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Zeuthen Ein Bahnübergang für zwei Gemeinden
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Ein Bahnübergang für zwei Gemeinden
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16:16 25.06.2019
Die Draufsicht mit der Südwest-Anbindung in Höhe der Heinrich-Heine-Allee in Eichwalde (rechts im Bild): Von oben erinnert die Brücke an einen Kleiderbügel.
Die Draufsicht mit der Südwest-Anbindung in Höhe der Heinrich-Heine-Allee in Eichwalde (rechts im Bild): Von oben erinnert die Brücke an einen Kleiderbügel. Quelle: Jonas Reif
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Zeuthen

Der Wahlkampf ist vorbei, die Idee bleibt. In gleich zwei Veranstaltungen hatte der Zeuthener Grünen-Politiker Jonas Reif im Mai für eine gemeinsame Bahnquerung in Zeuthen und Eichwalde geworben. Der Vorschlag stieß auf große Interesse.

Kein Wunder: Wer in Zeuthen oder Eichwalde die Gleise überqueren will, braucht viel Geduld. Zu den Hauptverkehrszeiten passieren circa 15 Züge pro Stunde die Strecke. Wegen der hohen Taktdichte sind die Schranken teilweise bis zu 30 Minuten in der Stunde geschlossen.

Am Bahnübergang Forstweg in Zeuthen brauchen nicht nur Autofahrer Geduld: Bis zu 30 Minuten in der Stunde ist die Schranke unten. Quelle: Josefine Sack

Sorge vor Verkehrschaos

Und bis 2022 sollen es noch mehr Züge werden. Die Grünen schlagen deshalb Alarm: Ist erst der BER am Netz, ist ein Verkehrschaos auf den ohnehin schon belasteten Hauptverkehrsadern in der Region programmiert, so die Befürchtung.

Als „Brennpunkt-Schranken“ gelten die Friedenstraße in Eichwalde und der Forstweg in Zeuthen: Dort kommt es immer wieder zu Unfällen (Friedenstraße) und langen Rückstaus (Forstweg). Während in Eichwalde seit mehreren Jahren um eine schrankenlose Bahnquerung gerungen wird, sucht man in Zeuthen ebenfalls nach einer Lösung (die MAZ berichtete).

Das Zauberwort heißt „Trassenbündelung“

Die sogenannte H-Variante, entwickelt von Jonas Reif, könnte diese Probleme teilweise beheben. Kernelement ist eine Brücke über die Bahntrasse mit vier Rampen in Höhe der Ortsgrenze. Der Name leitet sich vom Aussehen der Verkehrsführung aus der Luft ab.

Die H-Variante: Der Name leitet sich vom Aussehen der Verkehrsführung aus der Luft ab Quelle: privat

Der Entwurf verfolgt die Idee der Trassenbündelung, also einer komplett neuen Führung des Verkehrs parallel zur Bahn. Dass dafür neue Straßen gebaut werden müssen, hält der Grünen-Politiker für akzeptabel: „Wir müssen in den sauren Apfel beißen.“

Neue Straßen bringen neue Probleme

„Ein interessanter Vorschlag. Das Problem ist die Machbarkeit“, kommentierte Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE) den Vorschlag und verwies zudem auf den „immensen Flächenverbrauch für den Verkehr“. Neue Straßen bedeuteten eine zusätzliche Belastung: „Das wollen wir nicht“, sagte er. Auch die fehlende Anbindung in Zeuthen nannte er problematisch.

Als Alternative hat Reif mittlerweile eine optimierte Variante vorgelegt. Aus der „H“- wird die „Kleiderbügellösung“ (siehe Entwurf): Die ehemalige Mülldeponie wird dabei nicht mehr als Fläche für die Brücke und die Zufahrten benötigt, zudem wurde auf die komplizierte Südwestzuführung verzichtet.

Bahnquerung in Eichwalde – ein Endlosprojekt?

Jenoch gab sich wenig zuversichtlich, kündigte aber an, die Idee in Gesprächen mit dem Landkreis Dahme-Spreewald vorzutragen. Was die Querung am Bahnübergang Friedenstraße angeht, zeigte man sich im Landratsamt bislang wenig kompromissbereit. Der Kreis will am liebsten eine Brücke bauen – das will die Gemeinde aber nicht. Auch wie es am Zeuthener Bahnübergang Forstweg weitergeht, ist unklar.

Hier
geht es zum Kommentar zum Hin und Her am Bahnübergang Friedenstraße.

Von Josefine Sack