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Wildau Unbekannte zerkratzen wahllos Autos
Lokales Dahme-Spreewald Wildau Unbekannte zerkratzen wahllos Autos
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15:39 22.11.2019
Silberfaden im roten Lack: Dieses Auto wurde auf beiden Seiten zerkratzt. Quelle: Frank Pawlowski
Wildau

Erst vor wenigen Tagen ist es wieder passiert. Ein langer silberner Streifen ziert die Fahrertür des Kleinwagens. Das ist aber kein Design-Element, sondern das Ergebnis blinder Zerstörungswut. Auch die zweite Tür auf der Fahrerseite wurde zerkratzt, wie zuvor schon die komplette Beifahrerseite. „Das ist total ärgerlich, dass das Eigentum anderer Leute so missachtet wird und den Betroffenen erhebliche Kosten aufgebürdet werden“, sagt die Autobesitzerin.

Auf diesem Parkplatz in der Freiheitstraße Wildau werden seit August und September wahllos Autos zerkratzt. Im Hintergrund der Wiwo-Block Nummer 113. Quelle: Frank Pawlowski

Seit drei Monaten treiben ein oder mehrere Täter in der Freiheitstraße in Wildau ihr Unwesen. Zeugenaufrufe der Polizei liefen bisher ins Leere, es gab kein Echo. Immer wieder attackiert werden Autos auf einem Parkplatz an der Fichtestraße 113. Er liegt zwischen dem Wohnblock der Wohnungsgesellschaft Wiwo und der angrenzenden Wohnsiedlung Röthegrund. Es ist eine hübsche Gegend mit Spielplätzen und viel Grün. Frank Schrobitz ist Concierge in dem großen Wohnblock. Er schätzt, das schon 30 Autos zerkratzt worden sind. Das seien aber nur die bekannten Fälle, die zur Anzeige gebracht wurden. „Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit viel höher sein“, sagt er.

Am helllichten Tag zugeschlagen

Ihn selbst hat es auch schon erwischt. Sein Wagen wurde am helllichten Tag zerkratzt. Schrobitz hatte das Auto nur für wenige Minuten abgestellt. Unbewusst ist er dem Täter bisher vielleicht am nächsten gekommen. Denn als er zurückkam, waren die Kratzspuren ganz frisch. „Ich konnte die Lacksplitter noch sehen“, erzählt er. Frank Schrobitz glaubt, dass allein die bisher angezeigten Schäden in die Zehntausende gehen. Das ganze Ausmaß lässt sich schwer abschätzen, weil viele Betroffene erst gar keine Anzeige erstatten. Frank Schrobitz hält das für falsch. „Geschädigte sollten sich unbedingt bei der Polizei melden“, sagt er.

Hinter dem Parkplatz liegt schon das Wohngebiet Röthegrund. Quelle: Frank Pawlowski

Die Besitzerin es Kleinwagens hat das getan. Den Lackschaden will sie vorerst aber nicht reparieren lassen. Sie hat Angst, dass der neue Lack gleich wieder zerkratzt wird. Die Kosten sind enorm. Allein für eine Tür wurden ihre Preise zwischen 400 und 800 Euro genannt. Sachbeschädigungen an Autos werden auch aus anderen Stadtteilen gemeldet, zum Beispiel aus der Schwartzkopff-Siedlung.

Zeugenaufruf der Polizei

In Wildauer Internetforen wurde die schwache Polizeipräsenz in der Stadt kritisiert. Hingegen sagte der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, Polizeidirektor Christian Hylla, der MAZ, dass Wildau aktuell verstärkt im Fokus sei. „Wir bitten aber weiterhin Zeugen, die Angaben zu den Sachbeschädigungen machen können, sich bei uns zu melden.“ Bürgermeisterin Angela Homuth (SPD) sagt, die Stadtverwaltung arbeite mit der Polizei zusammen. Zuletzt habe es aber personelle Probleme wegen krankeitsbedingter Ausfälle gegeben. Deshalb sei das Ordnungsamt teilweise gar nicht besetzt gewesen.

Von Frank Pawlowski

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