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11:11 21.06.2018
Schlaue Trucks werden entwickelt. Quelle: Karen Grunow
Wildau

Ein bisschen sieht er aus wie ein Spielzeug-Truck, groß genug, damit ein Kind seinen Lieblingsteddy durch die Gegend schieben kann. Doch dieses kleine Gefährt ist alles andere als ein Spielgerät, und geschoben werden muss es schon mal gar nicht. Denn der Lkw kann selbstständig fahren. Er soll Ampelschaltungen, Verkehrszeichen, andere Auto- oder Radfahrer und Bewegungen von Fußgängern registrieren können. Entwickelt wird er durch die Wildauer Maschinen-Werke, ein besonderes neues Projekt an der Technischen Hochschule Wildau. Es richtet sich an Studierende verschiedener Disziplinen, die in enger Kooperation miteinander arbeiten, gleich so, als seien sie Mitarbeiter eines Unternehmens, der Wildauer Maschinen-Werke eben.

Ein „Testfeld autonomes Fahren“ entsteht

„Es ist eine Lern-Firma“, sagt Marius Schlingelhof, an der TH Professor für Luftverkehrsmanagement. Eine virtuelle Fallstudie, in der reale Produkte entstehen. „Es wächst und wächst“, sagt Stefan Kubica, TH-Vizepräsident für Digitalisierung und Qualitätsmanagement und Professor für Business Intelligence. Er koordiniert die Wildauer Maschinen-Werke, das autonome Fahren ist ein Spezialthema von ihm. Der Truck ist das erste Fahrzeug für das „Testfeld autonomes Fahren“, das an der TH Wildau entsteht. Einen Rundumblick von 360 Grad hat der Truck, rund um das Fahrzeug sind Ultraschallsensoren angebracht, erläutert Kubica. Integriert ist ein so genanntes Car2X- beziehungsweise GPS-Modul, außerdem agiert das Fahrzeug via Bluetooth und Mobilfunk.

Viele Studiengänge werden so vernetzt

Seit März vergangenen Jahres wurde das Gefährt gebaut. Eine Dresdener Firma setzte um, was aus Wildau gewünscht war. Vieles wurde eigens an der TH produziert. Seit einigen Wochen nun ist der Truck da. „Wir sind seitdem sehr emsig unterwegs“, so Kubica. Studiengänge der Hochschule, die sonst kaum Schnittstellen haben, wirken bei den Wildauer Maschinen-Werken sehr eng zusammen. Die angehenden Telematiker befassen sich mit Bildverarbeitung und Sensorik, die künftigen Wirtschaftsinformatiker mit Datenbanken und Business Intelligence, Produktions- und Steuerungssysteme für die Fertigung obliegen den Automatisierungstechnik-Studenten. Spätere Verkehrssystemtechniker sind unter anderem für Navigation und Fahrzeugumfelderfassung zuständig. Angehende Wirtschaftsingenieure und Maschinenbauer kümmern sich um die Konstruktion nebst Fertigung, und künftige Logistik-Spezialisten sind ebenfalls involviert. Gleich mehrere Studiengänge sind in die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen eingebunden. „Wenn jemand den Beruf eines Entwicklungsingenieurs ergreifen möchte, würden ihn all diese Studiengänge dafür qualifizieren“, fasst Kubica einen Grundgedanken dieses speziellen Netzwerks zusammen.

Ein Teil des Teams der Wildauer Maschinen-Werke: Die Professoren Stefan Kubica, Ralf Vandenhouten und Anselm Fabig (hinten v.l.) sowie die Professoren Marius Schlingelhof und Eckart Wolf (vorn v.l.) und Ingenieur Detlef Nemak (vorne rechts) mit Studierenden und Mitarbeitern. Quelle: Karen Grunow

Das ganze Projekt ist eine „Lern-, Forschungs- und Transferplattform für digitale Kompetenzen“ der TH Wildau. Es gibt ohnehin an der Hochschule bereits zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen der Region, Studierende haben durchaus die Möglichkeit, in die reale Berufswelt hineinzuschnuppern. Aber etwas in dem Umfang mitgestalten zu können, das, wie Stefan Kubica meint, „Denken, wie es später üblich ist“ bei sich selbst zu entwickeln, gelingt den wenigsten schon während eines Studiums. „Wir brauchen für die Studenten mehr Praxisnähe“, betont deshalb auch Schlingelhof. „Es lag also auf der Hand, die Studiengänge zu vernetzen“, findet er.

Studierende erhalten Zeugnis

Wer mitmachen möchte, muss sich bei den Wildauer Maschinen-Werken bewerben. So sichern sich die Akteure letztlich begeisterte und interessierte Mitstreiter. Jeder soll dann auch ein Zeugnis erhalten. So lassen sich, berichtet Kubica, gleich noch die Management-Studenten der TH einbinden. Die verschiedenen notwendigen Bereiche eines Unternehmens sollen in der Fahrzeugbaufirma zusammengeführt werden. Mit den Wildauer Maschinen-Werken wird zugleich eine Marke kreiert. Außerdem soll noch ein Planspiel entwickelt werden in Kooperation mit dem neuen Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Cottbus, an dem auch die TH Wildau beteiligt ist.

Von Karen Grunow

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