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Dahme-Spreewald Der digitale Kummerkasten
Lokales Dahme-Spreewald Der digitale Kummerkasten
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18:03 26.09.2019
Vermüllte Ecken in den Kommunen gehören zu den häufigsten Gründen, weshalb Bürger den Märker nutzen. Quelle: Peter Geisler
Dahme-Spreewald

Eichwalde ist ganz sicher kein Hort des öffentlichen Chaos. Aber hier und da muss die Verwaltung schon noch mal nacharbeiten. In der August-Bebel-Allee etwa sind eine Hand voll Gehwegplatten lose. Sie wackeln, wenn man rauftritt, für Fußgänger besteht Stolpergefahr. Zwei Kilometer entfernt, in der Zeuthener Straße, hat jemand ein Buswartehäuschen beschmiert, was weniger gefährlich ist, aber unschön aussieht. In der Grünauer Straße flackert darüber hinaus eine Laterne, was die Anwohner in den Wahnsinn treibt. Und am Plumpgraben nahe der Sparkasse haben sich Ratten oder Mäuse Gänge in den Boden gegraben. Ein klarer Fall für den Kammerjäger.

Im Rathaus nimmt man sich dieser Probleme gerne an, man muss sie aber erst einmal kennen. „Natürlich macht das Ordnungsamt auch regelmäßig Rundgänge, aber es ist natürlich hilfreich, wenn wir Bürgerhinweise bekommen“, sagt Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE). In Eichwalde und vielen anderen Kommunen hilft dabei seit ein Online-Portal, das das Land vor nunmehr zehn Jahren für genau jenen Zweck eingeführt hat: der Maerker.

Schlagloch, Müllsack, totes Geäst

Der Maerker funktioniert letztlich wie ein althergebrachter Beschwerdebriefkasten, nur eben online. Wer irgendwo ein Schlagloch, einen vergessenen Müllsack oder totes Geäst im Baum sieht, kann es der Verwaltung über ein Formular mitteilen. Die Meldungen gehen dann gebündelt im Rathaus ein, die Verwaltung reagiert und stellt über ein Ampel-Symbol öffentlich einsehbar ein, ob das Problem gerade bearbeitet wird oder bereits erledigt ist.

Bei den meisten Gemeinden im Dahmeland hat sich der Maerker inzwischen durchgesetzt. Manche sind früh aufgesprungen, manche erst später. Zeuthen etwa gehörte zu den Gemeinden, die das System bereits kurz nach dem Start in ihre Homepage integriert haben. 2012 habe es dazu einen Beschluss der Gemeindevertretung gegeben, erinnert sich Bürgermeisterreferentin Kathi Mende. Die Gemeinde musste anschließend eine Rahmenvereinbarung unterzeichnen, zu der auch ein so genanntes Serviceversprechen gehört.

Gemeinden unterschreiben Selbstverpflichtung

„Die Kommunen verpflichten sich, die Anfragen innerhalb eines Arbeitstages zu prüfen und online zu stellen“, sagt Kathi Mende. „Innerhalb von drei Tagen soll der Fragesteller dann eine verbindliche Antwort erhalten.“ Wenn die Kommune nicht zuständig ist, muss das Anliegen an die richtige Stelle weitergeleitet werden. In der Verwaltung hat man deshalb feste Arbeitsabläufe und Ansprechpartner informiert. Fachämter und Firmen werden schnell informiert. Vier bis fünf Meldungen gehen pro Woche ein, sagt Kathi Mende. Im Winter seien es wegen Mängeln beim Räumdienst mehr. „Dass Meldungen lange unbearbeitet sind, ist selten der Fall“, so Mende.

Positive Erfahrungen macht auch die Stadt Wildau, die zu den letzten gehört, die das System eingeführt haben. Erst seit Juni 2018 können sich die Bürger dort per Internetportal über Müll, kaputte Laternen oder vergessene Wahlplakate beschweren. „Das ist eine sehr gute und konstruktive Sache“, findet Bürgermeisterin Angela Homuth (SPD), die den Maerker im Bürgermeisterwahlkampf 2018 selbst auf der Agenda hatte. Homuth nutzt derzeit auch jede Gelegenheit, um in der Stadt für das Portal zu werben. „Wenn mich jemand mit einer Beschwerde anschreibt, dann verweise ich immer auf den Maerker“, sagt sie. „Dinge werden dort in der Regel innerhalb eines Tages bearbeitet.“

Quasdorf ist zwiegespalten

Aber nicht alle sehen das Portal so positiv. Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) etwa, Bürgermeister in Bestensee, ist zwiegespalten. „Insgesamt ist es ein Instrument, das uns die Arbeit erleichtert“, sagt er. „Aber manchmal ist es für uns auch schwierig, damit umzugehen. Weil Bürger Erwartungen damit verknüpfen, die wir nicht erfüllen können“, sagt er. Manche fordern, dass die Straßenbeleuchtung vor ihrem Haus ausgeschaltet wird, auch wenn sie für die Beleuchtung der Fahrbahn und der Gehwege gebraucht wird. Andere beklagen sich, dass in der Hauptstraße keine Bäume mehr stehen, was laut Quasdorf aus Platzgründen nicht möglich ist. „Da würde ich mir wünschen, dass Bürger Gegebenheiten manchmal auch akzeptieren“, sagt Quasdorf.

Als Instrument der direkten Kommunikation hat sich der Maerker aber inzwischen fast überall durchgesetzt. Einzig Heidesee, Schönefeld und Königs Wusterhausen verzichten nach wie vor darauf – und das in Teilen auch aus guten Grund. In Königs Wusterhausen etwa nutzt man mit dem Angebot „Ihr Anliegen“ eine Alternative zum Maerker, die ähnlich funktioniert aber speziell auf die Stadt zugeschnitten ist. Dieses Portal könne auch jederzeit auf eigene Initiative weiterentwickelt werden, sagt Stadtsprecher Reik Anton. Deshalb sei es nicht nötig, das bestehende System durch ein anderes zu ersetzen.

Von Oliver Fischer

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