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Zeuthen „Ein ganz normales Feuerwehrjahr“
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen „Ein ganz normales Feuerwehrjahr“
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18:11 14.11.2019
Die Feuerwehr Miersdorf feiert in diesem Jahr ihr 95-jähriges Bestehen. Zeit zum Feiern hatten die Kameraden kaum. Quelle: Josefine Sack
Miersdorf

Die Feuerwehrkameraden des Löschzugs Miersdorf mussten in diesem Jahr viel Kraft aufbringen, um den verheerenden Waldbränden in Dahme-Spreewald Herr zu werden – und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr.

Die Feuerwehr Miersdorf feiert in diesem Jahr ihr 95-jähriges Bestehen. Zeit zum Feiern hatten die Kameraden bisher kaum. Zweimal wurden die Miersdorfer in diesem Sommer angefordert, um die Flächenbrände in der Lieberoser Heide an der Seite zahlreicher anderer Kameraden aus der Region zu bekämpfen.

Die Wehr Miersdorf verfügt über ein Motorrad, das bei Waldbränden für Erkundungstouren genutzt wird: Karl Uwe Fuchs (l.), Vorsitzender des Fördervereins, und der Vize-Löschzugführer, Stefan Speiler. Quelle: Josefine Sack

Geübt bei Waldbränden

Mehr als 100 Stunden waren die Miersdorfer abwechselnd im Einsatz. Für die Kameraden aus Zeuthen-Miersdorf gehört die Bekämpfung von Waldbränden inzwischen zur Routine. Seit mehr als 20 Jahren verfügt der Löschzug über ein besonders großes Tanklöschfahrzeug mit 6.000 Litern Fassungsvermögen. Insbesondere bei Flächenbränden werden die Kameraden daher häufig angefordert. Weil das Spezialfahrzeug mittlerweile in die Jahre gekommen ist, soll es in 2020 ein neues geben.

Was die Einsatzstatistik betrifft, sei 2019 – bis auf die Waldbrände – ein „ganz normales Feuerwehrjahr“ gewesen, zog Stefan Speiler, stellvertretender Leiter der Feuerwache Miersdorf, in dieser Woche eine erste Bilanz. Insgesamt rückte der Löschzug Miersdorf in diesem Jahr 130-mal aus (Stand: 13. November).

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Wegen ihres Status’ als Stützpunktfeuerwehr werden die Miersdorfer am häufigsten zu Verkehrsunfällen, insbesondere auf den umliegenden Autobahnen und Landesstraßen, gerufen. „Der Verkehr in der Region wird mehr, also nehmen auch die Einsätze zu“, sagte Speiler. Als Stützpunktfeuerwehr wird eine Wehr bezeichnet, die sich aufgrund ihrer Mannschaftsstärke und Ausstattung auch über die Gemeindegrenze beziehungsweise ihr eigentliches Einsatzgebiet hinaus zu Einsätzen herangezogen wird.

Auch beim verheerenden Brand eines Einkaufszentrums in Wildau und zwei Einsätzen in den Wildauer Schmiedewerken unterstützten die Miersdorfer die Kameraden vor Ort. Darüber hinaus rückte der Löschzug bereits zweimal aus, um die Chaos-Baustelle auf dem Miersdorfer Dorfanger abzusichern. Auch als ein Mann bei seiner Flucht vor der Polizei nahe Waltersdorf mit einem Auto gegen einen Baum gefahren und wenig später gestorben war, waren die Kameraden vor Ort.

Eine Gemeinde, zwei Feuerwehren

In Zeuthen gibt es eine historisch gewachsene Besonderheit: Die Gemeinde verfügt über zwei Löschzüge. Für den Brandschutz im Territorium westlich der Bahnlinie sind in erster Linie die Kameraden des Löschzuges Miersdorf verantwortlich. Der Ausrück-Bereich des Löschzugs Zeuthen umfasst den Bereich des ehemaligen Zeuthener Gebietes und erstreckt sich dabei insbesondere östlich der Bahnlinie.

Die im Jahr 1924 gegründete Wehr in Miersdorf besteht heute aus 62 aktiven Kameraden, darunter fünf Kameradinnen. Knapp 60 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren sind in der Jugendfeuerwehr aktiv. Etwa 25 Mitglieder gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. Der Löschzug Zeuthen geht aus der im Jahr 1902 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr hervor. Beide Wehren pflegen ein kameradschaftliches Verhältnis und sorgen für die Brandbekämpfung und andere Hilfeleistungen in und um Zeuthen.

Von Josefine Sack

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