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Wildau Dahme-Spreewald: Pflege-Azubis werden jetzt in Wildau ausgebildet
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Dahme-Spreewald: Ausbildung für Kranken- und Altenpflege jetzt in Wildau

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18:36 23.11.2021
Die Pflege-Azubis beim Unterricht in der Lokhalle 21 in Wildau.
Die Pflege-Azubis beim Unterricht in der Lokhalle 21 in Wildau. Quelle: Klinikum Dahme-Spreewald
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Wildau

Krankenpflege ist eines der drängendsten Themen in Dahme-Spreewald. An geeignetem Personal fehlt es praktisch überall: ob in den Krankenhäusern oder in der Altenpflege. Und die Ausnahmesituation, in der sich der Gesundheitssektor seit nunmehr fast zwei Corona-Jahren befindet, hat die Lage weiter verschärft. Auch für Pflege-Azubis.

Um die Ausbildung speziell für die Pflegeschüler im Norden attraktiver zu machen, hat das Klinikum Dahme-Spreewald jetzt einen Unterrichtsstandort in Betrieb genommen – in Wildau. Bislang musste Pflegeschüler in Dahme-Spreewald für den Theorie-Unterricht immer nach Lübben fahren. Ein weiter Weg, speziell, wenn die Schüler morgens nicht direkt aus Königs Wusterhausen losgefahren sind, sondern aus Berlin oder einem Nachbarlandkreis kamen. Und die Fahrtwege abzukürzen, hat sich Gesundheitsakademie des Klinikums jetzt in der „Lokhalle 21“ auf dem früheren Gelände des ehemaligen Schwermaschinenbaus in Wildau eingemietet.

Altenpfleger und Krankenpfleger werden zusammen geschult

Die Halle ist ein neuer, privat sanierter und ausgebauter Wirtschaftsstandort direkt neben der TH-Wildau. In dem Gebäude befinden sich derzeit unter anderem ein Café, mehrere Unternehmen haben dort ihren Sitz. Die Pflegeschule hat dort mehrere Räume angemietet, in denen Pflegekräfte sowohl theoretisches Wissen bekommen, als auch den praktischen Umgang mit Verbandsmaterial, Pflegebetten oder Spritzen lernen.

„Wir brauchten die neuen Räume auch, weil es vor wenigen Jahren eine Reform der Pflegeausbildung gab, und seither mehrere Pflegeberufe in der Ausbildung zusammengelegt wurden“, sagt die Sprecherin des Klinikums Dahme-Spreewald, Ragnhild Münch. Was früher Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger oder Altenpfleger war und in diesen Fachrichtungen auch getrennte Theorieausbildung durchlief, wird heute in der Ausbildung zusammengefasst – zumindest in den ersten zwei Jahren. In dieser Zeit bekommen die Azubis eine generalistische Pflegeausbildung, erst danach spezialisieren sie sich.

76 Pflegekräfte haben Ausbildung begonnen

Da die Gesundheitsakademie auch nicht nur Pflegekräfte des Klinikums Dahme-Spreewald ausbildet, sondern auch Kräfte der Asklepios-Einrichtungen im Landkreis und neuerdings auch der Altenpflegeheime im Landkreis, kamen so plötzlich sehr große Gruppen zustande, die sich nun mit dem neuen Ausbildungsangebot im Norden besser beherrschen lassen, so Münch.

Erst im Oktober wurde die neue Ausbildungsstätte für Krankenpfleger eröffnet. Quelle: Klinikum Dahme-Spreewald

In diesem Oktober etwa haben 76 Auszubildende ihre Ausbildung in der Pflege bekommen. Nur 36 davon kommen vom Achenbach-Krankenhaus und dem Spreewald-Klinikum in Lübben. Die anderen gehören zu den Asklepios-Kliniken im Landkreis, zum Herzzentrum Cottbus oder zu Pflegeheimen in der Region.

Bedarf an Pflegepersonal ist größer

Etwa ein Drittel der Azubis macht eine verkürzte Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehilfe. Ein niedrigschwelliges Angebot, das auch helfen soll, den riesigen Bedarf an Pflegepersonal besser decken zu können. „Natürlich dürfen die Helfer anschließend nicht alles das, was ausgebildete Pflegekräfte dürfen“, sagt Ragnhild Münch. „Aber sie sind trotzdem in der Praxis sehr hilfreich und eine wichtige Unterstützung.“

„Die generalistische Ausbildung haben wir bereits im ersten Jahr als Bereicherung wahrgenommen“, resümiert Claudia Heim, Leiterin der Gesundheitsakademie Heinz Sielmann. Zum Theorie-Unterricht gehören praktische Übungen mit Betten und Rollstuhl-Seminare, bei denen die Auszubildenden selbst erfahren, mit welchen Hindernissen Rollstuhlfahrer zu kämpfen haben.

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Dass sich allein mit den Pflege-Azubis der Bedarf in den Einrichtungen decken lasse, sei aber unwahrscheinlich, sagt Ragnhild Münch. „Der Bedarf ist immer größer.“ Eine attraktive Ausbildung könne aber dafür sorgen, möglichst viele Kräfte an den Standort zu binden. „Wir haben Pfleger, die eigentlich von woanders kamen und dann bei uns geblieben sind“, sagt sie. „Manche gehen auch, und kommen nach ein paar Jahren wieder.“

Von Oliver Fischer