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Dahme-Spreewald Weniger Milchkühe in der Region
Lokales Dahme-Spreewald Weniger Milchkühe in der Region
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09:43 01.02.2017
Kühe haben es in der Region derzeit schwer: Im November 2016 gab es hierzulande 557 Milchkühe weniger als noch sechs Monate zuvor. Quelle: Olaf Möldner
Dahmeland-Fläming

Es gibt immer weniger Milchkühe in der Region. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Rinderbestandsbericht zum Stichtag 3. November 2016 des Statistischen Landesamtes Berlin-Brandenburg hervor. Während im Mai 2016 noch 22 633 Milchkühe in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald gehalten wurden, sank der Bestand zum 3. November 2016 auf 22 076. Das sind 557 Milchkühe, die innerhalb eines halben Jahres aus der Region verschwanden. Ein Trend, der ganz Brandenburg betrifft: Landesweit gab es im November 6800 Milchkühe weniger als sechs Monate zuvor.

In der Region gibt es dabei eine besondere Situation: In Dahme-Spr

Bauern mussten Kredite aufnehmen

Die Abnahme des Milchkuhbestandes ist vor allem auf die seit etwa zwei Jahren andauernde Milchpreiskrise zurückzuführen. Nachdem die Milchquote im Frühjahr 2015 europaweit abgeschafft wurde, kam es zu einer weltweiten Überproduktion an Milch. Gleichzeitig sank die Nachfrage aus China, das Handelsembargo der EU gegen Russland soll die Milcherzeuger nach Berechnungen des Bundesbauernverbands vier Cent pro Liter Milch gekostet haben. Die Folge: Viele Milchbauern in der Region konnten nicht mehr kostendeckend produzieren, nahmen Kredite auf und mussten Konsequenzen ziehen.

Laut Silvia Fuchs, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, haben deshalb einige Landwirte ihr Geschäft mit der Milch aufgegeben. „Dann ist schnell mal ein Bestand von 200 bis 300 Milchkühen aus dem Landkreis verschwunden.“ Eine schwierige Entscheidung, wie Silvia Fuchs sagt. „Wer bald in Melkanlagen, Ställe oder andere Modernisierungen investieren muss, hört wahrscheinlich eher auf“, erklärt sie. „Wer gerade erst investiert hat, für den ist es umso schwerer.“

Kostendeckendes Produzieren nicht mehr möglich

Einer, der sich im vergangenen Sommer von seinen Milchkühen getrennt hat, ist Ronald Arndt aus Welsickendorf. „Schweren Herzens“, wie er sagt. Doch die niedrigen Preise für die Milch und der Mindestlohn für seine Angestellten ließen ihm und seiner Frau keine andere Wahl. Dabei hatten sie erst ein Jahr zuvor noch ein neues Silo in Betrieb genommen und neue Melkmaschinen angeschafft. Genützt hat es nichts mehr. „Wir konnten nicht mehr kostendeckend produzieren“, sagt Ronald Arndt. Pro Liter bekam er zum Schluss nur noch 19 Cent, etwa 35 Cent wären notwendig, um die

Hintergrund

Von der Milchpreiskrise ist der Biomilchmarkt nicht betroffen. Der hat sich Ende 2014 vom konventionellen Markt entkoppelt.

In der Region hat die Gläserne Molkerei in Münchehofe nur Biobauern unter Vertrag. Ihnen zahlt sie laut Lieferantenbetreuer Maximilian Scherres derzeit einen Preis von 46 bis 47 Cent pro Liter.

Das Preisniveau in der Biomilchbranche ist seit 2014 stabil, in diesem Bereich ist der Milchkuhbestand nicht zurückgegangen.

Noch 2013 hatte die Gläserne Molkerei es schwer, Bauern zu finden, die auf eine Öko-Produktion umstellen wollten. Denn damals war der konventionelle Milchpreis so hoch, dass Investitionen in einen Öko-Betrieb nicht lohnenswert schienen.

Im Zuge der Milchpreiskrise sattelten immer mehr Milchbauern auf Bio um, doch solch eine Umstellung funktioniert nur schrittweise.

Kosten zu decken.

„Wir hätten weiter investieren müssen, das war einfach nicht mehr drin“, sagt Arndt. Um die 80 Tiere hat er daraufhin verkauft – 60 Milchkühe und ihre Färsen. „Verschenkt muss man ja schon sagen“, sagt Arndt, der 25 Jahre lang in der Milchproduktion tätig war. Normalerweise sei eine Kuh um die 1000 Euro wert, er hat vom Aufkäufer 400 Euro pro Kuh bekommen. Jetzt werden seine Kühe in den alten Bundesländern und in Holland von Robotern gemolken. „Ich habe mich mein halbes Leben lang für den Betrieb aufgerieben“, sagt Ronald Arndt. „So ein Ende frustriert natürlich.“

Molkereien brauchen mehr Milch

Laut Jörg Höfner, der die Milchleistungsprüfung beim Brandenburger Landeskontrollverband leitet, sind die Folgen des sinkenden Milchkuhbestands schon jetzt zu spüren. „In Dahme-Spreewald sind bei uns noch 29 Betriebe gemeldet, in Teltow-Fläming 22“, sagt Höfner. „Der Rinderbestand ist in Brandenburg niedriger als in anderen Bundesländern.“ Deshalb würden die Molkereien zunehmend mehr Milch benötigen und höhere Preise zahlen können.

Der Markt entspannt sich also langsam wieder. Nach Angaben von Kreisbauernverbands-Chefin Silvia Fuchs liegt der Durchschnittspreis deutschlandweit wieder bei 30 Cent pro Liter – zwischenzeitlich war er unter 20 Cent gesunken. „Das ist ein kleiner Lichtblick“, sagt sie. Doch auch wenn es derzeit gut aussieht: „Wichtig ist, dass die Betriebe die Verluste der vergangenen Monate wieder aufholen.“

Von Anja Meyer

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