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Wildau Die Wildauer haben die doppelte Wahl
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Die Wildauer haben die doppelte Wahl
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00:23 18.04.2019
Wandbild im Rathaus mit Wildauer Markenzeichen. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

 Die Stadt Wildau wählt Rot und Schwarz. Diese Faustregel galt bisher. SPD und und Linke bekamen bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren die meisten Stimmen, die CDU ist mit etwas Abstand die drittstärkste Kraft. Die FDP und ein Einzel-Stadtverordneter schafften außerdem noch den Sprung in den Stadtrat. In diesem Jahr könnte die Zusammensetzung etwas bunter werden.

Stadt Wildau

Wildau ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald.

Fläche: 9,1 Quadratkilometer

Wildau hat mit Hoherlehme, der Schwartzkopff-Siedlung und der Waldsiedlung drei große Siedlungsgebiete, Ortsteile mit Ortsbeiräten gibt es nicht.

Internet: www.wildau.de

Das liegt zum einen daran, dass die neue Stadtverordnetenversammlung größer sein wird. Wildau hat die 10.000-Einwohner-Marke überschritten. Die neue SVV wird deshalb 22 statt wie bisher 18 Sitze haben. Aber die buntere Zusammensetzung ergibt sich auch aus dem Bewerberfeld. Zu den genannten Parteien gesellen sich diesmal die Bündnisgrünen dazu, die zwei Kandidaten ins Rennen schicken. Die DKP tritt ebenfalls wieder an, sie verpasste bei der vergangenen Wahl allerdings den Einzug in die SVV. Und dann gibt es noch fünf Einzelbewerber. Die AfD hat keine Liste aufgestellt, die NPD wird ebenfalls nicht auf den Wahlzetteln stehen. Alle 49 SVV-Kandidaten sind auf der Internetseite der Stadt Wildau veröffentlicht (und hier auf der Seite).

Bürgermeister Marc Anders (2.v.r.) beim Richtfest für neue Wohnungen in der Straße des Friedens. Der Wohnungsbau wird die Stadtpolitik weiter beschäftigen. Quelle: Thomas Rosenthal

Bevor die Wildauer am 26. Mai ihr neues Stadtparlament wählen, haben sie allerdings noch über eine andere wichtige Personalie zu entscheiden. Am 5. Mai ist Bürgermeisterwahl, eine mögliche Stichwahl findet zwei Wochen später – dann gemeinsam mit der SVV-Wahl statt. Der Wechsel an der Rathausspitze erfolgt außerplanmäßig. Bürgermeister Uwe Malich (Linke) musste kurz nach seiner Wiederwahl wegen einer Erkrankung das Amt aufgeben. Um seine Nachfolge bewerben sich Angela Homuth (SPD), Matthias Mnich (Linke) und Frank Vulpius (parteilos).

Wer regiert jetzt?

Amtierender Bürgermeister: Marc Anders (parteilos)

Stadtverordnete (18 Sitze)

SPD 6 Linke 6 CDU 4 FDP 1 Fraktionslos 1

Regiert wird Wildau derzeit von einer rot-schwarz-gelben Koalition aus SPD und CDU/FDP. Oft werden deren Beschlüsse aber von den Linken mitgetragen, gelegentlich passiert das auch umgekehrt. Allerdings herrscht seit geraumer Zeit ein unversöhnliches Klima zwischen den politischen Lagern. Die Stadtpolitiker können sich nur noch selten fraktionsübergreifend verständigen. Das gilt vor allem für die Sitzungen des Stadtrates, in den Ausschüssen klappt die Zusammenarbeit besser.

Das Wildorado in der Jahnstraße. Quelle: Frank Pawlowski

Finanziell steht die Stadt dagegen gut da. Wildau ist ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort und mit der Technischen Hochschule außerdem ein Wissenschaftszentrum Brandenburgs. Das A 10-Center ist das größte Einkaufszentrum der Region. Mit Königs Wusterhausen und Schönefeld bildet Wildau einen sogenannten Wachstumskern, der vom Land in besonderer Weise gefördert wird.

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat in Wildau zudem sein Luft- und Raumfahrtzentrum angesiedelt. Es herrscht praktisch Vollbeschäftigung in der Stadt. Es gibt weiterhin ein reges Vereinsleben. Und mit dem Wildorado leistet sich die Stadt eine Schwimmhalle und Sportzentrum.

„Wir haben schon ein sehr gutes Niveau, sind ein Ort mit hoher Lebensqualität. Jetzt heißt es, noch eins draufzusetzen“, sagt der amtierende Bürgermeister Marc Anders (parteilos). Wildau solle nicht „breiter und höher“, sondern qualitativ besser werden. Er hofft auf einen frischen Wind und sachliche Diskussionen in der neuen SVV. „Und ich wünsche mir, dass wieder Vertrauen in die Arbeit der Verwaltung herrscht“, sagt er.

Besonders auf eine Frage werden die neuen Stadtpolitiker schnell eine Antwort finden müssen – wie Wildau weiter wachsen soll. Darüber wird seit langem diskutiert, ein klares Konzept gibt es noch nicht. Von einer Obergrenze bei der Einwohnerzahl ist bereits die Rede, weil die Stadt schon jetzt teilweise überfordert sei. Mehr Kitaplätze und eine Erweiterung der Grundschule sind geplant. Erste Zweifel wurden laut, ob das reichen wird. Aber es fehlen auch bezahlbare Wohnungen und Parkplätze. Gleichzeitig soll der grüne Charakter von Wildau erhalten bleiben. Der Druck aus Berlin und anderen Regionen Brandenburgs wird wachsen. Noch gar nicht absehbar ist, wie sich die Eröffnung des BER-Flughafens auf die umliegenden Kommunen auswirken wird.

Das sind die Kandidaten

SPD: Angela Homuth, Susanne Ziervogel, Manfred Stöpper, Hannelore Klank-Neuendorf, Manfred Sternagel, Susann Schulz, Ronny Richter, Daniel Berger, Knut Eckert, Paul Goeddaeus, Frank Homuth, Alexander Kunicke.

CDU: Mark Scheiner, Susanne Scheiner, Winfried Schenk, Jan Macuda, Siegfried Soost, Dr. Robert Schnase, Edkar Röschel, Sabine Bösenberg, Siegfried Steckling, Karsten Laschewski, Julius Hennig, Norbert Schmidt, Lars Steckling.

Die Linke: Heinz Hillebrand, Jutta Krebs, Thomas Wilde, Rita Festerling, Helmut Arndt, Henning Widelak, Klaus Griehl, Wolfgang Hanzig, Axel Corte, Hendrik Thalheim, Detlef Reinke, Karl-Heinz Koch.

Bündnis 90/Die Grünen: Oliver Wolfgang Reif-Dietzel, Denis Kroeger.

FDP: Felix Schäfer, Enrico Lefass, Martin Stock.

DKP: Mario Francisco Berrios Miranda.

Einzelwahlvorschlag: Lutz Rehfeldt.

Einzelwahlvorschlag: Frank Nerlich.

Einzelwahlvorschlag: Frank Vulpius.

Einzelwahlvorschlag: Kevin Weidler.

Einzelwahlvorschlag: Jens Westphal.

Der zunehmende Verkehr auf Straße und Schiene, das Verhältnis zur großen Nachbarstadt Königs Wusterhausen auf der einen sowie den kleinen Nachbargemeinden auf der anderen Seite zählen zu den weiteren Herausforderungen. Die Entwicklung der Stadtgebiete in der Schwartzkopff-Siedlung und im oberen Wildau jenseits der Bahnlinie zählen ebenso dazu.

Ein viel diskutiertes Thema ist die Bürgernähe der Stadtpolitik. Die Bürgermeisterkandidaten äußerten dazu bereits ihre Vorstellungen. Sie reichen von regelmäßig ausgerichteten Stammtischen über digitale Mitwirkungsmöglichkeiten bis hin zu Stadtforen. Für die SVV und deren Ausschüsse stehen Sitzungszeiten auf dem Prüfstand. Sie sind derzeit so, dass Eltern oder Berufstätigen eine Teilnahme in der Regel nicht möglich ist.

Der neue hauptamtliche Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt. Die Wahlzeit der ehrenamtlichen Stadtverordneten beträgt dagegen fünf Jahre.

Von Frank Pawlowski

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