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Wildau Stadtpolitiker streiten über Verkauf eines Grundstücks
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Stadtpolitiker streiten über Verkauf eines Grundstücks
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23:09 10.12.2019
Das kommunale Grundstück hinter dem Amtsgericht in der Friedrich-Engels-Straße in Wildau soll verkauft werden. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

Sehr schmallippig reagieren Wildauer Stadtpolitiker auf Fragen zu einem geplanten Grundstücksgeschäft, das derzeit die Gemüter im Ort erregt. Am Mittwoch gab es dazu eine Sondersitzung des Stadtrates, die von mehreren Stadtverordneten einberufen wurde. Sie war nicht öffentlich. Der Antrag, der dort besprochen wurde, tauchte jedoch im Internet auf.

Grundstück an der Ortsgrenze

Es geht um ein 4.600 Quadratmeter großes städtisches Grundstück in der Friedrich-Engels-Straße. Es befindet sich hinter dem Amtsgericht und kurz vor der Ortsgrenze zu Zeuthen. Die Wildauer Wohnungsgesellschaft Wiwo soll es nach dem Willen ihres Gesellschafters, der Stadt Wildau, verkaufen.

Wildaus Bürgermeisterin Angela Homuth (SPD) im Sommer bei einem Termin in Königs Wusterhausen. Quelle: Frank Pawlowski

Einige Stadtverordnete der Linken und von BfW/Grüne befürchten, dass das Grundstück unter Wert verkauft wird. Linken-Fraktionschef Heinz Hillebrand ist grundsätzlich dagegen, kommunales Eigentum zu privatisieren. Er warnt davor, dass sich nur noch Wohlhabende es sich leisten können, in Wildau zu wohnen. Die Kritiker des Verkaufs gehen davon aus, dass auf diesem und dem benachbarten Grundstück an der Fontaneallee bis zu 180 Wohnungen entstehen könnten.

Wiwo-Chef droht der Rauswurf

Die Stadtverordneten wollen außerdem wissen, warum Wiwo-Geschäftsführer Frank Kerber abgemahnt und ihm die fristlose Kündigung angedroht worden sei. Kerber soll sich geweigert haben, das Grundstück zu den vorgegebenen Bedingungen zu verkaufen. In dem Antrag der Stadtverordneten heißt es, dass der Wert des Grundstücks deutlich höher sei. Ein Gutachten soll das inzwischen betätigten.

Kein Kommentar

Kerber, der noch erkrankt ist, wollte sich am Donnerstag gegenüber der MAZ nicht äußern. Wildaus Bürgermeisterin Angela Homuth (SPD) sagte ebenfalls nichts zu der Personalangelegenheit. Die Aufregung um den Grundstücksverkauf könne sie nicht verstehen. „Ich weiß nicht, was das Problem ist“, sagte sie. Homuth vermutet eine Kampagne gegen sie.

Das sagt der Kaufinteressent

Der Kaufinteressent, der namentlich nicht genannt werden will, sagte der MAZ, dass auf den beiden Grundstücken maximal 130 Wohnungen entstehen sollen. Der Bau einer Tiefgarage sei vorgesehen. Zu den jüngsten Diskussionen in Wildau zu dem Grundstücksgeschäft sagte er: „Wie werden abwarten, ob wir das machen.“

Frank Kerber ist Geschäftsführer der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo). Quelle: Franziska Mohr

Die Kritiker des Verkaufs verweisen darauf, dass die Stadt Wildau keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung des Grundstücks nehmen könne. Es sei unklar, ob der Käufer dort selbst bauen wolle oder das Grundstück sofort weiter veräußere. Ein Ergebnis der SVV vom Mittwoch ist, dass die Stadt Wildau nun ein eigenes Wertgutachten für das Grundstück erstellen lassen will.

Petition der Wiwo-Mitarbeiter

Gegen den drohenden Rauswurf ihres Chefs haben Wiwo-Mitarbeiter protestiert. Sie schrieben eine Petition, in der sie sich geschlossen hinter Kerber stellen. Sein guter Ruf und der des Unternehmens könne großen Schaden nehmen. Mitarbeiter wollten das am Mittwoch in der SVV vortragen, doch das blieb ihnen wegen der geschlossenen Sitzung verwehrt. Nur Kerber selbst, der ebenfalls im Rathaus war, wurde kurz zur Sitzung hereingerufen.

Am Dienstag, dem 10. Dezember, um 18.30 Uhr findet eine reguläre öffentliche Sitzung der SVV statt, Tagungsort ist diesmal der Hofsaal der Technischen Hochschule. Dort werden auch Fragen zu dem Grundstücksstreit erwartet.

Der Beitrag wurde am 10.12. aktualisiert

Von Frank Pawlowski

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