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16:09 04.12.2019
Johannes Görbert ist an der Technischen Hochschule Wildau Ansprechpartner für internationale Partnerschaften. Quelle: Karen Grunow
Wildau

Für seine Doktorarbeit befasste sich Johannes Görbert mit Entdeckungsreisen im 18. und 19. Jahrhundert. Für seinen Job an der Technischen Hochschule (TH) Wildau reist er dagegen gewissermaßen häufiger mal Richtung Zukunft und durchaus auch ein bisschen um die Welt. Denn er ist Leiter des Bereichs „Strategische internationale Partnerschaften und Programme“ und koordiniert das Zentrum für internationale Angelegenheiten, das von der Hochschulpräsidentin Ulrike Tippe geleitet wird.

Internationalisierung gehört zu den großen Handlungsfeldern der TH

Sie hatte mit Antritt ihres Amtes Ende 2017 vier zentrale Handlungsfelder definiert: Professionalisierung, Digitalisierung, Flexibilisierung und eben Internationalisierung. Partnerschaften und Kooperationen waren in den Jahren zuvor schon mit Hochschulen und Institutionen in vielen Ländern entstanden. So einige davon laufen bis heute sehr intensiv als Studierenden- und Dozentenaustausch beispielsweise.

Bereich muss neu aufgestellt werden

Andere Verbindungen aber waren über die Jahre wieder eingeschlafen. Um die 150 internationale Kooperationen waren seit Entstehen der TH 1991 sukzessive aufgebaut worden. „Etwa 70 davon sind noch aktiv“, berichtet Johannes Görbert. So etwas auszuloten, bei der Reaktivierung zu helfen, neue Kooperationen mit anzuschieben, gehört mit zu seinen Aufgaben. „Es geht darum, den Bereich Internationales neu aufzustellen.“

Dabei geht es auch um die Hochschule selbst, die Internationalität des Campus’ auch im Hinblick auf Mitarbeiter, Sprachangebote, Unterstützung der internationalen Studierenden, die rund 20 Prozent der TH-Studenten ausmachen. Einige kommen über Programme wie Erasmus nach Wildau und erhalten dadurch schon spezielle Betreuung.

„Eine Zielgruppe, die bis jetzt noch nicht richtig im Fokus ist, sind die regulär eingeschriebenen internationalen Studierenden“, sagt Görbert über die Aufgaben des Zentrums für internationale Angelegenheiten. „Wir wollen uns auch damit profilieren, dass wir internationale Studierende zum Erfolg führen“, betont er. Denn in Deutschland seien die Abbruchquoten bei internationalen Studenten ziemlich hoch, berichtet er. Um dem an der TH künftig besser entgegenwirken zu können, wurden gerade zwei neue Stellen geschaffen.

Neues Förderprogramm läuft an der TH Wildau

So etwas ist auch Teil des vom Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ausgeschriebenen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms „HAW.International“. Das läuft nun auch an der TH Wildau. Schon für die Bewerbung wurden intern an der Hochschule Ideen gesammelt. Zu den geförderten Maßnahmen gehört nun auch die Umsetzung der im aktuellen Hochschulvertrag geforderten Internationalisierungsstrategie.

Geplant ist in diesem Rahmen ein „Job Shadowing“: Wildauer Mitarbeiter werden dafür an Partnerhochschulen im französischen Lille und nach Finnland gehen, um direkt vor Ort die jeweiligen Strategien kennenzulernen, im Gegenzug kommen die französischen und finnischen Kollegen dann auch mal nach Wildau.

Kontakte nach West- und Ostafrika

Ein für die TH ganz wichtiger Bereich des Programms ist die geplante größere Vernetzung in die Länder Subsahara-Afrikas. Schon jetzt gibt es intensive Verbindungen nach Kenia und Togo. „Ganz essenziell ist immer der persönliche Einsatz der Professoren und Dozenten“, betont Johannes Görbert.

Gerade erst war beispielsweise TH-Professor Michael Herzog, Leiter des Instituts für Material, Entwicklung und Produktion, wieder in Kenia. Gemeinsam mit TH-Präsidentin Tippe, Mike Steglich, Professor am Fachbereich Wirtschaft, Informatik, Recht der TH, und Görbert gehört Herzog auch zum „HAW.International“-Projektleitungsteam der TH.

Doppelabschlüsse sind möglich

Die Art der bisher bereits existierenden Kooperation ist unterschiedlich. Mit einigen der internationalen Partnerhochschulen vergibt die TH gemeinsame Abschlüsse, dann findet so ein Studium auch an mehreren Standorten statt. Doppelabschlüsse sind mit Partnern in China, Spanien, Frankreich, Italien und Russland möglich. Außerdem mit Hochschulen in Kasachstan und Georgien.

In Georgiens Hauptstadt Tbilissi gibt es gleich zwei Partnerhochschulen. Unter anderem für ihren Bachelor in Logistik können georgischen Studenten dank DAAD-Stipendien für ein Studienjahr nach Wildau kommen, Wildauer Studierende gehen auch nach Tbilissi. Kürzlich erst konnte Johannes Görbert die TH-Präsidentin Ulrike Tippe dorthin begleiten. Auch in Kuba waren sie vor Kurzem, an der Technischen Universität Havanna.

Ein Logistik-Professor von dort, Igor Lopes Martinez, der während der Arbeit an seiner Dissertation selbst zeitweilig an der TH Wildau war, hatte die Verbindung hergestellt. Mittlerweile konnten schon Studierende beider Hochschulen ins jeweils andere Land reisen. „Da geht es erstmal noch um den Studierendenaustausch“, sagt Görbert. Aber das Ziel, die Kontakte weiter zu intensivieren, ist auf beiden Seiten da.

Enge Zusammenarbeit mit Deutsch-Kasachischer Hochschule

Vor wenigen Wochen erst wurde überdies eine Konsortialvereinbarung zwischen fünf deutschen Hochschulen und der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty unterzeichnet. Die TH arbeitet bereits seit 2008 eng mit der kasachischen Hochschule zusammen. Studierende von dort können in Wildau Doppelabschlüsse in Logistik und Telematik erwerben; Wildauer Dozenten geben in Almaty Lehrveranstaltungen.

„Es ist toll, dass die Studierenden dafür begeistert werden“, sagt Johannes Görbert generell über solche Programme. Der Germanist hat selbst viele internationale Stationen in seinem Lebenslauf und weiß gut, wie prägend und den Blick und berufliche Perspektiven weitend so eine Art Austausch sein kann.

Von Karen Grunow

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