Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wildau So ist der Notarzt blitzschnell am Einsatzort
Lokales Dahme-Spreewald Wildau So ist der Notarzt blitzschnell am Einsatzort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:51 06.11.2019
Notärzte können mit dem Video-Assistenten schon während der Anfahrt Live-Kontakt zu den Sanitätern und zum Patienten haben. Quelle: dpa
Wildau

Bei einem schweren Notfall können Patienten vom Arzt schon behandelt werden, während er noch zu ihnen unterwegs ist. Der Video-Assistent der Wildauer FTI Engineering Network GmbH soll das künftig ermöglichen. Laut Projektleiter Sebastian Timme unterscheidet er sich von vorhandenen Systemen in einem wichtigen Punkt. „Die Ärzte sind live zugeschaltet.“ FTI ist ein Unternehmen der Familie Peiker.

Projektleiter Sebastian Timme von der Wildauer Firma FTI Engineering Network. Quelle: Frank Pawlowski

Bei Rettungseinsätzen eilen Sanitäter und Notärzte getrennt zum Einsatzort. Die Sanitäter sind im ländlichen Raum durchschnittlich 15 Minuten früher da. Auf digitalem Weg soll der Notarzt künftig zeitgleich mit ihnen beim Patienten sein. Dafür werden die Sanitäter mit einer von FTI entwickelten Körperkamera ausgerüstet. Sie überträgt die Einsatzbilder in Echtzeit zum Notarzt. Außerdem werden wichtige Patientendaten wie zum Herzschlag und zum Blutdruck übermittelt. Sie werden bisher schon erfasst, können aber nicht gesendet werden.

Vorteil für Arzt und Patient

„Das ist ein Riesenvorteil für den Arzt und eine enorme Verbesserung für den Patienten“, sagt Sebastian Timme. Ebenso profitierten die Sanitäter davon, die in schwierigen medizinischen Fällen sofort unterstützt würden. Für die Ingenieure von FTI war dabei die technischen Umsetzung das geringste Problem. „Die Herausforderung für uns war der Datenschutz“, sagt Timme. Alle Daten landen verschlüsselt in einer digitalen Wolke, von dort rufen sie die Ärzte ab. Derzeit wird das LTE-Netz der Telekom genutzt.

Rettungsdienst gab den Anstoß

Den Anstoß für das Pilotprojekt gab der Rettungsdienst Teltow-Fläming. „Wir wollen das Zeitfenster zwischen dem Notruf und einer ärztlichen Versorgung minimieren, vielleicht sogar ganz aushebeln“, sagt Geschäftsführer Denny Mieles. Er glaubt, dass der Video-Assistent im ländlichen Raum und in Regionen mit wenigen Notärzten gebraucht werden wird. „Ich hoffe, dass sich das flächendeckend in Brandenburg und in Berlin durchsetzt. Der Assistent erhöht die Qualität der Einsätze in allen Bereichen.“

Testphase läuft

Bis zur Einführung ist es aber noch ein weiter Weg. Die ersten Rettungswagen in Teltow-Fläming sind für eine Testphase ausgerüstet worden, bei der das System auf die Praxistauglichkeit geprüft wird. Das wird einige Monate dauern. Bei der weltweit größten Fachmesse für das Rettungswesen im kommenden Jahr will FTI den Video-Assistenten als serienreifes Produkt vorstellen. 2021 sollen in Teltow-Fläming alle Rettungswagen damit ausgestattet werden. Das hat sich jedenfalls Rettungsdienst-Chef Denny Mieles vorgenommen.

Sieger in Ostdeutschland

Beim Digital Champions Award hat der ambulante Video-Assistent schon überzeugt. Der Wettbewerb von Telekom und Wirtschaftswoche gilt als deutscher Digital-Oscar. Als Sieger im ostdeutschen Regional-Champion haben es die Wildauer ins Bundesfinale geschafft. das Projekt zeige in beispielhafter Weise, wie mit Digitalisierung zentrale, bisher ungelöste Probleme angegangen werden, urteilten die Juroren.

16 Unternehmen nominiert

16 Unternehmen sind für den Deutschen Digitalpreis nominiert, 128 hatten ihre Ideen eingereicht. Die Initiatoren wollen mit dem Preis digitale Vorreiter im Mittelstand würdigen. Die diesjährigen Gewinner werden am 29. Oktober in Köln ausgezeichnet.

Von Frank Pawlowski

Am frühen Freitagmorgen wurden die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Wildau und Zeuthen-Miersdorf zum Wildauer Schmiedewerk alarmiert. Dort war in einer Abluftanlage ein Brand ausgebrochen.

25.10.2019

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Young Professionals Aerospace“ können Studierende, Doktoranden und Beschäftigte aus der Luftfahrtbranche spannende Unternehmen aus der Region kennenlernen – im Oktober etwa die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg.

24.10.2019

Die Wildauer Studierenden können nach der Vorlesung seit kurzem den „Olymp“ betreten. Der Studierendenklub in Haus 19 bietet ein kleines Café, Sitzgelegenheiten, Tischkicker und Platz zum Plaudern, Arbeiten und Feiern – und das nicht nur für Studierende und TH-Mitarbeiter.

24.10.2019