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Wildau Erstes Echo auf Malich-Rücktritt
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18:22 05.07.2018
Uwe Malich im vorigen Jahr bei der Grundsteinlegung für das Angler-Vereinshaus.
Uwe Malich im vorigen Jahr bei der Grundsteinlegung für das Angler-Vereinshaus. Quelle: Frank Pawlowski
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Wildau

„Ich war lange optimistisch, aber es hat keinen Zweck.“ Mit diesen Worten hat Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke) am Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt. Der 65-Jährige, der seit 2001 im Amt ist, will sich in der Stadtverordnetenversammlung im Oktober abberufen lassen.

Folgen eines schweren Unfalls

Die Neuwahl muss binnen fünf Monaten stattfinden; das wäre spätestens im März 2019. Uwe Malich leidet an den Folgen eines schweren Fahrrad-Unfalls im Juli 2017. Wiederholt musste er seine Rückkehr in den Dienst verschieben. Zuletzt an diesem Montag, als er eigentlich im Rathaus zurück erwartet wurde. „In meinem jetzigen Zustand ist das unmöglich“, sagte er am Donnerstag der MAZ. Malich sitzt derzeit im Rollstuhl.

Dritter Sieg bei der Wahl

Erst im Herbst war er für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden. Er sei damals noch von einer baldigen Genesung ausgegangen. Deshalb habe er wieder kandidiert. Malich hatte sich in der Stichwahl gegen Angela Homuth (SPD) durchgesetzt. Seine lange Dienstunfähigkeit war ein Streitthema im Wahlkampf. Kritiker bezweifelten, dass er das Amt noch ausüben könne.Zur MAZ sagte er unmittelbar nach der Wahl: „Solange ich fit bin, mache ich das. Aber wenn es nicht mehr geht, hebe ich die Hand.“

„Ich wollte wieder arbeiten“

Zum Wochenbeginn hatte sein Antrag für eine monatliche Aufwandsentschädigung für Diskussionen gesorgt. Der Stadtrat lehnte das in seiner Abwesenheit ab. Malich verteidigte sich jetzt. Die Entschädigung sei seit 1991 an Wildaus Bürgermeister gezahlt worden und habe nun wegen einer neuen Vorschrift in der SVV beantragt werden müssen: „Ich habe das getan, weil ich eigentlich wieder arbeiten wollte.“

Das sagen Stadtpolitiker

Die ersten Reaktionen von Stadtpolitikern auf den angekündigten Rücktritt sind gespalten. Die Vorsitzende der SVV, Angela Homuth (SPD), sagte: „Ich bedanke mich für seine gewissenhafte Arbeit und wünsche ihm gesundheitlich alles Gute. Er hätte vorher aufgeben sollen, das wäre fair gewesen.“ Ähnlich äußerte sich der Fraktionschef von CDU/FDP, Mark Scheiner. „Die Entscheidung ist nachvollziehbar und ich wünsche ihm, dass er wieder gesund wird. Schade finde ich, dass die Erkenntnis nicht schon im vorigen Jahr fruchtete.“

Linke: Folgerichtig und vernünftig

Der Stadtverband und die Fraktion der Linken bedauern Malichs Entscheidung. „Wir halten aber seinen Entschluss für folgerichtig und vernünftig“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die ungewisse Entwicklung seines Gesundheitszustandes sei nicht absehbar gewesen und helfe weder ihm, noch der Stadt Wildau. Die Linke bedankte sich bei Uwe Malich „für die über viele Jahre geleistete Arbeit zum Wohle unserer Stadt“. Seinem Stellvertreter, Kämmerer Marc Anders (parteilos) spricht die Linke „für die sehr gute Vertretung“ ihren „ausdrücklichen Dank“ aus.

Marc Anders amtierender Bürgermeister

Die Amtsgeschäfte werden bis zur Neuwahl weiter von Marc Anders (parteilos) geführt. Uwe Malich schloss eine zwischenzeitliche Rückkehr aber nicht aus. „Das hängt von der Gesundheit ab.“ An seinem Entschluss ändere das nichts. Ein sofortiger Rücktritt kommt für ihn nicht in Betracht. Deshalb muss die SVV über seinen Antrag entscheiden, ihn vom Amt zu entbinden. Die nächste Gelegenheit ist die erste reguläre Sitzung nach der Sommerpause, die im Oktober stattfinden wird.

Von Frank Pawlowski