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Dahme-Spreewald Adventskränze aus dänischer Nordmanntanne
Lokales Dahme-Spreewald

Zeuthen Adentskränze aus der Blumen Oase

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13:02 27.11.2020
Kerstin Schulze steckt in jedem Jahr mit Freude etliche Adventskränze.
Kerstin Schulze steckt in jedem Jahr mit Freude etliche Adventskränze. Quelle: Heidrun Voigt
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Zeuthen

Ein Kranz aus Tannengrün und vier rote Kerzen, das gehört für viele zum Advent. Der eine dekoriert ihn selbst, der andere kauft einen fertigen Kranz. Kerstin Schulze von der „Blumen Oase“ in Zeuthen bindet in jedem Jahr viele Kränze. Dabei legt die Floristin großen Wert auf Qualität. Die beginnt für sie bei der Auswahl des Grüns.

„Ich bevorzuge Nordmanntanne, denn die nadelt am wenigsten und ist weich und biegsam. Meine Tanne kommt aus Dänemark. Dort wird sie erst spät, nach dem ersten Frost, geschlagen“, sagt sie. Klar sei die um etliches teurer im Einkauf, räumt sie ein, aber Qualität lohne sich.

Kränze werden immer größer

Viele Stammkunden holen in jedem Jahr ihre Kränze von der „Blumen Oase“. Auch die Löwen-Apotheke in Zeuthen lässt traditionell einen Ein-Meter-Kranz dort binden. Im Unterschied zu den üblichen, die aufliegen, ist dieser rundum mit Tanne bestückt und hängt an der Decke. „Da durch die coronabedingten Plexiglasscheiben der Kranz im Verkaufsraum der Apotheke keinen Platz hat, habe ich in diesem Jahr keinen gemacht“, bedauert Kerstin Schulze. Aber dennoch hat sie zu tun. Die Tische der Leute würden anscheinend immer größer, das merke sie an den Vorbestellungen für Kränze, erzählt sie mit einem Lächeln.

Für ihre Kränze nutzt Floristin Kerstin Schulze Nordmanntannen aus Dänemark. Quelle: Heidrun Voigt

Die Floristin nimmt einen Rohling aus Stroh und umwickelt ihn mit einem grünen Band. Dann bindet sie eine halbe Reihe mit kleinen Tannenstücken, anschließend eine volle mit großen. „Es ist wichtig, dass der Kranz gleichmäßig wird und der Draht nicht zu sehen ist. Die Tanne ist nicht immer gleich, manchmal sehr buschig, manchmal mehr platt, eben Natur“, bemerkt sie nebenbei.

Stück für Stück arbeitet die Floristin an dem Kranz weiter, nimmt die selbst geschnittenen Tannenstücke und bindet sie mit Draht fest. Circa zwei Drittel mache sie Nordmanntannen-Kränze, der Rest sind Mix-Kränze mit Wacholder, Koniferen und anderen Immergrünen.

Beständigkeit statt wechselnde Trends

Nach einem Trend befragt, winkt die Floristin ab. „Da gibt es mal den rosa Plüschtrend oder im nächsten Jahr sind Neofarben angesagt, aber ehrlich, über Geschmack kann man streiten und hochpreisige Showgeschichten sind nicht alltagstauglich. Meine Kunden mögen eher klassische Kränze.“ Was immer begehrt sei, seien Kränze mit natürlicher Dekoration. Roter Pfeffer und Holzschneeflocken liefen seit Jahren gut.

Im Jahr 2008 hat sich die gelernte Filmkopierfacharbeiterin selbstständig gemacht. Nach einer Umschulung hatte sie das Glück, dass ihr die Vizelandesmeisterin in Floristik zur Seite stand und sie in ihrer Philosophie bestärkte. „Es ist ein toller Beruf und mit Blumen und Pflanzen arbeiten zu dürfen, mit einem Strauß oder Kranz Freude zu bereiten, ist einfach schön“, findet Kerstin Schulze.

Die Geschichte des Adventskranzes begann übrigens vor 180 Jahren mit einem alten Wagenrad, auf das der lutherische Geistliche Johann Hinrich Wichern in einem alten Bauernhaus vor den Toren Hamburgs 24 Kerzen stellte. Wichern hatte ein Heim für verwahrloste Kinder gegründet. Um seinen Schützlingen die Zeit bis zum Weihnachtsabend zu verkürzen, kam er 1839 auf die Idee mit dem Rad und zündete jeden Dezembertag eine Kerze darauf an.

Von Heidrun Voigt