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Wildau Verkehrslogistik an der TH Wildau
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11:14 06.06.2019
Jens Wollenweber ist Leiter der Forschungsgruppe Verkehrslogistik der Technischen Hochschule Wildau, dort steht er im Intralogistik-Labor der TH. Quelle: Karen Grunow
Wildau

Gerade finden mehrere Führungen im Intralogistik-Labor der Technischen Hochschule Wildau statt, während Jens Wollenweber in seinem Büro gegenüber erzählt, welche besonderen Projekte die Forschungsgruppe Verkehrslogistik derzeit bearbeitet. Er ist der Leiter dieser Forschungsgruppe, 2016 wurde er als Professor für Verkehrslogistik an die TH Wildau berufen.

Das Labor ist für die Arbeit mit Studierenden wichtig, da es praxisnah mit der neuesten Technik vertraut macht. Und es ist immer wieder auch für Unternehmen und Fachleute spannend; auch beim Hochschulinformationstag vor einigen Tagen besichtigten wieder zahlreiche potenzielle künftige TH-Studenten mit ihren Familien den Campus und dabei auch das Labor.

Starker Praxisbezug im Studium

Wollenweber und seinen Kollegen ist es wichtig zu betonen, dass das Studium an der Wildauer Hochschule keineswegs dazu gedacht ist, künftige Spediteure auszubilden. Noch immer, erzählt Jens Wollenweber, erlebe er häufig, dass die meisten Menschen beim Thema Logistik an Paketzustellung oder die Arbeit in einem Großlager denken. „Das sind alles so Dinge, die unsere Absolventen leisten können“, sagt Jens Wollenweber, aber, und er zählt auf: Logistikeinkauf bei großen Unternehmen, Transportdienstleistung, Lagergestaltung, Lageroptimierung, Distribution.

„Ein großer Vorteil, den wir als Technische beziehungsweise Fachhochschule haben: Vom ersten Semester an gibt es einen starken Praxisbezug“, erläutert er. Viele der Professoren und Dozenten waren selbst lange direkt beruflich in der Wirtschaft verankert und teilen ihre Erfahrungen gern.Er selbst hatte zuvor leitende Positionen in der Logistikberatung inne und als Abteilungsleiter „Logistische Netzwerke“ im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen gearbeitet. „Unsere Absolventen haben in der Regel gar keine Probleme, einen adäquaten Job anzunehmen“, so Wollenweber zufrieden.

Neues großes Projekt ist angelaufen

Auch in der Forschungsgruppe sind einige ehemalige TH-Studenten dabei. Besonders stolz ist das Team auf das Projekt „MaaS L.A.B.S. – Nutzer*innen-zentrierte Mobility-as-a-Service-Plattform: Lebendig, Automatisiert, Bedarfs- & Sharing-orientiert“. Dabei gehe es darum, besondere Verkehrslösungen zu finden. „Wie kann man die Lücke, die es zwischen dem öffentlichen Verkehr mit getakteten Fahrplänen und festen Routen und dem Individualverkehr gibt, schließen?“, sei dabei die grundlegende Fragestellung, erklärt Jens Wollenweber.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit fünf Millionen Euro geförderte Projekt ist gerade gestartet und läuft bis Mai 2023. Neben der TH Wildau sind die Universität Siegen und die Fachhochschule Potsdam sowie drei Verkehrsbetriebe und fünf Anbieter von datenbasierter Mobilitätsinfrastruktur dabei. Gerade für die Randbereiche größerer Städte sei es interessant. Die TH Wildau ist federführend in dem Projekt, für das sogar drei neue Mitarbeiterstellen vorgesehen sind. Solche Projekte sichern der Hochschule Arbeitsplätze. „Die Forschungsgruppe ist zu 100 Prozent drittmittelfinanziert“, betont Wollenweber.

Studenten erstellen Logistikkonzept

Doch auch die Studierenden werden frühzeitig in Projekte eingebunden. Alle vier Jahre findet die große Tagung des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. statt; es ist quasi eine Expo, die KWF-Tagung ist die größte ihrer Art weltweit. Im kommenden Jahr wird ein riesiges Waldgebiet in Nordhessen dafür genutzt. Die TH-Studenten helfen bei den Vorbereitungen mit. „Bei dem Projekt geht es einerseits darum, wie die Auf- und Abbaulogistik der Aussteller stattfinden kann“, so Wollenweber.

Denn alles wird eben mitten im Wald sein, und die Wege zwischen den Ausstellungspunkten sind teilweise immens. Zum zweiten gehe es darum zu überlegen, wie die Besucherströme sinnvoll geleitet werden können, wo und wie Parkplätze nötig werden, welche Art Shuttle-Service gebraucht wird und wo. Mehr als 50 000 Besucher werden erwartet. „Das ist ein Projekt, das wesentlich von den Studenten getragen wird“, hebt Wollenweber hervor. Sowohl Bachelor- als auch Master-Studierende gehören dazu.

Kooperation mit Hochschule in Kasachstan

Wollenweber ist seit Kurzem auch Studiengangsprecher für den Bachelor-Studiengang Logistik und das Master-Studium Technical Management. Derzeit gibt es um die 180 Studierende; ein Bachelor-Studium dauert sieben statt der sonst meist üblichen sechs Semester, da ein Praxissemester dazugehört. Dafür ist der Master etwas schneller zu erreichen. Jedes Jahr kommen auch Studenten und Dozenten aus Kasachstan, denn es gibt eine rege Kooperation mit der Hochschule in Almaty.

Die Forschungsgruppe Verkehrslogistik ist auch in verkehrspolitische Themen involviert, da gibt es zum Beispiel das Projekt „Scandria 2 Act“, an dem insgesamt 19 Partner aus Dänemark, Finnland Norwegen, Schweden und Deutschland beteiligt sind. Dabei geht es darum, den Transportverkehr zu modifizieren, überhaupt auch erst einmal die Verkehrskorridore des Lastverkehrs genau zu analysieren. Mittlerweile hat die ab 2004 aufgebaute Forschungsgruppe bereits mehr als 50 teilweise internationale Forschungsvorhaben realisiert.

Von Karen Grunow

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