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Wildau Grundstein für Fraunhofer-Zentrum gelegt
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Grundstein für Fraunhofer-Zentrum gelegt
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16:54 08.06.2018
Grundsteinlegung mit Ministerin Martina Münch (SPD, M.) am Freitag in Wildau.
Grundsteinlegung mit Ministerin Martina Münch (SPD, M.) am Freitag in Wildau. Quelle: Frank Pawlowski
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Wildau

Eine frühere Hochburg des Schwermaschinenbaus wird ein Zentrum des Leichtbaus. In Wildau ist Freitagvormittag der Grundstein für einen Neubau des Potsdamer Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung, IAP, gelegt worden. Hier werden Bauteile aus Kunststoffen und Verbundstoffen entwickelt, die bei Flugzeugen, Autos und Windkraftanlagen zum Einsatz kommen.

Der Neubau entsteht nach den Plänen des Büros Reiner Becker Architekten. Quelle: Fraunhofer Gesellschaft

Fertigstellung für 2020 geplant

Das Labor -und Bürogebäude mit der strahlend weißen Fassade entsteht direkt neben dem Fraunhofer-Technikum in der Schmiedestraße, das 2011 eröffnet wurde. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant. 40 Beschäftigte werden hier arbeiten. Die Fraunhofer Gesellschaft mit Hauptsitz in München konzentriert in Wildau die Leichtbau-Forschung, der Standort in Teltow wird hierher verlegt. Finanziert wird der 17,6 Millionen Euro teure Neubau ausschließlich mit Fördermitteln, 80 Prozent stammen aus einem EU-Fonds für regionale Entwicklung. Bund und Land steuern jeweils zehn Prozent bei.

Institutsleiter Alexander Böker zeigt den Inhalt der Kassette für den Grundstein. Eine aktuelle MAZ ist mit dabei. Quelle: Frank Pawlowski

„Das ist sehr gut investiertes Geld“, sagte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) bei der Grundsteinlegung. „Solche Innovationen sind ein Treiber für die lokale Wirtschaft.“ Bei der kleinen Feierstunde gab es eine lange Rednerliste, sieben Grußworte wurden gehalten.

Loge: „Sichtbarkeit regionaler Exzellenz“

Landrat Stephan Loge (SPD) sieht den Standort Wildau weiter gestärkt. Die Anwesenheit der namhaften Forschungsgesellschaft bedeute auch die „Sichtbarkeit regionaler Exzellenz“, wie er sagte. Loge erinnerte daran, dass auf dem benachbarten Werksgelände vor 120 Jahren Lokomotiven gebaut wurden. Außerdem gab es noch eine Videobotschaft vom Präsidenten der Fraunhofer Gesellschaft, Reimund Neugebauer.

Deer Neubau wird von 98 Pfählen getragen, die bis zu 14 Meter tief im Boden stecken. Quelle: Frank Pawlowski

Viele Redner gingen auf die enge Zusammenarbeit mit der benachbarten Technischen Hochschule Wildau ein. Es gibt einige gemeinsame Forschungsprojekte. Der Leiter des Wildauer Fraunhofer-Standortes, Christian Dreyer, hat soeben eine TH-Professur übernommen.

Die frühere Fraunhofer-Chefin in Wildau, Monika Bauer, kämpfte beharrlich für den Neubau. Quelle: Frank Pawlowski

Wildau setzte sich gegen Potsdam-Golm durch

Nicht auf der Rednerliste stand Monika Bauer. Die frühere Fraunhofer-Chefin in Wildau ist inzwischen im Ruhestand, sie setzte sich mehr als zehn Jahre für den Neubau ein.. „Es hat lange gedauert, mit viel Unterstützung hat es geklappt“, freute sie sich. Weitere Wegbereiter waren Alt-Landrat Martin Wille (SPD) und Chef-Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen.

Fraunhofer-Vorstandsmitglied Andreas Meuer spricht zu den Gästen. Quelle: Frank Pawlowski

Wildau war durchaus nicht immer erste Wahl, setzte sich schließlich aber gegen Potsdam-Golm durch. Im Wildauer Technologiepark wird nun allmählich der Platz knapp. Der Neubau neben dem Luft- und Raumfahrtzentrum entsteht auf einer der letzten größeren freien Flächen. Der Landkreis erricht demnächst auf dem Schwermaschinenbau-Gelände noch ein weiteres Technologiezentrum.

Von Frank Pawlowski

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