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Zeuthen „Villa Elisabeth“ mietet Ausbildungshotel als Pension für Schüler an
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen „Villa Elisabeth“ mietet Ausbildungshotel als Pension für Schüler an
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15:58 27.06.2019
Nach fast 30 Jahren hat das Berufsbildungswerk das Ausbildungshotel Am Zeuthener See geschlossen. Demnächst sollen dort Schüler einziehen. Quelle: Josefine Sack
Zeuthen

Die Nachricht hat es in sich: Anders als erwartet, vermietet das Berufsbildungswerk Berlin das bislang als Ausbildungshotel genutzte Hotel Am Zeuthener See ab dem 1. Juli 2019 für sieben Jahre an die Private Schulgesellschaft in der Mark Brandenburg.

Das teilte das Berufsbildungswerk, Träger des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks Berlin (ALBBW), kürzlich in einer Pressemeldung mit. Der Träger der Privatschulen „Villa Elisabeth will das Hotel als Pension für Schüler aus Osteuropa und Asien, die an der „Villa Elisabeth“ ihr deutsches Abitur ablegen, nutzen.

Seehotel als Mieter plötzlich vom Tisch

Angesichts vorangegangener Diskussionen um die Nachnutzung des Hotels dürfte die Entscheidung viele Zeuthener überrascht haben. Es galt als ausgemacht, dass das Seehotel Zeuthen seine Auszubildenden künftig dort unterbringen wollte.

„Ich hätte mir eine andere Nutzung gewünscht“, kommentierte der Vorsitzende der Zeuthener Gemeindevertretung, Jonas Reif (Grüne), die Mitteilung. Er kritisierte, dass dort künftig „privilegiertere Kinder und Jugendliche“ untergebracht werden könnten. „Ich habe nicht das Gefühl, dass das dem ursprünglichen Schenkungszweck entspricht“, sagte Reif.

Minusgeschäft für die Gemeinde

Zum Hintergrund: Das Hotel wurde einst als Gästehaus vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit genutzt. Die Gemeinde überließ es 1990 dem Berufsbildungswerk – dem Vernehmen nach unter der Prämisse, das Anwesen für gemeinnützige Zwecke zu nutzen. In dem Hotel wurden bislang junge Menschen mit Behinderungen fürs Gast- und Hotelgewerbe ausgebildet. Für die Gemeinde wurde das Anwesen später zum Minusgeschäft, als ein Alteigentümer Rückübertragungsansprüche stellte und Zeuthen zu einer Millionen-Entschädigung verpflichtet wurde.

Das Berufsbildungswerk hatte die Gemeindevertreter vor Abschluss des Mietvertrags mit dem privaten Schulträger bereits in der vergangenen Woche um Zustimmung gebeten. Laut Kristof von Platen, Beirat der Privatschulen „Villa Elisabeth“, fiel das Votum im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung knapp aus.

Hotel als Ort für interkulturellen Austausch

„Das Haus wird nicht hermetisch abgeriegelt“, sagte von Platen mit Blick auf die Sorge aus Zeuthen, dass das Hotel für Bürger künftig dicht bleiben könnte. Die Räume sollen nach terminlicher Absprache weiter für Feste und Veranstaltungen für Bürger zugänglich bleiben. Zudem solle der interkulturelle Austausch am Standort gefördert werden: „Wir denken über Patenschaften zwischen unseren ausländischen Schülern und den Zeuthenern nach“, kündigte von Platen an.

Zu den Gründen, weshalb es mit dem Seehotel nicht, wie geplant, zum Abschluss eines Mietvertrags kam, wollte sich das Berufsbildungswerk nicht äußern.

Von Josefine Sack

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