center unterwegs, erklärt der groß gewachsene Mann.

Geschäfte haben viel zu tun

In einem Buchladen ein paar Schritte weiter bilden sich immer wieder lange Schlangen, obwohl zwei Mitarbeiter im Akkord kassieren. „Es ist schon heftig“, sagt eine Buchhändlerin. Im Vergleich zur Vorweihnachtszeit gebe es kaum einen Unterschied. Einen allgemeinen Trend könne sie aber nicht benennen: „Die Leute tauschen um, kaufen neu, oder lösen Gutscheine ein – es ist alles dabei“, resümiert sie. Das Weihnachtsgeschäft ist noch nicht vorbei.

Von Hannah Rüdiger

28.12.2018
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