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Dahme-Spreewald „Wir stehen nicht alleine da“
Lokales Dahme-Spreewald „Wir stehen nicht alleine da“
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17:38 18.02.2014
Torsten Woitke ist Mitglied des Franz-Fühmann-Freundeskreises und engagiert sich für die Literatur- und Begegnungsstätte. Quelle: Andrea Müller
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Die Literatur- und Begegnungsstätte Franz Fühmann (Litbeg) in Märkisch Buchholz gibt es jetzt rund zwei Jahre. Wie wurde das Haus bisher angenommen?
Torsten Woitke: Das Litbeg ist natürlich eine der Perlen von Märkisch Buchholz und wirklich ein wunderschönes Haus. Die Stadt sowie die beiden anderen Träger – das sind der Heimatverein und der Verein Deutsche Jugend in Europa – versuchen nach Kräften, es mit Leben zu erfüllen. Auch wir als Franz-Fühmann-Freundeskreis sind da gefragt.

Keine einfache Aufgabe für so eine kleine Stadt.
Woitke: Stimmt, aber wir stehen ja nicht allein da, denn den Freundeskreis gibt es auch in Berlin. Wir arbeiten eng zusammen.

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Was ist denn in diesem Jahr im Programm?
Woitke: Noch in diesem Monat gibt es einen weiteren Film in unserer Ökofilmreihe, in der globale Probleme lokal aufgearbeitet werden. Am 21. Februar zeigen wir um 18 Uhr den Film „Ein Fluss verrostet – kann die Spree gerettet werden?“. An der anschließenden Podiumsdiskussion werden Vertreter der Bürgerinitiative „Klare Spree“ teilnehmen. Auch Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde werden anwesend sein.

Welchen Bezug gibt es zu Märkisch Buchholz?
Woitke: Wir kriegen hier das Wasser der Spree ab, wenn auch „verdünnt“. Mit dem Film, so denke ich, bekommen wir eine fundierte Diskussionsgrundlage.

In einem weiteren Film soll es um Gasförderung gehen. Das dürfte den Märkisch Buchholzern besonders auf den Nägeln brennen?
Woitke: Das kann man wohl angesichts der anvisierten Gasförderung durch Gas de France Suez sagen. Die ersten Arbeiten für die Probeförderung sind schon im Gange. In dem Film geht es aber nicht um unsere Stadt.

Sondern?
Wotke: Es geht um Probebohrungen nach Schiefergas des US- Energieriesen Chevron in Polen. Dass Fracking in den USA einen großen Energieboom schuf, wird in dem Film als Mythos der Kampagne für gutgläubige Polen entlarvt. Was wir daraus für uns mitnehmen sollten, ist, uns nicht für dumm verkaufen zu lassen. Zu wissen, dass Nachfragen und Nachhaken unser Recht ist. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass Leute mit den Gasbohrungen vor allem Geld verdienen wollen. Deswegen ist es gut, wenn Bürger kritisch nachfragen. Dazu soll der Film „Gasfieber“ Mut machen, der am 8.März um 18 Uhr im Litbeg gezeigt wird.

Aber es werden nicht nur Filme im Literaturhaus gezeigt.
Woitke: Nein, es wird auch wieder Autorenlesungen geben. Am 29. März um 19 Uhr ist bei uns „ky“ zu Gast. Der Autor, der eigentlich nur unter diesem Synonym bekannt ist, aber Horst Bosetzky heißt, wird aus seinem Buch „Der Lustmörder“ lesen. Es geht darin um Hermann Kappes sechsten Fall. Ein Paar wurde überfallen und getötet. Wie sich bald herausstellt, ist dies bereits die vierte Tat dieser Art. Seit über zwei Jahren treibt ein Serientäter sein Unwesen im Norden des gerade entstandenen Groß-Berlins der Nachwendezeit.

Und wann ist Franz Fühmann dran?
Woitke: Am 17. Mai widmen wir einen Nachmittag der Beziehung zwischen Franz Fühmann und Heiner Müller. Allerdings wird die Lesung nicht hier im Literaturhaus stattfinden, sondern in der Garage von Fühmann. Das dürfte dann auch einer der Höhepunkte in diesem Jahr werden, denke ich.

Das vorzubereiten muss sehr viel Kraft kosten.
Woitke: Hier in der Stadt sind wir vier Leute im Freundeskreis, die sich intensiv engagieren. Jeder hat seine Aufgaben und die versucht er, so gut wie möglich zu erfüllen. Aber natürlich ist es neben Beruf und Familie auch eine zusätzliche Mühe, die wir aber für dieses wunderschöne Haus und für Franz Fühmann gern auf uns nehmen und hoffen, auf diese Weise viele Menschen in den Bann zu ziehen, was Kunst und Literatur angeht.

Interview: Andrea Müller

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