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Wildau Theaterstück zur Gewaltprävention
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16:51 15.06.2018
Homa Faghiri und Ludwig Drengk zogen die Wildauer Grundschüler in ihren Bann.
Homa Faghiri und Ludwig Drengk zogen die Wildauer Grundschüler in ihren Bann. Quelle: Heidrun Voigt
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Wildau

Konflikte lassen sich an Schulen nicht vermeiden, aber deren Lösung ohne Gewalt muss das Ziel sein – und Vorsorge ist der beste Weg. Nach diesem Motto wird an der Grundschule Wildau von Lehrern und Sozialarbeiterin seit einigen Jahren auf ganz unterschiedliche Weise auf Prävention gesetzt – auch künstlerisch.

In dieser Woche brachten Homa Faghiri und Ludwig Drengk von der Theatergruppe Eukitea „Five little pieces for peace“ in der Turnhalle der Grundschule für die 5. und 6. Klassen zur Aufführung. In dem Stück kommen Außerirdische als intergalaktische Friedensforscher auf die Erde und prüfen mit ihrem „Friedometer“ das Friedenspotenzial der Menschen und helfen ihnen beim Meistern von Konflikten. Im Fokus stehen dabei Viola und Philipp und ihre Klasse.

Nachbereitung im Unterricht

Die Schauspieler schlüpften überzeugend in die verschiedenen Charaktere und hatten die ganze Aufmerksamkeit der Kinder. Humorvoll und spannend sowie ohne moralischen Zeigefinger zeigten die Darsteller, wie man friedlich mit Krisensituationen umgeht. Bei den Schülern kam das gut an. Sie applaudierten und johlten begeistert.

Caroline, Sophie-Danielle, Emely und Emma aus der 6b hatten ganz gebannt das Stück verfolgt. „Ich fand alles sehr gut und es war auch toll gespielt“, meinte Caroline. Emma räumte ein, dass es auch in der Klasse oft Streit gebe und die Jungen sich prügeln würden. „Wir sind 23 und nur neun Mädchen. Wir Mädchen verstehen uns ganz gut“, sagte Sophie-Danielle. Die Elfjährigen denken, dass das Stück geholfen habe, mit Konflikten in Zukunft besser klarzukommen. Sie begrüßten es auch, dass im Unterricht das Theaterstück nachbereitet wird.

Verschiedene Veranstaltungen für verschiedene Klassenstufen

„Wir fangen schon in der 1. Klasse an, uns mit den Themen Mut und Respekt zu beschäftigen. Wir lesen Geschichten und sprechen darüber“, sagte Sozialarbeiterin Hendrikje Lehmann. Sie verwies darauf, dass sich die Jüngsten gerade bei einem Wettbewerb vom Belz-Verlag zum Thema Mut beteiligt haben und vor vier Wochen die Theatergruppe Eukitea das Stück „Gut so“, in dem es um Mobbing geht, für die 3. und 4. Klassen auf die Bühne gebracht hat. „Die 4. bis 6. Klassen haben die Möglichkeit, sich zu Streitschlichtern ausbilden zu lassen. Sie tragen eine Weste mit einem selbst entworfenem Logo und schlichten in der Hofpause“, erläuterte Lehmann. Und damit es gar nicht erst zum Streit kommt, hat die Sozialpädagogin die „bewegte Pause“ eingeführt. Das heißt, es werden von Schülern Spielgeräte wie Reifen, Federball- und Tischtennisschläger ausgegeben und wieder eingesammelt.

„In den 6. Klassen haben wir eine Veranstaltung, wo die Polizei Aufklärungsarbeit leistet und im Unterricht sprechen wir über den Umgang mit Social Media“, so Hendrikje Lehmann. Die Sozialarbeiterin schätzt ein, dass die Gewaltbereitschaft an Schulen gestiegen sei und Prävention deshalb einen wichtigen Platz einnehmen müsse. „Ich denke, das hängt mit nicht altersgerechten Computerspielen und der exzessiven Handynutzung zusammen. Whats-App-Gruppen sind ein ganz großes Thema. Dort sind auch schon rassistische Beleidigungen aufgetreten“, weiß die engagierte Frau. Auch wenn sich die Chats in der Freizeit abspielen, da die Klasse eine Gruppe bildet, sieht sich die Sozialpädagogin in der Pflicht.

Von Heidrun Voigt