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Zeuthen Grünes Licht für Kitaneubau in Miersdorf
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Grünes Licht für Kitaneubau in Miersdorf
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11:21 18.10.2018
Endlich: Zeuthen hat eine Lösung für die Erweiterung der Kita Miersdorf gefunden. Bald könnten in der Dorfstraße 23 die Bagger rollen. Quelle: Gerlinde Irmscher
Zeuthen

Gute Nachrichten für die Kinder und Erzieher der Kita „Kinderkiste“ Miersdorf: Die Gemeindevertreter haben am Mittwochabend grünes Licht für die Erweiterung der Kita in der Dorfstraße 23 gegeben. Auch die SPD-Fraktion, die vor der Abstimmung erneut für eine Rückkehr zum ursprünglichen Plan geworben hatte, stimmte für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Kompromiss.

Hintergrund: 2016 hatten die Gemeindevertreter die Erweiterung des Kitastandorts in Miersdorf beschlossen. Das beauftragte Planungsbüro erarbeitete ein Konzept für einen Neubau für 80 Kitaplätze samt Bewegungsraum, Verbindungsgebäude sowie Räumlichkeiten zur individuellen Förderung der Kinder, für das Personal und Elterngespräche. Das Projekt wurde zunehmend teurer. Zuletzt wurden die Kosten auf circa 4,3 Millionen Euro geschätzt.

Erhoffte Fördermittel blieben aus

Dann kam die Hiobsbotschaft im August: Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) teilte mit, dass der seit Jahren diskutierte Neubau zurückgestellt werden muss, weil erhoffte Fördermittel ausgeblieben waren. Von den beantragten zwei Millionen Euro wurden gerade einmal 277.000 Euro bewilligt.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Beate Tetzlaff, erläutert, warum ihre Fraktion so nah wie möglich am ursprünglichen Plan der Kitaerweiterung bleiben möchte. Quelle: Josefine Sack

In den vergangenen Wochen erarbeitete die Verwaltung im Eilverfahren Lösungsvorschläge, wie die dringend benötigte Erweiterung auch ohne die 50-prozentige Förderung umgesetzt werden könnte. Die Zeit drängt: Ende 2019 läuft der Mietvertrag für 75 Plätze in der Kita „Pusteblume“, den die Gemeinde Zeuthen mit Eichwalde geschlossen hat, aus. Präsentiert wurden sechs Varianten.

SPD plädiert für ursprünglichen Plan

Die Verwaltung plädierte für einen Kitaneubau in „abgespeckter“ Form. Vorgesehen ist demnach ein eingeschossiger Neubau ohne Verbinder samt Bewegungs-, Essenraum sowie weiteren Räumlichkeiten. Rund eine Million Euro könnten durch die Kompromisslösung eingespart werden. Das Defizit beträgt dann nur noch 225.000 Euro.

Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) findet deutliche Worte auf den Vorschlag der SPD: „Ich halte es für verantwortungslos, Straßenbaumaßnahmen immer noch weiter vor uns herzuschieben.“ Quelle: Josefine Sack

Die SPD wollte den Vorschlag der Verwaltung nicht ohne Weiteres abnicken. Die Fraktion plädierte in der Sondersitzung am Mittwoch erneut für eine Rückkehr zum ursprünglichen Beschluss und schlug vor, die deutlich teurere Variante 2 umzusetzen. „Wir haben konkrete Vorschläge, wie wir die zusätzliche halbe Million freimachen können“, erläuterte Heiko Witte. Bei der Sondersitzung am Mittwoch präsentierte er eine Liste an Maßnahmen, die auf die Jahre 2021 bis 2023 verschoben werden könnten. Durch die Kürzungen in der mittelfristigen Finanzplanung der Gemeinde, die vor allem den Straßenbau betreffen, könne der teurere Kitaneubau durchaus umgesetzt werden, argumentierte der SPD-Politiker.

Straßenausbau versus Kitaneubau?

„Alle investiven Mittel sind an konkrete Maßnahmen gebunden“, erinnerte Herzberger mit Blick auf die Haushaltsplanung. Verschiebungen von Investitionen sind demnach nicht möglich. „Ich halte es für verantwortungslos, Straßenbaumaßnahmen immer noch weiter vor uns herzuschieben“, sagte Herzberger. 30 Jahre nach dem Ende der DDR bestehe in Zeuthen dringender Handlungsbedarf.

„Variante 5 ist das maximal Machbare. Wir bauen keine Nullachtfünfzehn-Kita“, sagte Jonas Reif (Grüne), Vorsitzender der Fraktion aus Grüne und FDP. Er gab zu bedenken, dass in den kommenden Jahren weitere wichtige Großprojekte anstehen, „die auch Kindern zugutekommen“. Weil bei Option 5 der Verbinder gekürzt wurde, bat er darum, zu prüfen, ob es nicht doch „eine technisch machbare Lösung, zum Beispiel für einen überdachten Weg, zwischen Alt- und Neubau“ gebe.

Abstimmung erfolgte namentlich

Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Marina Scholz (Linke), sagte mit Blick auf künftige notwendige Investitionen: „Wir dürfen uns nicht schon bei der ersten Hürde finanziell so verausgaben, dass wir nicht mehr handlungsfähig sind. Wir bauen ja keine Baracke, sondern eine ordentliche Kita.“

Im ersten Durchlauf wurden die Gemeindevertreter namentlich aufgerufen, um ihre Wunschvariante nennen. Die SPD-Fraktion stimmte geschlossen für Vorschlag 2, ebenso wie Sonja Pansegrau von der Linkspartei. Im zweiten Schritt sprach sich die Gemeindevertretung einstimmig für die Ausführung, wie in Option 5 beschrieben, aus.

Von Josefine Sack

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