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Zeuthen Kita-Erweiterung auf Eis gelegt
Lokales Dahme-Spreewald Zeuthen Kita-Erweiterung auf Eis gelegt
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01:15 26.08.2018
Die Kita „Kinderkiste“ in Miersdorf. Quelle: Gerlinde Irmscher
Zeuthen

Die Nachricht hatte es in sich: Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos) hat den Gemeindevertretern am späten Mittwochabend, beim letzten Tagesordnungspunkt kurz vor Ende der Sitzung, mitgeteilt, dass der seit Langem geplante Kitaneubau in Miersdorf vorerst zurückgestellt werden muss.

60-Prozent-Förderung bleibt aus

„Die Umsetzung der bestehenden Beschlusslage ist aus Sicht der Verwaltung derzeit nicht möglich“, verkündete er. Die Gemeinde könne nicht auf die erhoffte 60-Prozent-Förderung, die im März 2018 beim Landkreis beantragt worden war, hoffen, begründete Herzberger. Nach aktuellem Planungsstand werden die Kosten für das Projekt, über das bereits seit 2015 diskutiert wird, auf circa 4,3 Millionen geschätzt. Konkret geht es um einen neuen Bewegungsraum und eine Erweiterung um 80 Plätze in Miersdorf.

Abgespeckte Form als Kompromiss

Ohne die Fördermittel – von den beantragten zwei Millionen Euro wurden gerade einmal 277.000 Euro bewilligt – sehe sich die Verwaltung gezwungen, das Projekt nach jetzigen Planungsstand zurückstellen, begründete Herzberger.„Wir brauchen 100 Kitaplätze für Zeuthen“, betonte der Bürgermeister gleichwohl die Dringlichkeit für einen Neubau in Zeuthen. Was das Projekt in Miersdorf angeht, könne er sich eine „abgespeckte Form“ der Pläne vorstellen. Denkbar sei eine Variante ohne den lange diskutierten Bewegungsraum, der entstehen sollte, sowie eine Verringerung der zusätzlichen Betreuungsplätze auf 40.

Ein heikler Vorschlag: Denn der Bewegungsraum ist ein emotionales Thema in der Gemeinde. Jahrelang hatten sich Eltern für einen solchen Raum in Miersdorf eingesetzt und sogar Spenden gesammelt. Hintergrund ist die angespannte Raumsituation in dem Kita-Altbau in der Dorfstraße. Außer in den Gruppenräumen und im Garten gibt es dort kaum Platz zum Toben und Spielen.

2019 sollte die Kita fertig sein

Im Mai 2015 bildete sich eigens ein temporärer Sonderausschuss, der sich mit dem Thema befasste. Dieser ermittelte den genauen Bedarf an Kitaplätzen und sprach sich stets für die Erweiterung in Miersdorf aus. 2016 wurden die Planungsleistungen vergeben. Im März dieses Jahres wurde über die Ausbauvarianten 80 Plätze oder 130 Plätze diskutiert. Die Gemeindevertreter entschieden sich für die Variante mit 80 Plätzen plus Bewegungsraum. Bis 2019 sollte der Kitaanbau stehen. Daraus wird nun nichts.

Durch das fehlende Budget könnten neben dem Kitaneubau auch der geplante Hort- und Schulanbau gefährdet sein. Immerhin: „Der Grundschulerweiterungsbau und 40 Plätze plus Bewegungsraum in Miersdorf oder eine DIN-gerechte Kita mit 80 Plätzen wären haushalterisch möglich“, versicherte Kämmerin Sabine Weller. 2,8 Millionen Euro stehen zur Verfügung.

Falsch kalkuliert?

Für die Gemeindevertreter kam die Mitteilung überraschend. Einige Politiker schüttelten ungläubig den Kopf. Holger Hemke von der CDU-Fraktion meldete sich als erstes zu Wort und sprach aus, was sich wohl noch manch anderer Politiker am Mittwoch gedacht haben muss: „Wie konnte es zur Fehleinschätzung der Förderhöhe kommen?“ „Ich bin sehr unzufrieden mit dieser Situation. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es dazu kam“, gab Herzberger zu.

Die Sitzung wurde verschoben

„Es ist ärgerlich, dass wir erst jetzt darüber informiert werden“, beanstandete der Fraktionsvorsitzende der Grünen und FDP, Jonas Reif. Der Förderbescheid war bereits Ende Juni eingegangen. Ursprünglich sollten die Gemeindevertreter in der Sitzung am 3. Juli davon in Kenntnis gesetzt werden. Die Sitzung zog sich hin, der Tagesordnungspunkt wurde auf die Fortsetzung nach den Sommerferien verschoben, erklärte Herzberger.

Im September wird entschieden

„Wer 2016 mit Fördergeld geplant hat, aber erst zwei Jahre später einen Antrag stellt, braucht sich nicht zu wundern“, polterte Reif weiter. „Das haben wir uns selber zuzuschreiben. Jetzt müssen wir zusehen, wie wir das mit eigenen Mitteln hinbekommen.“ Die CDU-Fraktionsvorsitzende, Nadine Selch, schlug vor, einen freien Träger mit ins Boot zu holen. „Ich sehe ansonsten keinen Fortschritt in der Angelegenheit“, sagte sie. Auf den Bewegungsraum wolle sie ungern verzichten: „Man könnte bei der Vergabe an einen freien Träger entsprechende Parameter festsetzen.“

Bis zur nächsten Sitzung am 19. September soll beraten werden, ob die Kita mithilfe eines Kredits doch gebaut werden soll oder ob Varianten mit geringerem Investitionsvolumen umsetzbar sind.

Von Josefine Sack

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