Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wildau LDS will Zentrum für autonomes Fahren ansiedeln
Lokales Dahme-Spreewald Wildau LDS will Zentrum für autonomes Fahren ansiedeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 12.11.2018
Dieser fahrerlose Bus wurde auf dem Charité-Gelände getestet. Was die Technik für den Straßenverkehr bedeutet, darüber soll sich eine Gesellschaft Gedanken machen. Quelle: Foto: Florian Gaertner/Imago
Wildau

Der Landkreis Dahme-Spreewald will ein neues Forschungszentrum für autonome Verkehrssysteme in Wildau ansiedeln. Das gaben Landrat Stephan Loge, Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (beide SPD) und der oberste Wirtschaftsförderer des Landkreises, Gerhard Janßen, am Montag bekannt.

Ab Januar soll die Gründung vorangetrieben werden. Spätestens 2021 soll das Forschungszentrum seine Arbeit aufnehmen. Gegenstand der Forschungen soll allerdings weniger die technische Seite des autonomen Fahrens sein. Es soll vielmehr um die Herausforderungen gehen, die die Technik mit sich bringt.

Viele offene Fragen

„Wenn Autos selbst fahren, muss es spezielle Straßenschilder geben, die mit den Fahrzeugen kommunizieren. Oder es muss geregelt sein, was im Fall einer Havarie passiert“, sagte Wirtschaftsförderer Janßen.

Auch im Luftraum müssten angesichts der ständigen Zunahme unbemannter Drohnen viele offene Fragen geklärt werden. „Da ist es natürlich sinnvoll, wenn nicht jeder Hersteller eigene Lösungen findet. Das muss gebündelt werden, und dafür braucht man Standards, vergleichbar mit der DIN“, so Janßen. Eine Einrichtung, die solche Standards entwickelt, gebe es bislang aber nicht. Sie sollen deshalb künftig aus Wildau kommen.

400 000 Euro vom Land

Für den Aufbau eines solchen Forschungszentrums sind freilich ein paar Dinge vonnöten: etwa Geld, Räume und Personal. Zumindest für das Geld ist schon gesorgt. 530 000 Euro stehen als Anschubfinanzierung zur Verfügung. 130 000 Euro kommen vom Landkreis, den Rest steuert das Land bei. Den Förderbescheid übergab am Montag Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

Steinbach lobte dabei den Standort Wildau, der mit der Technischen Hochschule und den zahlreichen im Umfeld angesiedelten Hightech-Unternehmen alles vereine, was es für eine solche Unternehmung braucht. Er begrüßte zudem die Idee des Landkreises, auf autonomes Fahren zu setzen. „Es gibt derzeit einige Themen, an denen man einfach nicht vorbeigehen darf, und autonomes Fahren gehört dazu“, so Steinbach.

Gesellschaft soll gegründet werden

Mit dem Geld soll nun eine Gesellschaft gegründet werden. Außerdem muss ein Konzept für das Forschungszentrum entwickelt werden. Personal und Partner braucht es ebenfalls. Gerhard Janßen hat die Hoffnung, dass sich die Industrie an einer solchen Gesellschaft beteiligt. „Wir haben vorgefühlt und uns wurde Interesse signalisiert“, so Janßen. Logistiker dürften interessiert an dem Thema sein, Autobauer sowieso, auch die Flugsicherung sei ein logischer Partner.

Für die Region Berlin-Brandenburg ist die Initiative des Landkreises Dahme-Spreewald ein logischer Schritt. Immerhin bemühen sich beide Länder aktiv darum, bei dem Thema einen Fuß in die Tür zu bekommen. Nicht zuletzt aufgrund ministerialer Bemühungen gibt es in der Region bereits mehrere Testfelder für autonomes Fahren. Die Spree-Oder-Wasserstraße wurde kürzlich vom Bundesverkehrsminister als Testfeld für die Schifffahrt benannt. In Berlin wurden bereits fünf Testfelder für urbanen Autoverkehr festgelegt. Kürzlich wurde überdies bekannt, dass die Lausitz als eine von fünf Modellregionen das 5G-Mobilfunknetz testen soll. In diesem Zusammenhang gebe es auch Überlegungen, die Technik für autonom fahrende Landmaschinen einzusetzen, so Janßen.

Startphase soll zwei Jahre dauern

Autonomes Fahren könnte also eine Kompetenz der Region werden. Allerdings befinde man sich auch in einem Wettbewerb, sagt Janßen. In Hamburg und in Süddeutschland gebe es ebenfalls Bemühungen, entsprechende Forschungszentren gründen. „Deshalb müssen wir uns ranhalten, wenn wir es in Brandenburg halten wollen.“

Die Startphase soll maximal zwei Jahre dauern, sagt LDS-Landrat Stephan Loge. Spätestens 2021 soll das Forschungszentrum arbeiten und möglichst eng mit der TH Wildau und den anderen Brandenburger Hochschulen kooperieren. Räume sind bereits im neuen Zentrum für Zukunftstechnologien eingeplant, das die Wirtschaftsförderungsgesellschaft derzeit in Wildau errichtet. Das Gebäude soll passenderweise 2020 fertig werden.

Von Oliver Fischer

Norman Siehl, der Wanderwegewart des Dahme-Seenlands, plant für kommenden März eine Langstreckenwanderung auf dem Fontane-Weg

13.11.2018

Brückenschlag zwischen Forschung, Unternehmen und Gesellschaft: TH Wildau und BTU Cottbus-Senftenberg Hochschule arbeiten gemeinsam an einem Transfer-Konzept.

08.11.2018

Offenbar wegen Sekundenschlafs verursachte eine Opel-Fahrerin in Wildau einen Unfall. Sie fuhr mit ihrem Wagen an einer Ampel auf einen Sattelzug auf. Der Schaden ist erheblich.

08.11.2018