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Wildau Bombensuche wird digital – und einfacher
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00:19 13.07.2018
Peter Bernhardt, Christopher Schulze und Michael Hendrix haben an dem Projekt mitgearbeitet.
Peter Bernhardt, Christopher Schulze und Michael Hendrix haben an dem Projekt mitgearbeitet. Quelle: Karen Grunow
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Wildau

Kann auf einem Grundstück bedenkenlos gebaut werden oder liegen irgendwo noch Bomben oder Munition? Diese Frage stellt sich immer wieder bei Großprojekten wie dem Bau von Straßen und Eisenbahnstrecken. Jeder Bauherr benötigt eine Bescheinigung über Kampfmittelfreiheit – bisher oft ein langwieriger Weg durch Behörden und Aktenarchive.

Kooperation mit niedersächsischem Landesamt

Die Forschungsgruppe Softwaresysteme an der Technischen Hochschule Wildau unter Leitung von Informatik-Professor Michael Hendrix hat jetzt gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst im niedersächsischen Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) ein Programm entwickelt, um das drastisch zu vereinfachen. Es bildet alle Arbeitsschritte von der Antragstellung bis zur Dokumentation der Ergebnisse digital ab und hält sie nachvollziehbar fest – und beschleunigt das Verfahren letztlich auch deutlich, teilte die TH Wildau jetzt mit.

Software wertet Archive automatisch aus

Mit dem Programm „Kisni“ (Kampfmittelinformationssystems Niedersachsen) hält die Digitalisierung Einzug in diesen Bereich. Bisher musste ein Luftbildauswerter zum Beispiel bisher genau wissen, in welchem Archiv er nach Bildern suchen musste, die das betroffene Grundstück zeigen. Jetzt gibt er nur noch die Adresse ein und das Programm stellt ihm alle für die Vorgangsbearbeitung notwendigen Daten wie Kriegsluftbilder, Karten, Geodaten, und Dokumente digital bereit.

Forschungsgruppe setzte sich in Ausschreibung durch

Die Forschungsgruppe Softwaresysteme hatte sich 2015 bei einer europaweiten Ausschreibung der niedersächsischen Landesregierung durchgesetzt. Dabei konnte sie auf Erfahrungen mit Forschungen in einem ähnlichen Arbeitsgebiet im Land Brandenburg verweisen. Auch wenn das Projekt zum Jahresende beendet sein wird, geht die Zusammenarbeit der TH-Wissenschaftler mit dem LGLN weiter. „Das Programm erfordert Pflege und kontinuierliche Weiterentwicklung“, sagte Michael Hendrix. „Dazu haben wir es ‚agil‘ gestaltet. Das heißt, es lässt sich flexibel an die jeweiligen Kundenerfordernisse vor Ort anpassen.“ Der Grundansatz des Programms zur durchgängigen digitalen Vorgangsbearbeitung sei auch auf andere Bereiche in der öffentlichen Verwaltung übertragbar.

Von MAZonline