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Wildau Wildau: Mobbing im Wildorado? Vorwürfe schrecken Wildauer Stadtpolitiker auf
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Wildau: Mobbing-Vorwürfe gegen Wildorado - Chefin und Betriebsrat weisen Vorwürfe zurück

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16:11 11.10.2021
Das Sport- und Freizeitzentrum mit Schwimmhalle, Wildorado, in der Jahnstraße in Wildau.
Das Sport- und Freizeitzentrum mit Schwimmhalle, Wildorado, in der Jahnstraße in Wildau. Quelle: Frank Pawlowski
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Wildauer Stadtpolitiker sind von Mobbing-Vorwürfen gegen die stadteigene Betreibergesellschaft der Sport- und Schwimmhalle Wildorado aufgeschreckt worden. Mitarbeiter sollen unter Druck gesetzt, Kritiker kaltgestellt worden sein. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat des Wildorados bestreiten das.

Verdi-Funktionär macht Vorwürfe öffentlich

Öffentlich gemacht wurden die Vorwürfe auf einer Veranstaltung der Bürgerinitiative für Demokratie und Transparenz in Wildau, BiW. Ein Funktionär der Gewerkschaft Verdi bezichtigte die Geschäftsführung des Wildorados, Tarifverhandlungen sabotiert zu haben und die Gewerkschaftsarbeit zu behindern.

Nancy Dahlke, Geschäftsführerin der Wildauer Sportbetriebsgesellschaft, die das Wildorado betreibt. Quelle: Frank Pawlowski

Im jüngsten Wildauer Stadtrat sprach das Thomas Kuhn von der BI in der Einwohnerfragestunde an. Er wollte von den Stadtverordneten wissen, was sie zu den Mobbing-Vorwürfen sagen „Das kann doch nicht seit 2018 geduldet worden sein“, sagte er. Seit dieser Zeit sollen Wildorado-Mitarbeiter schikaniert worden sein. Linken-Fraktionschef Heinz Hillebrand sprach von „schockierenden Informationen“ und forderte den Aufsichtsrat des Wildorados zum Eingreifen auf.

Stadtverordnete wissen nichts von Mobbing im Wildorado

Mehrere Stadtverordnete erklärten, bisher keine Informationen darüber gehabt zu haben. „Sollte mir in Sachen Mobbing etwas zu Ohren kommen, werde ich natürlich sofort dagegen vorgehen“, sagte der Vorsitzende des Stadtrates, Ronny Richter (SPD). Zuvor hatte Vize-Bürgermeister Marc Anders die Darstellungen des Verdi-Funktionärs zurückgewiesen. „Wir haben eine andere Sichtweise.“

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Die Geschäftsführerin des Wildorados, Nancy Dahlke, nannte die Vorwürfe haltlos. „Das stimmt definitiv nicht“, sagte sie der MAZ. „Das ist eine Rufmord-Kampagne gegen meine Person.“ Differenzen mit dem Betriebsrat seien inzwischen überwunden worden, das Gremium wurde im Frühjahr neu gewählt. „Wir arbeiten super zusammen.“ Sie selbst sei von der BI zu den Vorwürfen nicht angehört worden.

Lohnerhöhung für Wildorado-Mitarbeiter vereinbart

Nancy Dahlke informierte darüber, dass soeben eine Lohnerhöhung vereinbart worden sei, der eine „überwältigende Mehrheit“ der Wildorado-Mitarbeiter zugestimmt habe. Auf diese kurzfristige Lösung habe man sich mit dem Betriebsrat geeinigt. Der Betriebsrat hat sich von den Äußerungen des Verdi-Funktionärs distanziert und will rechtliche Schritte gegen ihn prüfen.

Von Frank Pawlowski